Sonnabend, 22.2.2014 – WiTzels Tagblatt

  1. Tagesmucke von & mit den ROCK TIGERS aus Korea;
  2. Bild des Tages: Carl Spitzweg;
  3. Spruch zum Tage von Adriano Celentano;
  4. Kalendergeschichte aus einem Berliner Pfarrhaus;
  5. Aktualitäten-Kabinett, diesmal mit aktueller Werbung aus Steglitz-Zehlendorf;
  6. Vorlesung;
  7. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.

Ton ab für die Tagesmusik, diesmal aus Korea von den „Rock Tigers“ (dortselbst schwer angesagte Rockabilly-Truppe mit Standbass und spitzenmäßiger Sängerin):

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S=;)

Bild des Tages:

Carl Spitzweg: Der (leider abgefangene) Liebesbrief.
Carl Spitzweg: Der (abgefangene) Liebesbrief.

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S;=)

Spruch zum Tage:

Eine liebende Frau hört auch das, was man noch gar nicht gesagt hat.

ADRIANO CELENTANO.

Adriano Celentano und Claudia Mori.
Adriano Celentano und Claudia Mori.

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S;=)

Kalendergeschichte zum Thema „Volle Kirche“

Berlin, Taubenstraße 3. Das Pfarrhaus der (zerstörten) Dreifaltigkeitskirche diente als Dienstwohnung des Predigers und Theologieprofessors Friedrich Schleiermacher (1768 bis 1834). Schleiermacher hatte bei seinen Gottesdiensten sonntags immer volle Hütte. Nach den Gründen befragt, antwortete der kleine verwachsene Mann mit heiligem Lächeln:

Meine Studenten kommen, weil sie müssen. Die Damen kommen wegen der Studenten und die Offiziere kommen wegen der Damen.

Friedrich_Daniel_Ernst_Schleiermacher
Kirchenfüller Friedrich Schleiermacher.

= = =  S;=)
Achtung, Werbung bzw. wir wandern jetzt gedanklich von vollen Kirchen hinüber zu leeren Räumen: eine Empfehlung für Entrümplungen, Haushaltsauflösung und Sperrmüllabfuhrin Berlin – spez. Steglitz-Zehlendorf:

entruemplung.de
entruemplung.de

Fuhrunternehmer Frank Toebs (siehe Bild) hat immerhin über 25 Jahre Berufserfahrung.

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Vorlesung:

http://volkslesen.tv/05-09-krippenerzieher-lesen-heinrich-heine/

(Thema Nummer Eins: Heinrich Heine über Berliner Frauen. – Thema Zwo: Alarm im Kasperletheater!)

S;=)

Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari

Mata Haris Jugend als Margaretha Geertruida Zelle

Als Gretchen Zelle am 7. August 1894 achtzehn Jahre alt geworden war und ihre Pflegeeltern beobachtete, die mit ihr den Geburtstag feierten und dabei recht zufrieden aussahen, fragte sie beim Abendessen: „Onkel Taconis, wie geht eigentlich Glücklich sein?“

Frag mich etwas Leichteres, Gretchen“, antwortete der Onkel und aß weiter. Die Tante nickte stumm. Sie fand, solche Themen gehörten sich nicht für eine 18jährige. Damit war die Frage nach dem Glück erst mal beantwortet. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Nach Spätsommer, Herbst und Winter 1894/95 kam der Frühling und Anfang Mai beim Abendessen fragte Margaretha schon wieder: „Onkel Taconis, wie geht eigentlich Glücklich sein?“

Der Onkel guckte auf einmal hilflos durch die Zimmerdecke gen Himmel. Heute war überhaupt nicht sein Tag. Anschließend sah er Gretchen mit leeren blauen Augen an und fragte: „Hast du schon die Zeitung gelesen?“

Sie schüttelte den Kopf, dass ihre dunklen Locken flogen.

Lies erst mal die Zeitung, Gretchen“, sagte Onkel Taconis. „Dann reden wir weiter.“ Und die Tante nickte dazu. „Ist doch erstaunlich, dass jeden Tag genauso viel passiert, wie in die Zeitung passt“, sinnierte er abschließend und die Tante nickte wieder.

Margaretha glaubte zwar damals schon nicht mehr alles, aber ein paar Illusionen hatte sie doch noch. Vielleicht machte das Zeitunglesen ja wirklich glücklich. Tausende und Abertausende von erwachsenen ABC-Schützen können nicht irren. Deshalb nahm Gretchen brav nach dem Essen und Abräumen die „Nieuws van den Tag“, setzte sich ans Fenster und fing im letzten Licht der Sonne an zu lesen und zu blättern.

Dabei stieß sie auf eine Zeitungsannonce mit folgendem Text: „Offizier, auf Urlaub aus Indonesien, sucht junge Frau mit liebenswürdigem Charakter zwecks Heirat.“ Dieser Offizier hieß Campbell Rudolph John MacLeod, wie sie zielstrebig eine Woche später herausfand. Er war 20 Jahre älter als sie, zuckerkrank und wurde von diversen rheumatischen Zipperlein geplagt. Trotz alledem war Margaretha von MacLeods Auftreten und Ausstrahlung und besonders von seiner Uniform schlichtweg begeistert – selbst dann noch, als sich herausstellte, dass er die Anzeige gar nicht selber aufgegeben hatte, sondern sein Freund, der Erzschelm Richard Owen. „Richy“ vertrat das Prinzip: „Ohne Wein, Weib und Gesang/bleibst du ein Narr dein Leben lang.“

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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PLAKAT 3.3._.14

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