Montag, 24.2.2014 – WiTzels Tagblatt

  1. Tagesmusik : „Bring Me Sunshine“, das passt immer;
  2. Bild des Tages ist ein BANKSY;
  3. Spruch zum Tage von Abraham Lincoln;
  4. Kalendergeschichte, diesmal über Richard Wagner, Cosima und Berlin;
  5. Vorlesung aus dem Buch des Johannes Gillhoff: Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer;
  6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.

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Ton ab für die Tagesmusik, diesmal auf gut Very British mit den JIVE ACES und REBECCA GRANT zum flotten Start in die neue Woche:

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S;=)

Bild des Tages:

BANKSY
Das hat BANKSY gemacht. [„Copyright Is For Losers“; BANKSY.]
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S;=)

Und hier die passende Empfehlung:
http://www.amazon.de/BANKSY-Book-Pictures-Wieland-Kraut-ebook/dp/B0096CFUSU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1393097008&sr=8-1&keywords=Wieland+Kraut+BANKSY

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S;=)

Spruch zum Tage:

Mein bester Freund ist der Mensch, der mir ein gutes Buch gibt, das ich noch nicht gelesen habe.

ABRAHAM LINCOLN.

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S;=)

Kalendergeschichte

zu Richard Wagner, Cosima und Berlin:

R-Wagner
Barrikadenkämpfer Wagner.

Richard Wagner, damals Kapellmeister in Dresden, war bereit, für die Idee der Freiheit seine Karriere zu opfern. Beim Dresdner Maiaufstand 1849 stand auch er mit auf den Barrikaden an der Seite der Auständischen. Ein junger Offizier, Botho von Hülsen, hatte die Aufgabe, diesen Aufstand niederzuwerfen, und machte bei dieser Gelegenheit mit dem Komponisten persönlich Bekanntschaft.

Später wurde von Hülsen Generalintendant der Berliner Staatsoper und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Nach unserer Begegnung in Dresden im Mai 1849 widerstrebt es mir, in irgendeine persönliche Beziehung zu dem Genannten zu treten.“ Sogar 15 Jahre später noch weigerte sich von Hülsen, Wagner zu empfangen. Der hatte sich in Berlin inzwischen mit dem „Tannhäuser“ und seinen anderen Opern längst durchgesetzt, doch die Verhandlungen mit dem Intendanten der Staatsoper mußte sein Schwiegerpapa Franz Liszt stellvertretend führen.

Wie kam Wagner zum Schwiegerpapa?

Cosima
Cosima de Flavigny.

Nun denn, hinter jedem starken Mann steht eine schwache Frau. Solange es umgekehrt ist und der schwache Mann hinter einer starken Frau steht, ist sie seine Mami.

Hedwig
St.-Hedwigs-Kathedrale am heutigen Bebelplatz.

Liszts Tochter Cosima de Flavigny heiratete 1857 in der Berliner Hedwigskirche einen Schüler ihres Vaters, den Kapellmeister und Klavierspieler Hans von Bülow. Auf ihrer Hochzeitsreise besuchten sie Richard Wagner in Zürich. Ihrer Ehe mit Bülow verdankte Cosima die beiden Ablegerinnen Daniela und Blandine.

Je öfter sie dem 15 cm kleineren und dafür zum Ausgleich 24 Jahre älteren Wagner begegnete, desto stärker wurde ihre Zuneigung zu dem Dresdner Barrikadenkämpfer auf allen Notenlinien. Mit ihrem Mann zusammen besuchte sie das enfant terrible im Sommer 1862 in Wiesbaden-Biebrich, wo Wagner an den Meistersingern arbeitete. Im Sommer 1863 gestanden sich Cosima und Wagner auf einer Kutschfahrt durch Berlin ihre gegenseitige Liebe.

R&C
„Ich Tarzan – du Jane!“ (Vgl. mein „Ständchen für Jane“ als globale Flirt-Vorlage, zu hören heute in einer Woche in Lankwitz; siehe Plakat gaaanz uuunten auf dieser Seite.)

[Bildquelle für diese 4 Fotos/Repros: wikimedia.]

Tja. Sehn Se, det is Berlin! Falls es bei Ihnen auch gefunkt hat und Sie Ihre olle Single-Wohnung zugunsten einer frischen Zweierkiste aufgeben möchten, empfehlen wir guten Gewissens zwecks Entrümpeln der Räume Herrn Frank Toebs mit seiner 25jährigen Berufserfahrung.

entruemplung.de
entruemplung.de

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S;=)

Nehmen Sie sich ruhig die Zeit für die folgende Vorlesung mitsamt Vogelgezwitscher, diesmal aus einem Buch, das schon meine Mecklenburger Großeltern gern gelesen haben und das mich inzwischen auch begleitet, nämlich Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer:

http://volkslesen.tv/25-11-prerow-liest-johannes-gillhoff/

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S;=)

Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari „Gresha“ Margareta (Mata Hari) und John MacLeod in Ostindien

Zwischen den Eheleuten kam es immer öfter zu Zank und Streit, weil Gresha sich ihr Leben ganz anders vorgestellt hatte. Und John MacLeod hatte vielleicht nicht unbedingt einen guten Kern, aber dafür eine rauhe Schale ganz bestimmt.

Wenige Wochen nach der Geburt seines Sohnes wurde MacLeod nach Batavia versetzt, das sich heute „Jakarta“ nennt und damals zur holländischen Kolonie in Ostindien gehörte.

Am 1. Mai 1897 schritten sie über den Laufsteg des Dampfschiffes „SS [= Steamship] Amalia“ und dampften ab nach Java, das durch die halfzware Selbstdreher-Boygroup „Javaanse Jongens“ in unseren Zeiten wieder sehr bekannt geworden ist.

Gresha
Margareta und John MacLeod (das Pärchen ganz links an der Reling) auf dem Weg nach Niederländisch-Ostindien.

Kurz vor Weihnachten wurde MacLeod nach Malang versetzt und zum Major befördert. In Malang brannte die Luft. Es war die „Côte d’Azur Indonesiens“ und bot ein entsprechendes gesellschaftliches und kulturelles Leben. „Gresha“ litt zuerst unter der Hitze und schwitzte entsetzlich. Doch sie fand hier sofort Anschluss und entwickelte sich rasch zur gern gesehenen Salonlöwin. Dem tat auch die Geburt der Tochter Luisa Jeanne am 2. Mai 1898 keinen Abbruch.

Es machte ihr ausgesprochen Spaß, mit den Söhnen der Plantagenbesitzer und den jungen Offizieren zu flirten, was John MacLeods Eifersucht zum Kochen brachte. Er rächte sich seinerseits durch „Suff und Puff“, wie die Soldaten sagten, d.h. er trank und ging fremd. Außerdem fing er an, seine Frau zu schlagen, wenn er betrunken war. Mehr als einmal bedrohte er sie mit dem geladenen und entsicherten Dienstrevolver, um sie einzuschüchtern.

Vater und Sohn.
Vater und Sohn MacLeod (1899).

1898 bestieg Königin Wilhelmina den holländischen Thron. Zur Feier dieses Tages wurde in Malang August von Kotzebues Schauspiel „Die Kreuzfahrer“ aufgeführt. Margaretha MacLeod durfte die Rolle der Königin übernehmen, ihr erster Auftritt vor Publikum.

1899 wurde John MacLeod im März nach Medan auf Sumatra versetzt. Dadurch lebte das Paar die nächsten sieben Monate voneinander getrennt und hielt Verbindung durch Briefe und Telegramme. Seit Margarethas öffentlichem Auftritt als Königin und nun auch noch seiner dienstlich erzwungenen Abwesenheit, hielt John es vor Eifersucht nicht mehr aus. Außerdem besaß sie ein genauso gestörtes Verhältnis zum Geld wie ihr Vater. Sprüche wie „Geiz ist geil“ entlockten ihr ein fröhliches Lachen.

Wenn John seine schriftlichen Gardinenpredigten schickte bezüglich Sitte, Anstand, Zurückhaltung und Sparsamkeit, dann bekam er immer häufiger Antworten im Sinne von „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Überhaupt wurde „trotzdem“ anscheinend Margarethas Lieblingswort.

Nun zeigte sich klar und deutlich, dass sie beide nicht nur vom Alter her, sondern auch durch ihre völlig verschiedenen Persönlichkeiten meilenweit voneinander getrennt waren.

Die Kluft zwischen ihnen wurde tiefer und ihre gegenseitige Entfremdung immer größer.

Margaretha begann sich für die javanischen Tempeltänze zu interessieren. Diese Art zu tanzen bildete eine der Säulen ihrer künftigen Karriere, neben ihrem geheimnisvollen Hindu-Gesicht und der magnetischen Kraft ihrer Augen, die sie bis ans Lebensende behalten hat.

Ende Juni 1899 starb der kleine Norman John an einer Vergiftung. Wenige Wochen danach warf die Cholera eine Hausangestellte der Familie aufs Sterbebett. In ihren letzten Stunden beichtete sie, sie habe das Essen des Sohnes vergiftet, um sich zu rächen dafür, dass MacLeod ihren Liebhaber, einen einheimischen Soldaten, schwer bestraft habe.

Die kleine Tochter hatte Glück und entging der Vergiftung, weil sie von ihrer Mutter noch gestillt wurde.

 

 

 

Luise Jeanne MacLeod, genannt „Non“ [malaiisch „Mädchen“]  (1903).
Luise Jeanne MacLeod, genannt „Non“ [malaiisch „Mädchen“] (1903).

[Bildquelle für sämtliche Fotos: Archiv Syzygos.]

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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Herzliche Einladung!
Herzliche Einladung!
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