Sonntag, 2.3.2014 – WiTzels Tagblatt

  1. Tagesmusik mit einer gut gelaunten Heilsarmee, die sich in Takasa umbenannte von wegen Teilnahme am ESC (Eurovision Song Contest), weil Jesus Christus den Menschen heute genauso ein Ärgernis ist wie vor 2.000 Jahren – aber heute ist Sonntag, da können uns sämtliche €urovisionen mal kreuzweise im wahrsten Sinne des Wortes…;
  2. Bilder des Tages: Palais Ephraim (Not- und Ersatzbilder aus Copyright-Gründen);
  3. Spruch zum Tage von Joachim Ringelnatz;
  4. Kalendergeschichte, diesmal gedichtet (Joachim Ringelnatz);
  5. Vorlesung, diesmal mit Christian Rädisch;
  6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.

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MONTAG ist Ruhetag.

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Ton ab für die Tagesmusik; HEILSARMEE  (umbenannt in TAKASA) mit „You And Me“: 


Und hier das unzensierte Original-Video:

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S;=)

Bild(er) des Tages:

(Gelöscht.)

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S;=)

Spruch zum Tage:

Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.

JOACHIM RINGELNATZ (1883 bis 1934).

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S;=)

Kalendergeschichte:

HEILSARMEE

Es singen auf der Straße
Soldaten aus innigem Mut.

Mein Herz hat vor dieser Oase
Im Stadtgetriebe sich ausgeruht.

Den Liedern nicht, nur den Stimmen

Lauschte mein Respekt.

In den Augen der Umstehenden schwimmen
Verschämte Gedanken als Nackte erweckt.

Soldaten in gleicher, schlichter Tracht,

In Eintracht, lachen und stammeln,

Gehen täglich, Hilfe zu sammeln
Für die Ärmsten des Tags, für die Ärmsten der Nacht.

Es drängt mich, dieser leisen,
Doch offenen und einfachen Macht

Offen Ehre zu erweisen. —
Gott lächelt, wo die Heilsarmee lacht.

JOACHIM RINGELNATZ (1883 bis 1934).

Gedenktafel für Joachim Ringelnatz.
Gedenktafel für Joachim Ringelnatz. Brixplatz 11, Berlin-Westend.

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S;=)

Vorlesung:

http://volkslesen.tv/07-11-fruehstuecksgruppe-liest-die-bibel/

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S;=)

Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari

Kapitel 5.  Make War, Not Love

Es scheint fraglich, ob Mata Hari wirklich so bewusst und zielstrebig sich entschieden hat, im Dienste Deutschlands zu spionieren, wie es der Stadtkommandant von Paris 1917, Major Massard, in seinem Bericht über den Prozess gegen sie darstellt: „Vielleicht richtete der Stolz sie zugrunde. Die Künstlerin Mata Hari fand, dass die Franzosen sie nicht nach ihrem echten Wert zu schätzen wussten. Der Ruhm Isadora Duncans erregte ihre Eifersucht. Die Deutschen dagegen schmeichelten ihr und vergötterten sie. Daher ihre große Vorliebe für die Germanen, die vieles erklärt.“ Der Mensch ist ein Zoon politicon, ein Gemeinschaftswesen. Wer schon mal eine Scheidung in seinem Bekanntenkreis oder einem eingetragenen Verein miterlebt hat, der kennt die Situation, sich plötzlich zwischen zwei Parteien entscheiden zu müssen, ohne jemals vorher daran gedacht zu haben und es überhaupt zu wollen. Ein Krieg bricht aus, ohne dich vorher zu fragen. Und dann kannst du reden, mit wem du willst: Immer sind die andern dran schuld. Streit hat immer der andere angefangen. Deswegen riet Jesus seinen Nachfolgern: „Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch noch dar.“ Das sagte er nicht, um uns zu masochistischen Watschenmännern zu erziehen, sondern weil im Bösen eine übernatürliche Kraft wohnt, die drei Nummern zu groß ist für uns Menschen. Für kleine Leute, die keine Schieber oder Banker sind, ist jeder Krieg ein Unglück, egal wie er ausgeht und was die Sieger anschließend als reine Wahrheit über die Schuldfrage verkünden.

Mata Hari GROSS

Anfang des Jahres 1914 schrieb Mata Hari noch in ihren Briefen, dass sie neue Möbel für ihr Haus in Neuilly kaufen wolle, um es zu verschönern.

Vierzehn Tage nach Deutschlands Kriegseintritt am 1. August 1914 verließ Mata Hari Deutschland, weil sie als Ausländerin nicht ohne besondere Aufenthaltserlaubnis hierbleiben konnte. Nebenbei floh sie allerdings auch vor ihren Schulden und offenen Rechnungen. Über die Schweiz wollte sie nach Paris. Weil sie kein Ausreisevisum vorweisen konnte, wurde sie an der Grenze aufgehalten und zurückgeschickt nach Berlin.

Vor dort aus gelang es ihr, mit der Bahn nach Amsterdam zu fahren, wo sie sich einquartierte im Victoria-Hotel am Dam, dem Zentrum der Stadt und bekanntesten Platz Hollands überhaupt. Hier musste sie natürlich wieder den Leuten eine Legende über sich auftischen. Mata erzählte, sie sei eine russische Emigrantin, und angelte sich kurzerhand den wohlhabenden Bank-Mann Will van der Schalk, der sie allerdings genauso kurz angebunden fallenließ, als ihre Legende platzte und er die Wahrheit über ihre Herkunft herausfand.

In den am Krieg beteiligten Ländern war 1914, nach der allgemeinen Begeisterung, die in dieser Form unbekannte Tötungsmaschinerie des Krieges und das Massensterben der Ehemänner, Väter, Söhne und Brüder, ziemlich schnell zum schockierenden Thema geworden. Eine indische Tänzerin konnte nun noch so viele Schleier ablegen, das Interesse daran hatte dem Kriegsbewusstsein weichen müssen: Make War, Not Love.

Mata Hari PA

Sie bekam die Möglichkeit, einmal im Königlichen Theater von Den Haag im Ballett Les Folies Francaises aufzutreten, und das war es dann auch schon gewesen an Engagements.

Es durfte aber nicht alles gewesen sein, denn Mata Hari brauchte dringend Geld, um glücklich zu sein.

Ende 1915 reiste sie via England und Dieppe nach Paris, um ihre Villa in Neuilly aufzugeben. Sie war finanziell am Nullpunkt angelangt.

Im Frühjahr 1916 kam sie wieder in Den Haag an und brachte einen Großteil ihrer Einrichtung aus Neuilly mit.

Später wurde behauptet, sie habe die Frankreichreise benutzt, um dort Informationen über die Vorbereitung neuer Offensiven zu sammeln und an die Deutschen weiterzuleiten, doch das war nach allem, was wir über ihre Biografie wissen, nur heiße Luft aus der Gerüchteküche.

Außerdem soll sie ihre große Liebe Masloff in der Zeit kennengelernt haben, den schon erwähnten russischen Offizier Masloff, der 17 Jahre jünger war als sie. Masloff habe dann wieder an die Front gemusst. Während eines Gefechts verlor er ein Auge. Es gibt eine Theorie, die die Kosten für die Behandlung seiner Kriegsverletzung als einen Beweggrund für Mata Haris Spionagetätigkeit anführt.

Der deutsche Autor Friedrich Wencker-Wildberg verweist diese Geschichte allerdings in die runde Ablage mit den Legenden (sog. „Papierkorb“). Wie er herausfand, saß Mata Hari bereits im Gefängnis und erwartete ihre Hinrichtung, als Masloff im August 1917 zum ersten Mal verwundet wurde. So soll es jedenfalls nach seiner Darstellung gewesen sein.

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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Die nächste Lied- und Lesebühne findet statt – wenn der liebe Gott will und wir leben – morgen am Montag, dem 3. März 2014, in Lankwitz; gleiche Stelle, gleiche Welle…

Herzliche Einladung!
Herzliche Einladung!
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Ein Gedanke zu “Sonntag, 2.3.2014 – WiTzels Tagblatt

  1. Pingback: Sa=Sonnabend, 29. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 50 !!! | Herbert Witzel

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