Freitag, 14. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 37

Freitag, 14. März 2014 (11. Kalenderwoche)

  1. Tagesmusik heute „Me And Bobby McGee“, geschrieben von Kris Kristofferson, ausdrucksstark gecovert von PINK;
  2. Bild des Tages: Hieronymus in der Wüste, gemalt von Giovanni Bellini ;
  3. Spruch zum Tage von Cicero;
  4. Kalendergeschichte, diesmal über den Schiffbruch – nein, nicht der „Titanic“, sondern – eines No-Name-Seglers mit der Familie Raffke und dem Dichter Simonides an Bord;
  5. Vorlesung der Sage vom wilden Manne;
  6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.
  7. „Ein viel gelesener Verbotener“ – Auflösung des Steckbriefes.

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  1. Tagesmusik, „Me And Bobby McGee“, Kris Kristoffersons Song, diesmal nur mit Gitarre und PINKs Stimme na, OK, optisch ist sie auch gut beieinander:

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S;=)

  1. Bild des Tages. – Zu Bobby McGee passt gut – finde ich – Giovanni Bellinis gemalte Momentaufnahme des mit Reichtümern unbelasteten Hieronymus in der Wüste, wie er einem Löwen predigt:

    Bellini_Hieronymus-in-der-Wüste
    Giovanni Bellini: Hieronymus in der Wüste (1490).

S;=)

Spruch zum Tage:

Alles, was mein ist, trage ich mit mir.

= „Omnia mea mecum porto.“ = Beliebtes Tattoo heutzutage.

Cicero soll diese Worte als erster zitiert haben.

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S;=)

Dazu passt diese Kalendergeschichte vom Dichter Simonides, an die ich mich noch aus dem Latein-Unterricht erinnere:

Der erwähnte Dichter Simonides segelte nämlich von seinen Lesungen im Ausland auf einem Schiff zusammen mit der Familie Raffke zurück in die Heimat. Plötzlich kam ein Unwetter auf. Der Sturm wurde so stark und die See ging so hoch, dass es für das Schiff gefährlich wurde.

Alle Raffkes stürzten in die Kabinen und packten hektisch ihre Kostbarkeiten zusammen – nur Simonides blieb ruhig, hielt sich an der Reling fest und betrachtete die haushohen Wellen.

„Spinnst du?“, schrie ihn Vater Raffke an. „Das Schiff geht unter, rette deine Wertsachen!“

Simonides blieb ruhig und antwortete:

Alles, was mein ist, trage ich mit mir.

Tatsächlich ereignete sich wenig später ein Schiffbruch und alle – auch die Raffkes – mussten alles loslassen, um wenigstens ihr nacktes Leben zu retten und den Strand zu erreichen.

Als Familie Raffke in der nächstgelegenen Stadt unterwegs war, um sich das Notdürftigste zum Leben zusammenzubetteln, da sahen sie den Dichter Simonides bei einer Gartenparty auf dem Ehrenplatz sitzen in einem neuen Anzug und die Leute, denen er schon als Autor bekannt war, mit seinen Geschichten und Gedichten unterhalten. Ihm fehlte offensichtlich nichts, während Raffkes am Hungern und Frieren waren.

„Simonides!“, rief Vater Raffke übern Zaun, „wie hast du das geschafft?“

„Tja“, antwortete der Dichter lächelnd,

alles, was mein ist, trage ich mit mir.

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S;=)

Vorlesung der Sage vom wilden Manne:

http://volkslesen.tv/15-09-blinde-lesen-2-sage/

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S;=)

Fortsetzungsgeschichte:

MATA HARI COVER-Mata_Hari

Sie muss schuld gewesen sein – wer sonst?

Es sieht schlecht aus an der Front für die große Nation Frankreich. Dafür muss es einen Grund geben. Der Grund ist jetzt gefunden: Spionage und Verrat. Mata Hari ist schuld an den Niederlagen, da kann ihr Verteidiger Clunet so viel reden wie er will.

  • Das französische Dritte Kriegsgericht befindet sie der Spionage für Deutschland und somit des Hochverrats und der Unterstützung des Feindes für schuldig. Darauf steht die Todesstrafe durch Erschießen. Sie wird einstimmig zum Tode verurteilt.

Mata Haris Augen werden tief wie das Meer. Sie schüttelt den Kopf. „Das ist unmöglich“, stammelt sie und blickt ihren Verteidiger fassungslos an. „Maitre Clunet, sagen Sie mir doch, dass es nicht wahr ist.“

Doch der alte Anwalt kann gar nichts sagen. Er hält die Ärmel seiner Robe vors Gesicht und weint.

Mata Hari richtet sich auf, starr wie eine Salzsäule, und gewinnt langsam ihre Fassung wieder. Ohne Zittern unterschreibt sie die Kenntnisnahme des Urteils und gibt dem Protokollführer den Federhalter zurück.

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, außerdem bei beam eBooks, und als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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Auflösung
des Steckbriefes: „Ein viel gelesener Verbotener“

Heine-Briefmarke
Die sich beizeiten umgestellt/und sich zu jedem Staat bekennen,/das sind die Praktiker der Welt,/man könnte sie auch Lumpen nennen.

So schrieb Heinrich Johann Christian (eigentlich: Harry) Heine (1797-1856). Als Kaufmann war er ein Versager. Von 1821 bis 1824 studierte er in Berlin Jurisprudenz. Er war hin und her gerissen zwischen Romantik und Jungem Deutschland, schrieb u.a. das „Buch der Lieder“, den „Romanzero“ und die satirische Versdichtung: „Deutschland, ein Wintermärchen“.

Link-Empfehlung: http://www.heinrich-heine.net/haupt.htm

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