Mittwoch, 19. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 41

Mittwoch, 19. März 2014
1. Die Tagesmusik heute zeigt uns im uralten Filmchen ein bisschen was von der locker-flockigen Präsenz des genialen Hank Williams;
2. Das Bild des Tages malte Gustav Klimt passend zum Frühling;
3. Der Spruch zum Tage stammt von Ezra Pound;
4. Kalendergeschichte, diesmal gereimt;
5. Vorlesung, Rainer Maria Rilke, kurz und knackig;
6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.
7. Auflösung der Schachkomposition von gestern.
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1. Tagesmusik, Hank Williams: „Hey good lookin'“

2. Bild des Tages, passend zum Frühling:

Klimt
Gustav Klimt: Der Kuss (1908).

3. Spruch zum Tage

Kultur besteht in dem, was übrig bleibt, wenn man das Erlernte vergessen hat.

EZRA POUND.

4. Kleine gereimte (Kalender-)Geschichte:

Es lebte einst in Afrika ein weiser Marabu,

der drückte beinah immerfort das eine Auge zu.

Und wenn ihm das verleidet war, was tat der Marabu?
Er macht das eine Auge auf und drückt das andre zu.

Das war ein großer Philosoph, der weise Marabu,

denn wer zufrieden leben will, drückt stets ein Auge zu.

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5. Vorlesung:

http://volkslesen.tv/02-08-rilke-vergessen-1/

6.

Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari

Auf dem letzten Weg

Nun tritt sie auf den langen Gefängniskorridor. Es sieht fast so aus, als würde sie den kleinen Zug Menschen anführen. Deshalb will jetzt der Oberwärter demonstrativ ihren Arm packen, um allen zu zeigen, wer hier der Herr im Haus ist.

Aber sie lässt sich das nicht gefallen, schiebt ihn weg und sagt ruppig: „Fassen Sie mich ja nicht an, ich bin keine Diebin! Was fällt Ihnen ein?“

Verblüfft über diesen Ton, wird doch der Oberwärter tatsächlich zahm und gehorsam.

Meine liebe Mutter, bitte reichen Sie mir den Arm und verlassen Sie mich nicht“, sagt Mata, bevor es sich der Oberwärter anders überlegen kann. Die beiden mochten sich anscheinend nicht besonders.

Schwester Léonide reicht ihr den Arm und hält ihre Hand fest. Später sagte sie: „Ich hatte Angst, Mata Hari könnte nun im letzten Augenblick noch irgendeine Dummheit machen. Deshalb umklammerte ich sie, so fest ich konnte.“

Der Zug steigt die Treppe hinab zur halb geöffneten Eingangstür von Saint-Lazare. Normalerweise stehen draußen nur ein paar friedliche Gestalten, die Wache schieben, doch heute hat sich eine richtige Menschenmenge auf der Straße versammelt. Das kann man schon vom ersten Stock aus sehen.

Die Tänzerin lächelt und freut sich über so viel Publikum. Gelassen betritt sie die „Brücke von Avignon“, die Kanzlei, wo jetzt im großen Dienstbuch die letzte Eintragung, die ihre Haft betrifft, vorgenommen wird: „Zelle, Margaretha Geertruida, genannt Mata Hari, wird am 15. Oktober 1917 um 5:30 Uhr der Zuständigkeit des dritten Kriegsgerichts übergeben, um in Vincennes mit dem Tode bestraft zu werden. Die Strafe lautet auf Erschießen.“

Sie bittet darum, in der Kanzlei noch drei Abschiedsbriefe schreiben zu dürfen. Es wird ihr erlaubt. Den ersten Brief richtete sie an ihre Tochter Non, den zweiten an Masloff und den dritten an jenen unbekannten Leumundszeugen im Prozess. Was aus diesen Schriftstücken wurde, weiß niemand.

Es hat zehn Minuten gedauert, dann sagt sie: „Ich bin fertig.“

Mata Hari
Letztes Foto am Tag ihrer Hinrichtung.

 

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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7. Auflösung der Schachkomposition. (Bei der originalen Partie sind 15 Züge  vorausgegangen.) Hier noch einmal die Ausgangsstellung zur Aufgabe „Matt in zwei Zügen“:

2. Schachkomposition
Weiß ist am Zug.

Hier die Auflösung:

16. Db3-b8+  !!!

Nach diesem Damenopfer ist das Matt nicht mehr zu verhindern.

16. … Sd7xb8 17. Td1-d8 Matt.
Die gesamte Partie fand in Paris statt, im Zuschauerraum der Oper „Der Barbier von Sevilla“. Der Amerikaner Paul Morphy, stärkster Spieler seiner Zeit bzw. der Jahre 1858/59, spielte gegen Karl von Braunschweig. Die Partie selbst und mehr dazu finden Sie bei Wikipedia – das gilt auch für Dich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Morphy_%E2%80%93_Karl_von_Braunschweig_und_Graf_Isoard,_Paris_1858
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