Donnerstag, 20. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 42

Donnerstag, 20. März 2014

  1. Tagesmusik, diesmal frisch vom Leierkasten;
  2. Bild des Tages: ein BANKSY (Berlin 2004);
  3. Spruch zum Tage von Albert Einstein;
  4. Kalendergeschichte, diesmal zum Thema Beziehungskisten;
  5. Vorlesung, Philipp Besson;
  6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.
  7. Besondere Schmakazie außer der Reihe (WiTzels Werbung).

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Tagesmusik, frisch vom Leierkasten;

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S;=)

Bild des Tages:

BANKSY Berlin 2004.
BANKSY schenkt uns in Berlin das passende Bild: Wegen der Unflughäfen nach Modell Wowereit (Tempelhof und BER) muss am Alexanderplatz vor landenden Fallschirmspringern gewarnt werden.

S;=)

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Spruch zum Tage:

Manche Männer versuchen die Frauen zu verstehen. Andere beschäftigen sich lieber mit einfacheren Themen wie z.B. der Relativitätstheorie.

ALBERT EINSTEIN, Nobelpreisträger immerhin.

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S;=)

Kalendergeschichte:

Friedrichstraße 242, das Haus der Beziehungskisten

1815 entschloss sich der Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso, den Schritt in ein neues Leben zu tun.

 

Westmarke
Chamisso als Wessi.

Und zwar einmal um die ganze Welt auf dem russischen Expeditionsschiff „Rurik“.

 

Ostmarke.
Chamisso als Ossi.

 

Im ersten Stock des Hauses Friedrichstraße 242 verabschiedete er sich von der 14jährigen Antonie Piaste mit den Worten: „Wenn ich wiederkomme, heirate ich  dich.“

Sie war die Adoptivtochter Julius Eduard Hitzigs, genannt „Ede“. Der zog mit Frau und Kindern 1807 aus Warschau nach Berlin, weil er als Jurist im Staatsdienst arbeitslos geworden war. Napoleon hatte die preußische Regierung gestürzt, Warschau gehörte zur französisch besetzten Zone. Hitzig ließ sich in Berlin zum Buchhändler umschulen, machte einen Verlag auf, schriftstellerte selber, gründete hier 1824 die „Neue Mittwochsgesellschaft“ als Salon und wurde — last, but not least — Direktor des Königlichen Kammergerichts  in der Lindenstraße. Dort residiert heute das Jüdische Museum.

Bei Ede mit den hübschen Töchtern trafen sich die Literaten gern. E.T.A. Hoffmann brachte am Klavier ein Ständchen, setzte Hitzig, Chamisso & Co. in seinen „Serapionsbrüdern“ ein literarisches Denkmal und schrieb für die kleine Clara Hitzig als Weihnachtsüberraschung das Märchen von „Nussknacker und Mausekönig“.

Aus Kindern wurden Leute. Als Clara, die hübscheste Hitzigtochter, herangewachsen war, mauste sie 1833 ein Märchenprinz als Ehefrau, nämlich der geniale Kunsthistoriker Franz Kugler, Verfasser des Liedes: „An der Saale hellem Strande“ und einer „Geschichte Friedrichs des Großen“, illustriert von Adolph Menzel. Kuglers zogen in den zweiten Stock, sie führten das gesellschaftliche Leben fort. Bei Clara und ihren schnuckeligen Nichten trafen sich fast jeden Abend Promis und Nachwuchs-Autoren bei englischem Tee, Landbrotstullen und anschließendem Bier aus einer Gastwirtschaft am Halleschen Tor. Die  beiden Theodore waren hier, Storm und Fontane, Emanuel Geibel, Felix Dahn und Jacob Burckhardt.

Heute sieht man von alledem nichts mehr. Wo einst die Friedrichstraße 242 stand, befindet sich heute der Theodor-Wolff-Park.

 

Th-Wolff-Park

Hinweisschild Theodor-Wolff-Park.

(Bildquelle: Wikipedia.)

 

Das Ehen stiftende Haus der hübschen Mädels und des guten Geschmacks wurde 1893 abgerissen. Schade eigentlich. Aber Herr und Frau Wowereit sollen sich für einen Wiederaufbau schon ganz stark machen, heißt es. Sie müssen nur vorher erst noch den BER-Flughafen erfolgreich in Brandenburgs Sand setzen.

Ach, und der gute Adalbert von Chamisso, als er nach ein paar Jahren wiederkam von seiner Weltreise und 2. Kustos im Botanischen Garten wurde, da hat er seine Antonie wirklich geheiratet und zog nach nebenan in die Nummer 235. Dort finden Sie übrigens auch eine Gedenktafel am Haus.

 

Chamisso.

Friedrichstraße 235 (Bildquelle: Wikipedia).

 

Das Bild hier ist ein seltenes des jungen Paares.

A.u.A.v.Chamisso

 

Adelbert und Antonie von Chamisso.

(Repro: Archiv Witzel).

Herbert Witzel

 

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Vorlesung ― 

http://volkslesen.tv/38-08-steuerberater-lesen-philippe-besson/

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Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari

Zwei Polizeibeamte nehmen die Gefangene in ihre Mitte und bringen sie zum Wagen. Außer ihnen dürfen nur noch Schwester Léonide und Pastor Darboux einsteigen. Dem Pastor hat es die Sprache verschlagen, so bewegt ist er.

In Vincennes ist die Hinrichtung auf 6:15 Uhr angesetzt. Mit dem ersten Morgendämmern trifft die Verurteilte auf dem Gelände der vieleckigen Befestigungsanlagen des Schlosses Vincennes ein.

Dragoner und ein Linienregiment aus der Garnison stehen Spalier.

12 Feldjäger der Zuaven-Infanterie, die sämtlich schon an der Front gekämpft hatten, bilden das Erschießungskommando: vier Gefreite, vier Korporale, vier Unteroffiziere. Sie stellen sich in Dreierreihen auf. Man hat diese nordafrikanischen Söldner ausgewählt, weil ihnen erstens Mata Hari kein Begriff ist und weil sie zweitens keine Hemmungen kennen, eine Frau zu erschießen.

Als der Wagen gegenüber dem für die Exekution vorgesehenen Pfahl hält, wird eine Fanfare geschmettert. Danach herrscht ungewöhnlich tiefes Schweigen.

Mata Hari steigt aus dem Wagen, begleitet von Schwester Léonide, die mit lauter Stimme betet, und den beiden Polizeibeamten. Dem Pastor war wohl alles zu viel geworden, jedenfalls steigt er nicht aus. Langsam gehen die vier Personen zu dem Pfahl. Dort macht die Verurteilte entschlossen ihren Arm von der Schwester los, verabschiedet sich von ihr mit einer Umarmung und schickt sie weg auf die rechte Seite. „Dort werde ich hinschauen.“

Während ein Offizier laut das Todesurteil verliest, stellt sich die Tänzerin an dem Pfahl auf. Die Augenbinde lehnt sie ab. Sie will auch nicht an den Pfahl gefesselt

werden, sondern frei stehenbleiben: „Zu sterben, zu schlafen, ins Nichts zu verschwinden, was macht das schon?“ Deshalb wird der vorgesehene Strick um ihre Hüften nur lose, mit sehr viel Spielraum, benutzt für eine Verbindung zu dem Pfahl.

Die Feldjäger stehen zehn Meter von ihr entfernt. Mata Hari lächelt und winkt zum Abschied Schwester Léonide zu, die kniet und betet.

Der kommandierende Offizier, der auch das Urteil verlesen hat, hebt den Degen. Laut kracht die abgefeuerte Salve von elf Schüssen, dann – etwas leiser – der vorgeschriebene Gnadenschuss.

Die tote Tänzerin bricht mit dem Kopf nach vorn zusammen und verwandelt sich in eine schlaffe, blutüberströmte Masse.

Mata Haris Leichnam wurde der medizinischen Fakultät der Sorbonne übergeben.

Man hat in Frankreich alles versucht, um die Spuren ihrer Existenz zu beseitigen. Nichts mehr sollte an sie erinnern. Ihr Nachlass mitsamt ihrer Bibliothek wurde zu Bruchstücken zerteilt, verscherbelt im wahren Sinne des Wortes und verstreut in alle Himmelsrichtungen, doch erreicht haben die Franzosen das Gegenteil.

Lieber war ich die Geliebte eines armen Offiziers als eines reichen Bankiers. Meine größte Freude war es, mit ihnen zu schlafen, ohne an Geld denken zu müssen.“ (Mata Hari im Verhör.)

Ihre letzten Worte soll sie in Vincennes an den kommandierenden Offizier gerichtet haben: „Monsieur, ich danke Ihnen.“

Briefmarke.

Wo gehen wir denn hin? Immer nach Hause.“ Novalis.

ENDE.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als Ebook bei beam eBooks und als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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Außer der Reihe (= WiTzels Werbung): Ein Bild von Jona (= Milos Navratil)

Milos Postkarte-A
Kunst-Postkarte [Langformat] von Milos Navratil, Bad Windsheim (JONA).
Milos Postkarte-B.
Rückseite.

Diese Kunst-Postkarte zum Thema „Deutschland als 51. Bundesstaat der USA“ kann bei mir käuflich erworben werden. Einzeln = 2 EURO einschließlich Versand, 5 (fünf) Stück = 5 EURO einschließlich Porto und Verpackung.

Einfachster Bestellweg: Überweisung (mit Lieferanschrift!!!) auf Konto Herbert Witzel bei der Berliner Volksbank, # 7106201000, BLZ 10090000. ADRESSE NICHT VERGESSEN!!!

Oder Bestellung per Mail an <herbert_f_witzel@web.de>

Bei Nichtgefallen Geld zurück.

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