Donnerstag, 27. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 48

Donnerstag, 27. März 2014

  1. Tagesmusik von „Engelsgleich“;
  2. Bild des Tages nach den heißen Bräuten zum Abkühlen jetzt aus 66 Meter Höhe über Normal Null: Blick vom Kreuzberg;
  3. Spruch zum Tage von Gevatter Volksmund;
  4. Kalendergeschichte aus Berlin vom City Guide;
  5. Vorlesung über bissige Vampire.

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Ton ab für diese knackige Kapelle:

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S;=)

Wenn Sie ENGELSGLEICH gern sofort für Berlin buchen würden, aber als Messi keinen Platz in Ihrer Buchte haben für einen so charmanten Auftritt, dann empfiehlt es sich, vorher die Wohnung zu entrümpeln. Wir empfehlen diesbezüglich Herrn Frank Toebs:

Frank Toebs
entruemplung.de

 

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S;=)

Bild des Tages:

 

Hintze
Johann Heinrich Hintze: Berlin, Blick vom Kreuzberg (1829).

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S;=)

Spruch zum Tage:

Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen.

VOLKSMUND.

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S;=)

Kalendergeschichte aus Berlin:

Kreuzberg hat ein von der Straße aus einsehbares „gläsernes Rathaus“, das der Nachkriegs-Bürgermeister „Texas-Willi“ Kressmann so durchsichtig hingestellt hat. Nun sind die Rot-Grünen doch lieber nach Friedrichshain gezogen in ein 08/15-Rathaus, wo sie ihre Dunkelkammern haben wie andere Berliner Politiker auch.

Als ich aus diesem „gläsernen Rathaus“ komme, begegne ich der hübschen Ita mit ihren Hochglanzaugen, die so schwarz sind wie ihre hüftlangen Haare. Ita ist überzeugt, daß Gott sie aus Indonesien, dem Land der 15.000 Inseln, nach Berlin gerufen und berufen hat.

Weil sie als Diplom-Informatikerin ihre Schrippen verdient, wandern wir zur Methfesselstraße 7, wo Konrad Zuse damals seine Z3 zusammenbaute, die erste funktionierende programmierbare Rechenmaschine der Welt. Heute heißen solche Teile Computer. – Wer mehr zu Konrad Zuse wissen will, der gehe ins Technikmuseum am U-Bhf Gleisdreieck, dito in Kreuzberg gelegen. Dort gibt es ein extra Zusezimmer.

Schräg gegenüber von Zuses Werkstatt, am Fuße des Kreuzbergs, nach dem der Bezirk
1921 benannt wurde, wachsen die Trauben vom Kreuzberger Neroberger, dem Bezirkswein.
„Hier wächst Wein?“ wundert sich Ita.
„Hier wuchs im Mittelalter richtig viel Wein“, sage ich. „Im zwölften Jahrhundert bestand unsere heutige Hauptstadt aus den drei Weichbildern Cölln, Berlin und Tempelhof. Der Kreuzberg ist einer von sieben Bergen, an deren Hängen damals die Templer und Johanniter ihren Wein anbauten, den sie kelterten und dann im >Dustern Keller< lagerten, einer natürlichen Höhle, in der noch Knochen von Säbelzahntigern vor sich hin bleichen. Sie lag nahe am Chamissoplatz.“

Noch weiter den Berg hinauf liegt die ehemalige Schultheiß Brauerei, ein modernisierter
Wohnkomplex für Leute, die es sich leisten können.
„Mal sehen“, sagt Ita, „vielleicht ziehe ich eines Tages auch nach Kreuzberg. Es muss ja nicht gleich fiirs ganze Leben sein.“ Sie hat Recht, der Bezirk ist eher ein abenteuerliches Durchgangslager. Viele ziehen hier später wieder weg, in einen anderen Bezirk oder nach Amerika oder zurück in die Heimat wie die türkischen Gastarbeiter damals mit ihren zehn- bis fünfzehntausend DM Heimkehrprämie, die Norbert Blüm für sie lockergemacht hatte. Dann haben sie das Geld in Anatolien verbraten oder versucht, sich selbständig zu machen, was aber im wirtschaftlichen Chaos der Türkei nur wenigen gelingt. Die Versager kehrten zurück. Das durften sie offiziell zwar nicht laut unterschriebenem Vertrag, doch wer kontrolliert schon unsere Grenzen?

Ita verabschiedet sich, sie will zu ihrer Gemeinde. Da singen heute „Engelsgleich“ bei der Trauung des Pastorensohns mit einem Polenmädchen, und zwar mit dem allerschönsten Kind, das man in Polen find’t.

Jetzt hat der BÜCHERTISCH geöffnet. Meine Bekannte ist nicht da, sie muss sich heute um ihre beiden Kinder kümmern. Also statte ich dem ersten großen Altemativprojekt noch einen Besuch ab, dem Mehringhof, wo ruhiges Leben herrscht.

Dann gehe ich auch gleich weiter die Gneisenaustraße lang, die eine repräsentative „Gürtelstraße“ um ganz Berlin herum werden sollte. So hatte sie James Hobrecht damals geplant, nach Pariser Vorbild, und deshalb ist sie nur zwei Meter schmaler ist als die 60 Meter breite Prachtstraße Unter den Linden.
Parallel dazu verläuft die Bergmannstraße, heute Kreuzbergs interessanteste Geschäftsstraße, die an der Marheineke-Markthalle vorbeiführt. Dort ist gut Mittag essen und Leute treffen. Nur meine bekannte typische Kreuzbergerin treffe ich nicht, die hier früher sonnabends auf dem Flohmarkt mit dem Bücherverkaufen anfing und inzwischen mit anderen zusammen selber ein Buch herausgebracht hat, „Kreuzberg kocht“, in dem über 50 Projekte vorgestellt werden mit Porträts und ihren Lieblingsrezepten. Wer hier wohnt, der muss nicht hungern und frieren und kann abends noch Live-Musik hören im Yorckschlößchen, in der Junction Bar oder im SO 36.

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Gern führe ich Sie als City Guide durch Kreuzberg und/oder andere Berliner Gegenden. Reden Sie mit uns oder erst mal mit mir: Herbert Witzel, Tel.: 030-693 16 49. <herbert_f_witzel@web.de>

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Vorlesung ― diesmal zum Thema BLUTSAUGER bzw. VAMPIRE:

http://volkslesen.tv/19-11-coburger-medienpreis-liest-stephanie-meyer/

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