Freitag, 28. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 49

Freitag, 28. März 2014

Tagesmusik = Esther und Abi Ofarim:

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S;=)

Bild des Tages:

Waldmüller
Ferdinand Georg Waldmüller: Eintritt der Neuvermählten (1859).

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Spruch zum Tage:

Über die Ehe lässt sich nicht diskutieren. Wer verheiratet ist, der ist voreingenommen, und wer Single ist, kann nicht mitreden.

Kollege VOLKSMUND mal wieder.

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S;=)

Steckbrief als Kalendergeschichte: Ein General Gottes

Der Gesuchte zählt zu meinen Vorbildern. Wir leben leider in einem von der €USA entmündigten Staatswesen, das unserer Jugend jeden Tag die Botschaft vermittelt: „Wir brauchen Dich gar nicht – geh Abenteuer spielen, surfen, skaten, klauen, kiffen oder auf den Strich, das ist uns alles so egal wie Guiseppe M., Jonny K., Daniel S. und Du selber. Wir beschutzschirmen UNSEREN GROSSEN €URO-BINNEMARKT auf der Krim und am Hindukusch, aber keine kleinen Leute in Berlin, Kirchweyhe oder sonstwo.“ Als Wirtschaftswunderkind fühle ich mich in diesem Schuldenwunderland wie Max Liebermann, als er am Pariser Platz dem Fackelzug der Nazis durchs Brandenburger Tor zusah: „Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte.“

Die Botschaft des Gesuchten dagegen lautete:

Komm zu uns, wir brauchen Dich!

Er war mitverantwortlich dafür, dass es in England keine Revolution gab, weder mit Blutvergießen en gros wie in Frankreich 1789 noch en detail wie in Deutschland 1848.

Alles fing damit an, dass der Gesuchte seine Frau Catherine fand, die ihm eine treue Gehilfin blieb, nachdem er überall rausgeflogen war wegen der Leute, die er mitbrachte. Notgedrungen predigte er im Zelt auf einem ehemaligen Londoner Friedhof in Whitechapel, und zwar das erste Mal am 2. Juli 1865. Anschließend machte er, dass er nach Hause kam, und sagte zu Catherine:

Liebling, ich habe meine Bestimmung gefunden! Als ich heute abend an den Türen der erleuchteten Kneipen vorbeiging, schien eine Stimme in meinen Ohren zu klingen:

>Wo braucht man deine Arbeit dringender als hier?<

Und in meiner Seele übergab ich dort auf der Stelle mich selbst, dich und die Kinder dieser großen Arbeit.

Das war der Gründungstag der „Ost-Londoner Christlichen Mission“. Sie heißt heute allerdings anders. Die Bewegung, die der Gesuchte ins Leben rief, erntete zuerst nur Spott und Spitznamen. In Köln zum Beispiel hieß sie „Trunkenbold-Brigade“, weil sie mit Tragbahren und Laternen bewaffnet zum Angriff überging, „hilflose Personen“ einsammelte, in die Quartiere trug und mit starkem Kaffee ausnüchterte.

In seiner letzten öffentlichen Rede sagte er:

Solange Frauen weinen, wie sie es jetzt tun, will ich kämpfen.

Solange Kinder Hunger leiden müssen, wie sie es jetzt tun, will ich kämpfen.

Solange Männer immer wieder im Gefängnis landen, wie sie es jetzt tun, will ich kämpfen.

Solange Mädchen auf der Straße unter die Räder geraten, will ich kämpfen.

Solange es noch eine Seele gibt, in der das Licht Gottes noch nicht scheint, will ich kämpfen.

– Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug!

Als er schließlich mit 83 Jahren zur Herrlichkeit befördert wurde, arbeitete seine Truppe bereits in 58 Ländern. Joachim Ringelnatz schrieb über sie:

Es drängt mich, dieser leisen/doch offenen und einfachen Macht/offen Ehre zu erweisen.

HERBERT WITZEL

Auflösung morgen!

 

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S;=)

Vorlesung:

http://volkslesen.tv/40-12-stadtfuehrer-lesen-thomas-mann/

 

 

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