Mittwoch, 30. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 72

Mittwoch, 30. April 2014

 

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Vorhang auf und Monitor an und Ton ab für einen der Besten:

 

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Bild des Tages:

Leonor Fini
Leonor Fini – Le Couronnement de la bienheureuse Féline – 1974.

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Spruch zum Tage:

Er war Mathematiker, sie war unberechenbar. 

Kollege VOLKSMUND.

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Kalendergeschichte:

Bei Herrn Dr. Psychomann lag ein neuer Patient auf der Couch und legte los:
„Herr Doktor, ich habe eine ganz seltsame Wirkung auf meine Umwelt. Man hält mich für allwissend, ja geradezu für Supermann, der für alle Probleme eine Lösung parat hat, der sich nie irrt und …“

Unterbricht ihn Psychomann: „Jetzt hören Sie aber auf, Herr Kollege…“

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Vorlesung

Petra Sievers, Buchhändlerin / Buchhalterin, 53, Bergen

Mascha Kaleko: Die paar leuchtenden Jahre
Johann Wolfgang Goethe: Der Wanderer
Petra Sievers: Glück

http://volkslesen.tv/39-12-ruegener-und-rueganer-gedichte/

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Fortsetzungsgeschichte: Geht demnächst weiter…

 

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Dienstag, 29. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 71

Dienstag, 29. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 71

 

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Ton ab für vier berühmte Briten, die auf Deutsch singen,

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Bild des Tages:(passend zum Frühling)

Gustav Klimt
Gustav Klimt: Apfelbaum I (1912).

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Spruch zum Tage:

Wenn der Mensch in seinen Werken nicht zu erkennen ist, dann ist entweder der Mensch nichts wert oder seine Werke sind nichts wert.

B. TRAVEN.

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Kalendergeschichte:

„Nun aber Moment mal, Frau Lewandowski“, sagt Dr. med. Fummler zu seiner Patientin, „darf ich Ihren Redefluss für einen kurzen Augenblick unterbrechen?“

„Nein, warum? Sie haben doch jetzt Sprechstunde!“

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Vorlesung

http://volkslesen.tv/42-12-raucher-lesen-b-traven/

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Fortsetzungsgeschichte: Geht demnächst weiter…

 

GUTE NACHRICHT

Mit guten Nachrichten ist das so eine Sache, weil sie oft schwer zu finden sind und wir vielleicht gar nichts davon wissen wollen. – Unsere Parole heißt: „TROTZDEM“.

Zurück ins Leben.

Dezember 2013. Meine 3-jährige Reha-Arbeitszeit in SILOAH ist zu Ende. Mir ging ganz schön die Muffe. Kein Plan wie’s weitergeht. lch grüble viel und schlafe wenig. Das Arbeitsamt macht Druck mit den skurrilsten und teilweise in humansten Vermittlungsvorschlägen. Dazu „Telefonterror“ von Zeitarbeitsfirmen. 6 Bewerbungen gingen bei mir raus. 5 Absagen hatte ich schon. Ich sacke seelisch richtig in die Knie. Glauben gleich null. Gut, der Druck vom Amt lässt nach. Ich krieg mich wieder ein. Arrangiere mich mit der Situation.
Bin weiterhin ehrenamtlich 3 Tage die Woche in SILOAH. Ich bin resigniert, doch aus Erfahrung weiß ich, dass Gott Wunder tun kann.
Drei Wochen bin ich arbeitsuchend. Folgendes geschieht:
Anruf vom Arbeitsamt. In Gotha (meinem Wohnort) bei der Firma KMD wird ein Hausmeister gesucht. Doch was ist KMD?
Am nächsten Tag bin ich dort und mach mich schlau. Aha, eine Firma mit ca. 80 Leuten. Hauptsächlich wird dort aus Naturstein die Innenausstattung für Jachten hergestellt (Fußböden, Wandverkleidungen, Bäder usw.), auch für Hotels und so.
„Wir brauchen dringend einen Hausmeister. Bei Interesse SCHNELLSTENS Bewerbung abgeben!”, sagt einer, der dort scheinbar was zu sagen hat. Zwei Stunden später liegt meine Bewerbung dort. Aus Zeitgründen per Hand geschrieben — Computer kann ich nicht. 5 Tage später ein Vorstellungsgespräch und Betrtriebsbesichtigung. „Das könnte was sein”, denke ich, zeige Interesse an einem Probearbeitstag. Das geschah gleich am Tag darauf! Ich verabschiede mich beim Produktionsleiter mit folgendem Statement:

Das ist voll mein Ding. Ich will die Stelle.

— „Sie haben einen ganz guten Eindruck hinterlassen“, so der Kommentar. Aber da sind noch einige Bewerber, die er sich ansehen will. Montag 11.00 Uhr soll ich anrufen, dann sagt er ja oder nein. Na toll! Das ist in 4 Tagen! Wie soll ich das aushalten? Kopf-Kino… „Nehmen die mich oder nehmen die mich nicht?”

– Na gut, mehr kann ich nicht tun, denke ich so vor dem HERRN und bekomme Frieden. Doch
jetzt kommt’s: Am Tag darauf um die Mittagszeit nimmt meine Frau einen Anruf entgegen. Am anderen Ende der Produktionsleiter von KMD. „Wir haben uns für Ihren Mann entschieden. Er soll, wenn möglich, sofort anfangen.”

– Als ich das erfuhr, ging mir einer durch. Ich schreie rum vor Freude. Trete auf’s Gas und düse zur Firma. Unterwegs sagt Gott zu mir absolut souverän und dennoch liebevoll: „Ich bin Gott und ich hab‘s drauf. lch stehe über den Dingen. Es ist mir ein Nichts, dir eine entsprechende Arbeitsstelle zu geben.” Völlig durch den Wind und ziemlich verpeilt, trete ich meine ‚neue Stelle an. Unbefristet – Arbeitsklamotten mit Firmenlogo – Halleluja!!!

SILOAH-

Was bleibt mir noch zu sagen:
Hier merke ich, wieviel ich von „Edel” in SILOA gelernt habe. Besonders sein hoher und nerviger „Chicki-Micki-Anspruch” hilft mir jetzt. 8 Wochen sind um. Das Betriebsklima ist echt toll. Keiner, aber auch wirklich keiner lässt den Dicken raushängen. Das beeindruckt mich.

Dieses Wunder berührt mich ganz tief. Es ist wie so’n Kuss von Gott, ein neuer großer Gedenkstein auf meinem Glaubensweg.

 

Sonntag, 27. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 70

Sonntag, 26. April 2014

Mit Blancas „Ladylike“-Strickjacke als Modetipp! Siehe unter 7.

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Nächsten MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

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1. Ton ab für die berühmten Vier, und zwar LIVE auf Deutsch!

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2. Bild des Tages:

Spittelmarkt.
Paul Hoeniger: Berlin, Spittelmarkt (1912).

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3. Spruch zum Tage:

Sieh nach den Sternen!
Gib acht auf die Gassen!

WILHELM RAABE.

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4. Kalendergeschichte:

Gerührt sagt der Vater zu seiner Tochter: „Freu dich, Ulla, vorhin hast du deinen ersten Heiratsantrag bekommen!“
Da schluchzt die Tochter auf: „Ich will mich aber nicht von Mami trennen…“
„Wenn es so ist“, sagt der Vater freundlich, „dann nimm sie doch ruhig mit.“

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5. Vorlesung

http://volkslesen.tv/32-12-rathaus-liest-david-nicholls/

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6. Fortsetzungsgeschichte: Demnächst…

Bin dabei, den 5.5. in Lankwitz vorzubereiten.

Empfehlung für Transporte in Berlin, Allesabfuhr und Entrümplung:

Frank Toebs
entruemplung.de

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7. LAST NOT LEAST ein preiswerter Modetipp von Blancas Blog KLEINE KLEINIGKEITEN:

http://kleinekleinigkeiten.wordpress.com/2014/04/24/die-ladylike-strickjacke/#more-3628

Blanca mit Tochter.
Find ich gut, nämlich.

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Das war WiTzels Tagblatt Nr.

Otto_Ubbelohde.
Otto Ubbelohde: Illustration zu „Rapunzel“.

 

 

Sa=Sonnabend, 26. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 69

Sonnabend, 26. April 2014

 

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Ton ab für unsere kostbare bayrische Nachtigall CLAUDIA KORECK:

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Bild des Tages:

Jean-Francois_Millet
Jean-Francois Millet: Die Ährenleserinnen (1857).

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Spruch zum Tage:

Jedes Thema ist gut. Es handelt sich nur darum, es mit Kraft und Klarheit wiederzugeben. In der Kunst muss man einen Hauptgedanken haben, diesen Gedanken muss man mit Beredsamkeit aussprechen, man muss selbst an seine Wahrheit glauben und diese Wahrheit den anderen mitteilen mit der Schärfe eines Prägstocks.

JEAN-FRANCOIS MILLET.

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Kalendergeschichte:

Ruft einer beim Wettermann vom TV an: „Ich wollte Ihnen nur Bescheid sagen, dass die Feuerwehr gerade Ihre 30° und Sonnenschein aus meinem Keller gepumpt hat.“

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So ist das mit dem Keller und dem Wetter. Wenn es nicht um Niederschläge geht, sondern um Sperrmüll und Allesabfuhr, vor allen Dingen in Berlin, dann empfehlen wir kein TV und keinen Herrn Kachelmann, sondern Firma Frank Toebs:

Frank Toebs
entruemplung.de

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Vorlesung http://volkslesen.tv/16-08-steuerfluechtlinge-lesen-wolfgang-borchert/

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Fortsetzungsgeschichte: Dauert noch ein bisschen.

Danke für Ihre Geduld.

Dies war WiTzels Tagblatt Nr.

Nr.69
Illustration: Frank Ubbelohde (zum Märchen von den zwölf Brüdern).

 

Freitag, 25. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 68

Freitag, 25. April 2014

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Ton ab für


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Bild des Tages:

 

BANKSY
BANKSY: Waschtag (Graffiti Street Art).

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Spruch zum Tage:

Für einen guten Witz soll man eine Million gewöhnlicher Jamben hingeben.

FRIEDRICH HEBBEL, der Maurer lernte und sich zum guten Schriftsteller entwickelte.

 

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Kalendergeschichte:

JOHANN PETER HEBEL

Mittel gegen Zank und Schläge   (1814)

Zwei Eheleute nicht weit von Segringen, lebten miteinander in Friede und Liebe, abgerechnet, daß sie bisweilen einen kleinen Wortwechsel bekamen, wenn der Mann einen Stich hatte. Alsdann gab ein Wort das andere. Das letzte aber gab gewöhnlich blaue Flecke. Zum Beispiel „Frau“, sagte der Mann, „die Suppe ist weder nicht genug gesalzen und ich hab dir’s doch schon so oft gesagt.“ Die Frau sagt: „Mir ist sie so eben recht.“ Der Mann bekommt etwas Röte im Gesicht.: „Du unverständiges Maul, ist das eine Antwort einer Frau gegen ihren Mann. Soll ich mich nach dir richten?“ Die Frau erwidert: „Draußen in der Küche ist das Salzfaß. Ein andermal koch dir selber oder sieh, wer dir kocht.“ Der Mann wird flammenrot und wirft der Frau die Suppe samt dem Teller vor die Füße. „Da, friß die Tränke selber.“ Jetzt geht’s der Frau auf, wie wenn man ein Stellbrett aufzieht, und das Wasser fließt in die Läufe und alle Mühlenräder gehn an, und sie überschüttet ihn mit Schmähungen und Schimpfnamen, die kein Mann gern hört, am wenigsten von einer Frau, am allerwenigsten von seiner eigenen. Der Mann aber sagt: „Ich seh schon, ich muß dir den Rücken wieder ein wenig blau anstreichen mit dem hagebuchenen Pinsel.“ – Solcher Liebkosungen endlich müde, ging die Frau zu dem Pfarrherrn und klagte ihm ihre Not. Der Herr Pfarrer, der ein feiner und kluger junger Mann war, merkte bald, daß die Frau durch Widersprechen und Schimpfen gegen ihren Mann selber schuld an seinen Mißhandlungen sei. „Hat Euch mein seliger Vorfahr nie von dem geweihten Wasser gegeben?“ sagte er. „Kommt in einer Stunde wieder zu mir!“ Unterdessen goß er reines, frisches Brunnenwasser in ein
Fläschlein, das ungefähr einen Schoppen hielt, versüßte es mit Zucker und ließ ein Tröpflein Rosenöl darein träufeln, daß es einen lieblichen Geruch gewann. „Dieses Fläschchen“, sagte er zu ihr, „müßt Ihr in Zukunft immer bei Euch tragen, und so Euer Mann wieder aus dem Wirtshaus kommt, und will Euch Vorwürfe machen, so nehmt ein Schlücklein davon und behaltet’s im Munde bis er wieder zufrieden ist. Alsdann wird seine Wunderlichkeit nie mehr in Zorn ausbrechen, und er wird Euch keine Schläge mehr geben können.“ Die Frau befolgte den Rat, das geweihte Wasser bewährte seine Kraft, und die Nachbarsleute sagten oft zusammen, „Unsere Nachbarn sind ganz anders worden. Man hört nichts mehr.“ –
Merke!

 

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Vorlesung ― http://volkslesen.tv/01-09-blinde-lesen-manfred-hausmann/

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Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY hat noch Ruhetag.

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Dafür ist Frank Toebs in Berlin als Lastenträger unterwegs und wird hiermit empfohlen:

Frank Toebs
entruemplung.de

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So, Freundinnen und Freunde der leichten Muse, das war

WiTzels Tagblatt Nr.

Nr. 68.
Otto Ubbelohde: Illustration zu Grimms Märchen vom Marienkind.

 

Der Herr Kagermeyer auf Reisen

Na, wie auch immer, liebe Sörferinnen und Sörfer, ich weiß ja nicht, von wo Sie und Du hergedüst kommen – jedenfalls muss ich gerade an die Geschichte vom Herrn Kagermeyer denken, der bei einer Kreuzfahrt im Speisesaal seinen Platz einem Franzosen gegenüber hat. Es gibt natürlich französische Tarte am ersten Tag, damit die Geschichte hierher passt, und der Franzose kommt als zweiter an den Tisch, verbeugt sich leicht und sagt: „Bon Appetit!“ – Der Herr Kagermeyer, der die französische Sprache nie gelernt hat, denkt, der gute Mann stellt sich vor, erhebt sich, sagt: „Kagermeyer“, setzt sich hin und beide fangen an zu speisen. Nächsten Tag passiert das gleiche, nur die Speisekarte ändert sich. Dritten Tag dito. Da lernt Herr Kagermeyer einen Landsmann kennen auf dem Schiff und erzählt von diesem Franzosen, der sich jedes Mal beim Mittagessen neu vorstellt. – „Wie heißt er denn?“ – „Bon Appetit.“ – „Ach, das heißt doch >Guten Appetit!<“ – Herr Kagermeyer hat wieder was dazugelernt, rennt zum Mittagessen, der Franzose sitzt schon da.

BON APPETIT!

ruft Herr Kagermeyer freundlich im Dienste der Völkerverständigung. – Der Franzose erhebt sich leicht und antwortet: „KAGÄHR MEYÄHR!“ 😉

Bonn Appetit! - Kagähr Meyähr!
Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, Gott hab sie selig! Mit der heutigen EU haben sie so viel zu tun wie Deutschland mit dem Islam.

Donnerstag, 24. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 67

Donnerstag, 24. April 2014

 

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Ton ab für diesen großen breiten Mann mit seiner kleenen Ukulele (= Hawaianisch für „Hüpfender Floh“) und seiner wunderbaren Stimme, die dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommt,

Israel Kamakawiwo’ole – Over The Rainbow & What A Wonderful World:


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Bild des Tages:

Albert_Anker
Albert Anker: Kinderbegräbnis (1863).

Wir können ja nicht immer nur lachen, außer wenn wir eine Scheibe haben oder ständig bekifft sind, was aufs Gleiche rauskommt. – Deshalb dieses Bild mit seinem Thema unserer Vergänglichkeit. Ich finde es sehr menschenfreundlich und wunderschön. Danke dafür.

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S;=)

Spruch zum Tage und zu unseren No-Go-Areas:

Wo darf man sich in Deutschland auf keinen Fall erwischen lassen, wenn man am Leben bleiben will?

– Im Mutterleib, stimmt.

HERBERT WITZEL.

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Kalendergeschichte nach Heinrich Heine:
DIE DEUTSCHE  BABYKIPPE
Im toten Auge keine Träne,
Sie liegen im Müll, noch ohne Zähne:
„Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch ―
Wir Babys, wir Babys!

Ein Fluch den Deutschen, die uns hassen,
Uns nicht auf die Rote Liste lassen,
Wir kleinen Migranten wurden kaltgemacht,
Statt des Lebens hat uns der Tod gelacht ―
Uns Babys, uns Babys!

Ein Fluch der kranken Kanzlerin,
Denn sie nimmt unser Unglück hin:
Wir starben für ihre Arbeitsstelle
Und wünschen ihr einen Platz in der Hölle ―
Wir Babys, wir Babys!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Hier grünen und blühen Schmach und Schande,
Wir flehen, dass Schulden alle Mörder ersticken,
Die sich vor jedem Banker bücken ―
Wir Babys, wir Babys!“

 

† † †

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Vorlesung ―http://volkslesen.tv/36-12-antiquare-lesen-theodor-storm/

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Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY: Da hab ich gerade keine Zeit für, es geht aber irgendwann weiter. – Derzeit bin ich gerade sehr beschäftigt mit meinem Programm für den 5. Mai 2014, besonders mit dem neuen Lied: ERWIN DER VAMPIR. Erwin der Vampir.

Vielleicht sehen wir uns ja? – Ich würd mich freuen.

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Empfehlung:

Frank Toebs
entruemplung.de

Mittwoch, 23. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 66

Mittwoch, 23. April 2014

 

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Ton ab für eine wunderbare Jazz- und Ragtime-Pianistin, nämlich Stephanie Trick mit Jelly Roll Mortons „Finger Breaker“:

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Bild des Tages:

Carl-Spitzweg
Carl Spitzweg: Jäger, einem Mädchen nachblickend (1875).

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Spruch zum Tage:

Eine Frau lieben und gleichzeitig etwas Vernünftiges tun ist schwer.

LEW TOLSTOI.

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Kalendergeschichte:

„Aber Herr Ober, was ist das denn? Hier sind ja gar keine Stühle!“

„Sie hatten doch auch nur einen Tisch reserviert.“

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Vorlesung

http://volkslesen.tv/09-08-kuenstler-und-lebenskuenstler-lew-tolstoi/

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Fortsetzungsgeschichte: Da bin ich heute leider nicht zu gekommen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…

 

Dienstag, 22. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 65

Dienstag, 22. April 2014

  1. Tagesmusik MARDI GRAS.BB und „Hop Sing Song“; 2. Bild des Tages: Amiet – Apfelernte; 3. Spruch zum Tage aus dem WIENER MUSENALMANACH (1782); 4. Kalendergeschichte Heinrich von Kleist ZWEITER TEIL; 5. Vorlesung Volkslesung; 6. Café Fantasy heute geschlossen.

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Bild und Ton ab für MARDI GRAS.BB und den „Hop Sing Song“:

 

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Ein Dankeschön dafür geht an Dr. Gundolf Krüger in Göttingen.

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Bild des Tages:

Cuno Amiet.
Cuno Amiet: Apfelernte (1907).

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Spruch zum Tage – Adam an Gott bei Evas Anblick:

Adam an Gott bei Evas Anblick:
Kannst du so schöne Sachen
aus meinen Rippen machen,
so nimm, so nimm doch nur noch mehr,
nimm alle meine Rippen, Herr!

WIENER MUSENALMANACH (1782).

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Kalendergeschichte von unserem Gastautor HEINRICH VON KLEIST:

(Ist zwar etwas länger, aber das Lesen lohnt sich.)

Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

TEIL ZWEI

Carl_Spitzweg-Der_Schmetterlingsfänger.

Carl Spitzweg: Der Schmetterlingsfänger (1837).

Mir fällt jener „Donnerkeil“ des Mirabeau ein, mit welchem er den Zeremonienmeister abfertigte, der nach Aufhebung der letzten monarchischen Sitzung des Königs am 23ten Juni, in welcher dieser den Ständen auseinanderzugehen anbefohlen hatte, in den Sitzungssaal, in welchem die Stände noch verweilten, zurückkehrte, und sie befragte, ob sie den Befehl des Königs vernommen hätten? „Ja“, antwortete Mirabeau, „wir haben des Königs Befehl vernommen“ – ich bin gewiß, daß er, bei diesem humanen Anfang, noch nicht an die Bajonette dachte, mit welchen er schloß: „ja, mein Herr“, wiederholte er, „wir haben ihn vernommen“ – man sieht, daß er noch gar nicht recht weiß, was er will. „Doch was berechtigt Sie“ – fuhr er fort, und nun plötzlich geht ihm ein Quell ungeheurer Vorstellungen auf -, „uns hier Befehle anzudeuten? Wir sind die Repräsentanten der Nation.“ – Das war es, was er brauchte! „Die Nation gibt Befehle und empfängt keine“ – um sich gleich auf den Gipfel der Vermessenheit zu schwingen. „Und damit ich mich Ihnen ganz deutlich erkläre“ – und erst jetzt findet er, was den ganzen Widerstand, zu welchem seine Seele gerüstet dasteht, ausdrückt: „So sagen Sie Ihrem Könige, daß wir unsere Plätze anders nicht, als auf die Gewalt der Bajonette verlassen werden.“ – Worauf er sich, selbstzufrieden, auf einen Stuhl niedersetzte. – Wenn man an den Zeremonienmeister denkt, so kann man sich ihn bei diesem Auftritt nicht anders als in einem völligen Geistesbankerott vorstellen; nach einem ähnlichen Gesetz, nach welchem in einem Körper, der von einem elektrischen Zustand Null ist, wenn er in eines elektrisierten Körpers Atmosphäre kommt, plötzlich die entgegengesetzte Elektrizität erweckt wird. Und wie in dem elektrisierten dadurch, nach einer Wechselwirkung, der in ihm inwohnende Elektrizitätsgrad wieder verstärkt wird, so ging unseres Redners Mut, bei der Vernichtung seines Gegners, zur verwegensten Begeisterung über. Vielleicht, daß es auf diese Art zuletzt das Zucken einer Oberlippe war, oder ein zweideutiges Spiel an der Manschette, was in Frankreich den Umsturz der Ordnung der Dinge bewirkte. Man liest, daß Mirabeau sobald der Zeremonienmeister sich entfernt hatte, aufstand, und vorschlug: 1) sich sogleich als Nationalversammlung, und 2) als unverletzlich, zu konstituieren. Denn dadurch, daß er sich, einer Kleistischen Flasche gleich, entladen hatte, war er nun wieder neutral geworden, und gab, von der Verwegenheit zurückgekehrt, plötzlich der Furcht vor dem Schloßherrn und der Vorsicht Raum.

Carl_Spitzweg-Paß.
Carl Spitzeg: „Wo ist der Paß?“ (1855).

Dies ist eine merkwürdige Übereinstimmung zwischen den Erscheinungen der physischen und moralischen Welt, welche sich, wenn man sie verfolgen wollte, auch noch in den Nebenumständen bewähren würde. Doch ich verlasse mein Gleichnis, und kehre zur Sache zurück.

 

 

Spitzweg-Verbotener_Weg
Carl Spitzweg: Spaziergang am Rande des Kornfeldes (Verbotener Weg) (1849).

Auch Lafontaine gibt, in seiner Fabel: les animaux malades de la peste [= die Pest unter den Tieren], wo der Fuchs dem Löwen eine Apologie zu halten gezwungen ist, ohne zu wissen, wo er den Stoff dazu hernehmen soll, ein merkwürdiges Beispiel von einer allmählichen Verfertigung des Gedankens aus einem in der Not hingesetzten Anfang. Man kennt diese Fabel. Die Pest herrscht im Tierreich, der Löwe versammelt die Großen desselben, und eröffnet ihnen, daß dem Himmel, wenn er besänftigt werden solle, ein Opfer fallen müsse. Viel Sünder seien im Volke, der Tod des größten müsse die übrigen vom Untergang retten. Sie möchten ihm daher ihre Vergehungen aufrichtig bekennen. Er, für sein Teil, gestehe, daß er, im Drange des Hungers, manchem Schafe den Garaus gemacht; auch dem Hunde, wenn er ihm zu nahe gekommen; ja, es sei ihm in leckerhaften Augenblicken zugestoßen, daß er den Schäfer gefressen. Wenn niemand sich größerer Schwachheiten sich schuldig gemacht habe, so sei er bereit zu sterben. »Sire«, sagt der Fuchs, der das Ungewitter von sich ableiten will, »Sie sind zu großmütig. Ihr edler Eifer führt Sie zu weit. Was ist es, ein Schaf erwürgen? Oder ein Hund, diese nichtswürdige Bestie? Und: quant au berger«, fährt er fort, denn dies ist der Hauptpunkt: »On peut dire«; obschon er noch nicht weiß, was? »qu’il méritoit tout mal«; auf gut Glück; und somit ist er verwickelt; »etant«; eine schlechte Phrase, die ihm aber Zeit verschafft: »de ces gens la«, nun erst findet er den Gedanken, der ihn aus der Not reißt: »qui sur les animaux se font un chimerique empire«. Und jetzt beweist er, daß der Esel, der blutdürstige! (der alle Kräuter auffrißt), das zweckmäßigste Opfer sei, worauf alle über ihn herfallen, und ihn zerreißen.

Esel (= Opfer).

Ein solches Reden ist wahrhaft lautes Denken. Die Reihen der Vorstellungen und ihrer Bezeichnungen gehen nebeneinander fort, und die Gemütsakte, für eins und das andere, kongruieren. Die Sprache ist alsdann keine Fessel, etwa wie ein Hemmschuh an dem Rade des Geistes, sondern wie ein zweites mit ihm parallel fortlaufendes Rad an seiner Achse.

Das Rad des HImmelswagens.

Etwas ganz anderes ist es, wenn der Geist schon, vor aller Rede, mit dem Gedanken fertig ist. Denn dann muß er bei seiner bloßen Ausdrückung zurückbleiben und dies Geschäft, weit entfernt ihn zu erregen, hat vielmehr keine andere Wirkung, als ihn von seiner Erregung abzuspannen. Wenn daher eine Vorstellung verworren ausgedrückt wird, so folgt der Schluß noch gar nicht, daß sie auch verworren gedacht worden sei; vielmehr könnte es leicht sein, daß die verworrenst ausgedrückten gerade am deutlichsten gedacht werden. Man sieht oft in einer Gesellschaft, wo, durch ein lebhaftes Gespräch, eine kontinuierliche Befruchtung der Gemüter mit Ideen im Werk ist, Leute, die sich, weil sie sich der Sprache nicht mächtig fühlen, sonst in der Regel zurückgezogen halten, plötzlich, mit einer zuckenden Bewegung aufflammen, die Sprache an sich reißen und etwas Unverständliches zur Welt bringen. Ja, sie scheinen, wenn sie nun die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen haben, durch ein verlegnes Gebärdenspiel anzudeuten, daß sie selbst nicht mehr recht wissen, was sie haben sagen wollen. Es ist wahrscheinlich, daß diese Leute etwas recht Treffendes, und sehr deutlich, gedacht haben. Aber der plötzliche Geschäftswechsel, der Übergang ihres Geistes vom Denken zum Ausdrücken, schlug die ganze Erregung desselben, die zur Festaltung des Gedankens notwendig, wie zum Hervorbringen, erforderlich war, wieder nieder. In solchen Fällen ist es um so unerläßlicher, daß uns die Sprache mit Leichtigkeit zur Hand sei, um dasjenige, was wir gleichzeitig gedacht haben, und doch nicht gleichzeitig von uns geben können, wenigstens so schnell als möglich, aufeinander folgen zu lassen. Und überhaupt wird jeder, der, bei gleicher Deutlichkeit, geschwinder als sein Gegner spricht, einen Vorteil über ihn haben, weil er gleichsam mehr Truppen als er ins Feld führt.

Schachbrett.

Wie notwendig eine gewisse Erregung des Gemüts ist, auch selbst nur, um Vorstellungen, die wir schon gehabt haben, wieder zu erzeugen, sieht man oft, wenn offene und unterrichtete Köpfe examiniert werden, und man ihnen, ohne vorhergegegangene Einleitung, Fragen vorlegt, wie diese: Was ist der Staat? Oder: Was ist das Eigentum? Oder dergleichen. Wenn diese jungen Leute in einer Gesellschaft befunden hätten, wo man sich vom Staat, oder vom Eigentum, schon eine Zeit lang unterhalten hätte, so würden sie vielleicht mit Leichtigkeit, durch Vergleichung, Absonderung und Zusammenfassung der Begriffe, die Definition gefunden haben. Hier aber, wo die Vorbereitung des Gemüts gänzlich fehlt, sieht man sie stocken, und nur ein unverständiger Examinator wird daraus schließen, daß sie nicht wissen. Denn nicht wir wissen, es ist allererst ein gewisser Zustand unsrer, welcher weiß. Nur ganz gemeine Geister, Leute, die, was der Staat sei, gestern auswendig gelernt, und morgen schon wieder vergessen haben, werden hier mit Antwort bei der Hand sein. Vielleicht gibt es überhaupt keine schlechtere Gelegenheit, sich von einer vorteilhaften Seite zu zeigen, als grade eine öffentliches Examen. Abgerechnet, daß es schon widerwärtig und das Zartgefühl verletzend ist, und daß es reizt, sich stetig zu zeigen, wenn solch ein gelehrter Roßkamm nach den Kenntnissen sieht, um uns, je nachdem es fünf oder sechs sind, zu kaufen oder wieder abtreten zu lassen: es ist so schwer, auf ein menschliches Gemüt zu spielen und ihm seinen eigentümlichen Laut abzulocken, es verstimmt sich so leicht unter ungeschickten Händen, daß selbst der geübteste Menschenkenner, der in der Hebeammenkunst der Gedanken, wie Kant sie nennt, auf das meisterhafteste bewandert wäre, hier noch, wegen der Unbekanntschaft mit seinem Sechswöchner Mißgriffe tun könnte. Was übrigens solchen jungen Leuten, auch selbst den unwissendsten noch, in den meisten Fällen ein gutes Zeugnis verschafft, ist der Umstand, daß die Gemüter der Examinatoren, wenn die Prüfung öffentlich geschieht, selbst zu sehr befangen sind, um ein freies Urteil fällen zu können. Denn nicht nur fühlen sie häufig die Unanständigkeit dieses ganzen Verfahrens: man würde sich schon schämen, von jemanden, daß er seine Geldbörse vor uns ausschütte, zu fordern, viel weniger, seine Seele: sondern ihr eigener Verstand muß hier eine gefährliche Musterung passieren, und sie mögen oft ihrem Gott danken, wenn sie selbst aus dem Examen gehen können, ohne sich Blößen, schmachvoller vielleicht, als der, eben von der Universität kommende, Jüngling, gegeben zu haben, den sie examinierten.

Heinrich von Kleist.
Heinrich von Kleist.

(Entstanden und geschrieben 1805, veröffentlicht posthum 1878 in der Zeitschrift „Nord und Süd“, herausgegeben von Paul Lindau, und 2014 in „WiTzels Tagblatt“, herausgegeben von Hermann Syzygos.)

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Vorlesung http://volkslesen.tv/41-11-coburger-frauen-lesen-petra-durst-benning/

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Fortsetzungsgeschichte:
CAFÉ FANTASY geht demnächst weiter, heute reicht uns dieser geniale Kleist-Text – siehe oben. Der will erst mal verarbeitet sein, wir sind hier nicht beim Fernsehen, wo das Denken durch Dauerberieselung ausgeschaltet wird. – Wenn mir vor zwanzig Jahren einer erzählt hätte, dass wir für diese Berieselung eines Tages sogar zwangsweise eine zwanghafte Verblödungssteuer bezahlen müssen, also, ich hätte es für Spinne gehalten. Und dass jetzt meine Altersgenossen an diesen Schröpfköpfen sitzen und sich nicht entblöden, immer noch „die Gesellschaft“, die inziwschen aus uns selber besteht, für alles Üble verantwortlich zu machen, das hätte ich erst recht nicht geglaubt.

= = = So, liebe Freundinnen und Freunde des Internets daheim vor den Monitoren, das war WiTzels Tagblatt Nr.

Nummerngirl Julia.
Nummerngirl Julia. DANKE fürs herzerfrischende Lächeln!