Sonntag, 6. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 57

Sonntag, 6. April 2014     =  JUDIKA = das ist verdolmetscht:

Gott, schaffe mir Recht!

PSALM 43,1.

= = =

Heute gibt es den Modetipp gleich vorneweg, denn der ist diesmal für unsere Ableger und die müssen ja früh ins Bett:

 

 

Kleine-Kleinigkeiten.
Dank an Bianca! Du bist toll mit Deinen Einfällen, dass Du es nur weißt…

Mit KLICK geht es hier hin zum Kleine-kleinigkeiten-Blog. 

= = =

S;0)

Und nun Ton ab für Mahalia Jackson: Down By The Riverside.

 = = =

S;=)

Bild des Tages:

 

slingelandt.
Pieter Cornelisz van Slingelandt: Einer jungen Frau reicht eine Alte einen Hahn durchs Fenster (1673). 

= = =

S;=)

Spruch zum Tage:

Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er tatsächlich zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können.

ZSA ZSA GABOR.

= = =

S;=)

Als Kalendergeschichte nehmen wir heute die Fortsetzungsgeschichte vom CAFÉ FANTASY weiter unten.

= = =

Vorlesung ― diesmal aus aktuellem Anlass [Blick auf den Briten J.R.R. Tolkien] englischsprachig:

PS: Falls Sie der englischen Sprache ohnmächtig sind, dann können Sie alles auch auf Deutsch ausführlich nachlesen im SILMARILLION.

Und einen konzentrierten Blick auf Tolkiens Leben mit Zeittafel und ausführlicher Menschenrede zum Film SMAUGS EINÖDE finden Sie in meinem Buch – wenn Sie hier bitte mal herschauen möchten:

Cover Tolkien
TITELBILD – Herbert Witzel: J.R.R. Tolkien; 70 S., mit Abbildungen.

= = =

Morgen am MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens. Aber dafür bin ich dann Montag abend ab 18:30 Uhr LIVE mit „WiTzels Lied- und Lesebühne“ im Film-Kultur-Café Lankwitz.

= = =

WORK IN PROGRESS und Fortsetzungsgeschichte NEU: CAFÉ FANTASY [Arbeitstitel]

Gewidmet allen Menschen, die mehr Phantasie als Geld haben.
Wir starten sinnvollerweise mit dem ersten Kapitel und dieses ist betitelt:

GESTERN

Gestern klang der Zeitmaschinenkongress im Berliner Sportpalast langsam aus und im CAFÉ FANTASY wurde Urs Berger zum ersten Mal dreißig, ohne irgendwem etwas davon zu sagen. Vielleicht war er ja gar nicht so stolz darauf.
Außerdem geschah es gestern zum ersten Mal, dass ihn seine Kollegin Nadia mit einem Boom Boom Boomerang-Blick aus ihren Kastanienaugen voll im Genick erwischte und als er sich umdrehte, stand sie da wie eine 1 und war 28 und zwar schon seit 17 Wochen. Ein richtiges Nummerngirl.
Im Hintergrund behauptete die Musikbox:

Marmor, Stein und Eisen bricht,
aber unsere Liebe nicht!

Tausend Mal hatte Nadia schon die Kassenbons mit den Bestellungen übern Glastresen gereicht und tausend Mal hatte Urs anschließend genickt zu den den tausend Kännchen Kaffee, tausendundeins Tassen Kaffee, tausendundzwei Mal drei Kugeln gemischt mit oder ohne Sahne und so weiter und so fort. Und dann hatte er den ganzen verdammten Kram klargemacht und auf den Tresen hingestellt, wie das sein Job war, und sie hatte all die guten Sachen weggenommen und zu den Gästen hingetragen, wie das ihr Job war, und er hatte die Kassenbons auf den „Erledigt“-Nagel gespießt.

Dam, Dam; DAM, DAM!

Nun stand sie da mit ihrer blonden, für die Arbeit zum Zopf gebändigten Mähne und sie guckte, wie er guckte. Er stellte zum ersten Mal fest, dass sie braune Augen hatte, die brannten wie zwei Braunkohlekraftwerke. Und er guckte wie einer, bei dem gerade sämtliche Sicherungen rausfliegen. Urs bekam am ganzen Körper Pulsschläge und dann fing er an zu schwitzen wie in einer Finnensauna, besonders an den Händen. Er guckte weg, schraubte sämtliche Sicherungen wieder rein und machte die Bestellung fertig.
Nadia gähnte unwillkürlich und ihr Herz gähnte mit. Sie fühlte sich nicht mehr wohl, der blöde Kerl verbreitete schlechte Schwingungen. Dann schwebte sie ab mit zwei Mal Pfirsich Melba.
Urs flüchtete zur Seele vom CAFÉ FANTASY, zu der coolen Eismaschine, die gerade Schokosplit am Durchfrieren war. Er nahm den Plastikdeckel ab und hielt seine heißen Hände über den rotierenden Bottich, aus dem die Kälte dampfte.
Das tat richtig gut. Er war froh, als die Pulsschläge nachließen und wieder Ruhe einkehrte. Welches Mädchen mag denn schon mit einem Mann zu tun haben, der schwitzen muss wie ein Schwein?
Anschließend trafen Nadia und er durch das Betriebsgeschehen wieder zusammen in der sogenannten „Küche“. Sie bestand aus einem zwo mal drei Meter großen Hartfaserpappkabuff, das mitten im CAFÉ FANTASY an der Wand klebte wie ein Schwalbennest.
„Ganz schön still, wenn keiner was sagt“, sagte Nadia. Es klang giftig. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Die Musikbox schwieg dito. Also stand er auf, ging raus, warf zwei Groschen ein und wählte Verdis Gefangenenchor aus Nabucco:

Teure Heimat, nach dir geht mein Sehnen,
Nur für dich glänzt im Auge die Träne,
Teure Heimat, wann sehn ich dich wieder?

Dann setzte er sich wieder in die Küche und sprach: „Das ist Verdis Gefangenenchor aus Nabucco.“
Sie saß auf diesem halbhohen Regal und baumelte so geistesabwesend mit den Beinen, dass er plötzlich einen Tritt bekam, weil sie dachte, wenn er sowieso aus Holz ist, dann tut ihm das nicht weh.
Er schaute auf und stellte fest, dass Nadia eine verschärfte Braut war, doch das wusste er ja nun schon. Hübsche Beine hatte sie also auch noch.
„Entschuldigung“, sagte sie. „Nabucco heißt eigentlich Nebukadnezar und der Chor singt den Psalm 137, die Klage der Gefangenen zu Babel.“
Er schwieg. Er wollte um alles in der Welt nicht wieder zu schwitzen anfangen und wurde ganz Ohr für die Musikbox.
„Ich hab gehört, Urs, du hast studiert“, sagte Nadia.
„Was, das konntest du hören?“, krächzte er stimmbrüchig.
Sie griff zu diesem weinroten Buch, wo sie immer reinpeilte, wenn nichts zu tun war, und redete weiter: „Sag mal, ist Metanoia eigentlich das gleiche wie Recycling?“
„Paranoia?“
„Metanoia.“
In seinem Hirn legten die grauen Zellen eine Sonderschicht ein und erinnerten ihn: Dieses Wort hieß so viel wie Buße oder Umkehr oder weiß der Geier was. Dazu fiel ihm nichts ein, außer dass er dringend nach der Eismaschine gucken musste…

Wird fortgesetzt. Es kommt noch besser! – Bald geht die Sache weiter.

= = =

So, meine verehrten Damen und geschätzten Herren, dies war

WiTzels Tagblatt Nr.

Villa Del Casale.
Hier sehen Sie übrigens Harpastum, die römische Form von (Frauen)-Handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale, Quelle: Wiki.

Und weil wir gerade bei SEHEN sind: Vielleicht sehen wir uns ja morgen abend im Film-Kultur-Café Lankwitz bei WiTzels Lied- und Lesebühne?

Ich würde mich jedenfalls freuen!

 

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Ein Gedanke zu “Sonntag, 6. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 57

  1. Pingback: Freitag, 16. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 86 | Herbert Witzel

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