Donnerstag, 10. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 60

Donnerstag, 10. April 2014 –

Also, die Bilder gefallen mir nicht so unbedingt, doch der harte Rock’n’Roll hat was. Empfehlung: Augen zu, Lauscher auf und dann Ton ab für „Stand By Me“, dargeboten von Motorkopf LEMMY KILMISTER:

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S;=)

Bild des Tages – ein Zufallsfund von heute, hab gar nicht gewusst, dass es in Neukölln (Britz gehört dazu) solche Feste gab:

Ansichtskarte Britz 1906.
Britz, Schwing- und Älplerfest. Ansichtskarte von 1906. Und das alles ohne EU…

(Bildquelle: Zeno.org; gemeinfrei.)

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S;=)

Spruch zum Tage:

Die Bürokratie ist es, an der wir alle kranken.

OTTO VON BISMARCK, Gründer des Sozialstaates.

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S;=)

 

Kalendergeschichte – heute eine Backstage-Produktion von WiTzels Lied- und Lesebühne.

Letzten Montag, 7. April 2014, waren wir in Lankwitz bzw. in Lichterfelde Ost – ich sag mal WiR, weil WiR zu mehrererereren waren – siehe Standbild kurz vorm Anfangen im Film-Kultur-Café Lankwitz: Anbei ein Dreierpack (akademisch: Tryptichon) mit Fotos Lothar Schneebergers vom Montag abend im Film-Kultur-Café Lankwitz: , mit – von links nach rechts auf dem oberen Breitwandbild – Trödelheinz (er trug Gedichte seines Vaters vor, des Wunsiedler Heimatdichters Georg Benker), Mario Schulz, Johann Leschinkohl (Hrg. des „Neuköllner Dschungel – Zeitschrift für Kiez und Kultur“), Lydia Reining (Gitarre & Gesang), Angela Schulz, ich.
Übrigens wurde auch die Anzeige auf der Café-Homepage verbessert vorher, will ich noch sagen und mich dafür bedanken. Es geht also aufwärts…

Fotos Lothar Schneeberger.
Fotos: Lothar Schneeberger.

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Vorlesung http://volkslesen.tv/44-08-mensaner-lesen-jostein-gaarder/

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Fortsetzungsgeschichte: CAFÉ FANTASY – HEUTE

HEUTE
Heute ist Dienstag, der 7. Juni 1977.
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt Jimmy Carter. Helmut Schmidt ist Bundeskanzler.
In den Kinos läuft schon die 9. Woche „Marathon Man“ mit Dustin Hoffman.
Urs Bergner wohnt seit über fünf Jahren in SO 36, Schlesische Straße 14, linker Seitenflügel, parterre, Ofenheizung, anderthalb Zimmer, Küche, Außentoilette. Er bringt seinen Müll weg auf den Hinterhof, der immerhin zwölf mal zwanzig Meter misst, und das war schon ein Riesenfortschritt gegenüber der Bauordnung von 1853, die mindestens 5,34 Meter im Quadrat als Mindestmaß festschrieb — so viel Platz brauchte eine Feuerwehrspritze, um wenden zu können. Die Jurastudentin im Quergebäude hört mal wieder AFN, den amerikanischen Soldatensender.
„Ladies and Gentlemen“, tönt es jetzt aus den offenen Doppelfenstern der angehenden Juristin, „ich möchte Ihnen jetzt einen Song bringen, der eine kleine, sehr vernünftige Geschichte erzählt:
Awopbopaloobop — alopbamboom!
Tutti frutti! All rootie!
Tutti frutti! All rootie!
Awopbopaloobop — alopbamboom!“
Elvis lebt noch.
Maria Callas auch.
Nadia hat sich krank gemeldet.
Seine Kollegin ließ ihn also im Stich, wie er feststellte, als er im CAFÉ FANTASY am Richardplatz zur Arbeit antrat. In der Pappküche hing an einem Vorkriegshaken dieser Spiegel, den sie mitgebracht hatte, um ihre blonden Locken ordnen zu können. Weil Urs größer war als sie, musste er die Knie einknicken, um sich ins Gesicht sehen zu können. Sein Haar war zwar auch blond, aber dunkel, sturmfest und erdverwachsen. Dafür strahlte seine weiße Kellnerjacke wie frisches Zitroneneis. Kostete ihn auch jede Woche fünf Mark für den Wäscheverleih. Er seufzte und warf mit müdem Schwung — Privatgeld hinterm Tresen war im CAFÉ FANTASY verboten — sein Portemonnaie in die blau-weiße Alditüte mit dem Berliner ABEND von heute und der schwarz-weiß-roten Schlagzeile, dass die Schauspielerin Zsa Zsa Gabor ihre siebte Ehe eingegangen war. Diesmal hatte es oder sie den Rechtsanwalt Michael O’Hara erwischt. „Männer“, so wurde sie zitiert, „sind wie Kinder mit langen Hosen und Brieftaschen.“
Über Frauen sagte Frau Gabor gar nichts. Aber dafür sagte Marcel Aymé etwas eine Seite weiter im Feuilleton des ABEND:

Frauen sind eine raffinierte Mischung zwischen Brandstifter und Feuerwehr.

Gut gesprochen, fand Urs. Dann war es doch kein Wunder, wenn er wegen denen so ins Schwitzen kam. Auf dem Kühlschrank lag, eingeschlagen in weinrotes Packpapier, dieses Buch, in das Nadia immer reingepeilt hatte, wenn nichts zu tun und zu reden war.
Das CAFÉ FANTASY gähnte so leer wie Urs Bergners Postscheckkonto. Urs schlug den Schmöker mal kurz verstohlen auf, etwas weiter hinten wie beim Krimi, und er las:

Mein Lieber, ich will, dass es dir in allen Dingen gut geht und du gesund bist, so wie es deiner Seele gut geht.

Wird fortgesetzt. Es kommt noch besser – bald geht die Sache weiter.

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Donnerstag, 10. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 60

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