Freitag, 25. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 68

Freitag, 25. April 2014

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Ton ab für


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Bild des Tages:

 

BANKSY
BANKSY: Waschtag (Graffiti Street Art).

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Spruch zum Tage:

Für einen guten Witz soll man eine Million gewöhnlicher Jamben hingeben.

FRIEDRICH HEBBEL, der Maurer lernte und sich zum guten Schriftsteller entwickelte.

 

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Kalendergeschichte:

JOHANN PETER HEBEL

Mittel gegen Zank und Schläge   (1814)

Zwei Eheleute nicht weit von Segringen, lebten miteinander in Friede und Liebe, abgerechnet, daß sie bisweilen einen kleinen Wortwechsel bekamen, wenn der Mann einen Stich hatte. Alsdann gab ein Wort das andere. Das letzte aber gab gewöhnlich blaue Flecke. Zum Beispiel „Frau“, sagte der Mann, „die Suppe ist weder nicht genug gesalzen und ich hab dir’s doch schon so oft gesagt.“ Die Frau sagt: „Mir ist sie so eben recht.“ Der Mann bekommt etwas Röte im Gesicht.: „Du unverständiges Maul, ist das eine Antwort einer Frau gegen ihren Mann. Soll ich mich nach dir richten?“ Die Frau erwidert: „Draußen in der Küche ist das Salzfaß. Ein andermal koch dir selber oder sieh, wer dir kocht.“ Der Mann wird flammenrot und wirft der Frau die Suppe samt dem Teller vor die Füße. „Da, friß die Tränke selber.“ Jetzt geht’s der Frau auf, wie wenn man ein Stellbrett aufzieht, und das Wasser fließt in die Läufe und alle Mühlenräder gehn an, und sie überschüttet ihn mit Schmähungen und Schimpfnamen, die kein Mann gern hört, am wenigsten von einer Frau, am allerwenigsten von seiner eigenen. Der Mann aber sagt: „Ich seh schon, ich muß dir den Rücken wieder ein wenig blau anstreichen mit dem hagebuchenen Pinsel.“ – Solcher Liebkosungen endlich müde, ging die Frau zu dem Pfarrherrn und klagte ihm ihre Not. Der Herr Pfarrer, der ein feiner und kluger junger Mann war, merkte bald, daß die Frau durch Widersprechen und Schimpfen gegen ihren Mann selber schuld an seinen Mißhandlungen sei. „Hat Euch mein seliger Vorfahr nie von dem geweihten Wasser gegeben?“ sagte er. „Kommt in einer Stunde wieder zu mir!“ Unterdessen goß er reines, frisches Brunnenwasser in ein
Fläschlein, das ungefähr einen Schoppen hielt, versüßte es mit Zucker und ließ ein Tröpflein Rosenöl darein träufeln, daß es einen lieblichen Geruch gewann. „Dieses Fläschchen“, sagte er zu ihr, „müßt Ihr in Zukunft immer bei Euch tragen, und so Euer Mann wieder aus dem Wirtshaus kommt, und will Euch Vorwürfe machen, so nehmt ein Schlücklein davon und behaltet’s im Munde bis er wieder zufrieden ist. Alsdann wird seine Wunderlichkeit nie mehr in Zorn ausbrechen, und er wird Euch keine Schläge mehr geben können.“ Die Frau befolgte den Rat, das geweihte Wasser bewährte seine Kraft, und die Nachbarsleute sagten oft zusammen, „Unsere Nachbarn sind ganz anders worden. Man hört nichts mehr.“ –
Merke!

 

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Vorlesung ― http://volkslesen.tv/01-09-blinde-lesen-manfred-hausmann/

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Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY hat noch Ruhetag.

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Dafür ist Frank Toebs in Berlin als Lastenträger unterwegs und wird hiermit empfohlen:

Frank Toebs
entruemplung.de

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So, Freundinnen und Freunde der leichten Muse, das war

WiTzels Tagblatt Nr.

Nr. 68.
Otto Ubbelohde: Illustration zu Grimms Märchen vom Marienkind.

 

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