Sonntag, 18. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 88

Sonntag, 18. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 88

 

  1. Tagesmusik: Sarah Kaiser;
  2. Bilder des Tages: Schwedenheim und Schloss Glücksburg;
  3. Spruch zum Tage von Therese von Ávila;
  4. Kalendergeschichte;
  5. Vorlesung, Ephraim Kishon;
  6. Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY am Richardplatz.
  7. Besondere Schmakazie ist was Preiswertes zum Anziehen für die Damen: ein Shrug von Blancas Blog kleine kleinigkeiten…

= = =

Morgen bzw. MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

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Heute ist der Sonntag KANTATE! = „Singt dem HERRN ein neues Lied!“

Warum eigentlich? = Singt dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98,1).

= Sie tut es. Ton ab für Sarah Kaiser aus Berlin, diesmal im hohen Norden:

 

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S;=)

Bild(er) des Tages:

Weil Sarah Kaiser in Flensburg am Singen ist, folgt hier und jetzt ein Bild vom Schwedenheim mitten in Flensburg, das die Schweden 1950 für deutsche Kinder gestiftet haben.

Schwedenheim.
Schwedenheim in Flensburg.

Jetzt wird’s persönlich, aber das muss auch mal sein: Dieses Heim wurde nämlich eine Zeitlang von Elisabeth Wolff geleitet, Gott hab sie selig. Und weil Elisabeth Wolff eine Schwester meiner Mutter war, durfte ich sie dort in den 50ger Jahren als kleener Piepel von meiner Geburtsstadt Braunschweig aus besuchen, es war die allererste Allein-Reise meines Lebens überhaupt. Und ich hab wunderschöne Tage im Flensburger Schwedenheim verbracht. Einmal haben wir Schloss Glücksburg besucht, das es inzwischen sogar schon zwei Mal als Motiv auf eine Briefmarke geschafft hat. Tja, so klein ist die Welt:

Glücksburg-Briefmarke.
1977.
Zweite-Marke.
2013.

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S;=)

Spruch zum Tage:

Solo Dios basta = Gott allein genügt.

THERESE VON ÁVILA.

= = =

S;=)

Kalendergeschichte:

Theresia von Ávila war eine spanischen Kirchenlehrerin aus dem Karmelitenorden. Sie lebte von 1515 bis 1582. Ständig Ihr Leben lang machte ihr eine schwache Gesundheit zu schaffen. Sie empfand das Klosterleben empfand sie als anziehend und zugleich als bedrückend. „Der Böse gaukelte mir vor“, so sagte sie, „dass ich die Härten des Klosterlebens nicht ertragen könnte, weil ich so verwöhnt sei. Dagegen verteidigte ich mich mit den Leiden, die Christus durchgemacht hatte, weil es da nicht viel bedeuten würde, dass ich ein paar für ihn erlitt.“

Teresa von Avila lebte von 1515 bis 1582. Sie gründete den Orden der Barfüßigen Karmeliterinnen. 1944 ernannte man sie zur Schutzpatronin der Schachspieler. 1970 erhob der Papst sie zur Kirchenlehrerin.

Auf das Schachspiel kommen wir am Dienstag wieder zurück, wenn der HERR will und wir leben.

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Vorlesung

http://volkslesen.tv/11-13-melancholie-und-tanzende-grossmuetter-ephraim-kishon/

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Fortsetzungsgeschichte aus dem CAFÉ FANTASY am Richardplatz:

Wir erinnern uns: Nach dem Dumme-Jungen-Streich einer Rundmail des Inhalts „Es ist alles herausgekommen“ sind „unsere“ Politiker schlagartig verschwunden und drei Berliner Senatoren haben Selbstmord gemacht. Im Bundestag wurden die „Partei-schlägt-sich-Partei-verträgt-sich“-Sitzungen von einer polnischen Schauspieltruppe sehr preisgünstig übernommen, weshalb das Fehlen der MdBs nicht so schnell auffiel.

Dadurch herrscht heute, am Sonntag nachmittag, eine ziemlich besinnliche Stimmung im CAFÉ FANTASY. Frau Veronika Mewes-Ritter (81) hatte inzwischen wieder geheiratet und hieß jetzt Mewes-Fischer, weil sie endlich einen Mann gefunden hatte mit noch mehr Falten im Gesicht als sie selber. „Und seine ollen Schuhe, mit denen er nach unten getreten hat, wie sich das für Radfahrer gehört, also, diese Latschen sind sogar ausgestellt“, sagte sie stolz.

Aushilfskellner und Eismatscher Urs Bergner (30) war mit seinen Gedanken allerdings woanders. Seine Träume und Sehnsüchte hatte er ein Lied gepackt und dieses Lied genauso mitgebracht wie seine Gitarre, die er noch zu D-Mark-Zeiten in der Schwarzwälder Hermann-Hesse-Stadt Calw für einen Tausender gekauft und in einen unauffälligen schwarzen Koffer gepackt hatte, der noch einmal einen Hunderter fraß. Wie er in den Schwarzwald kam, das ist eine Geschichte, die jetzt hier den Rahmen des Monitors und den Zeitrahmen dito sprengen würde. Deshalb erzählen wir das mal bei einer anderen Gelegenheit.

„Sie haben ja eine Gitarre“, stellte Frau Mewes-Fischer bewundernd fest. „Ist so ein Saiteninstrument eigentlich schwer zu spielen?“

„Das Wichtigste ist, dass die Gitarre stimmt, Veronika, sonst macht das Spielen keinen Spaß. Ich musste mir erst mal die Saiten merken.“ Urs schlug die Saiten einzeln nacheinander an: „1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 – haben Sie mitgezählt, Frau Mewes-Fischer, ich meine Veronika?“

„Nein“, sagte Veronika.

„Na, wie auch immer, wenn Sie mitgezählt hätten und gewusst hätten, dass jede Gitarre nach der neuen ISO-Norm sechs Saiten haben muss, dann hätten Sie mitbekommen, dass die Gitarre stimmt, denn die Quersumme all ihrer Saiten ergab 6“, erklärte Urs.

„Sex? Das verstehe ich als frischgebackene Ehefrau“, nickte Veronika. „Dann nehmen Sie also nachts immer Ihre Gitarre mit ins Bett, Garçon. Nun, wir sind ja tolerant in Berlin und gönnen jedem seine eigene geschlechtliche Identität.“ Frau Mewes-Fischer lächelte lüstern. „Welche Rolle übernehmen Sie denn dann? Sind Sie der Kontrabass?“

„Weil Sie eine emanzipierte Frau sind, Veronika“, knurrte Urs, „darf ich Ihnen hoffentlich sagen, dass Sie eine Menge Blödsinn zusammenreden. Wenn Sie allerdings nicht emanzipiert sind und ich Kavalier sein muss, dann nehme ich das sofort zurück und würde mal sagen, es sind Geräusche alternativer praktischer Intelligenz, die Sie da von sich geben.“

„Wenn Sie ein Kavalier wären, dann würden Sie mir jetzt auf der Gitarre einen Ständer bringen, ich meine ein Ständchen“, entgegnete sie. „Also, Garçon, warum singen Sie mir nichts vor?“

„Ja, warum eigentlich nicht?“, stellte Urs die Gegenfrage und wunderte sich, dass er da nicht gleich drauf gekommen war:

„Wenn ich montags in mein Kino geh‘
und im Film die feinen Leute seh‘,
denk‘ ich immer wieder: Könnt‘ ich mal,
ach, könnt‘ ich mal genauso glücklich sein!
Alle Tage Sekt und Kaviar,
und ein Auto und ein Schloss sogar!
wünsch‘ ich mir in meinen kühnsten Träumerei’n.
Auf dem Sieben-Euro-fünfzig-Platz
sehn‘ ich mich nach einem süßen Schatz,
die genauso wie im Film am Schluss
mich glücklich machen muss.
Wenn ich montags in mein Kino geh‘
und den Himmel voller Geigen seh‘,
träum‘ ich noch am Dienstag früh:
Einmal leben so wie die –
doch zu so was kommt man nie!

Schade eigentlich.“

Frau Mewes-Fischer applaudierte und rief dann begeistert: „Das hab ich aber schon mal von den Comedian Harmonists gehört und von Herbert WiTzel im Film-Kultur-Café Lankwitz bei WiTzels Lied- und Lesebühne!“

Wird fortgesetzt. Es kommt noch besser, bald geht die Geschichte weiter im CAFÉ FANTASY und wir erfahren, wie es Urs beim Einkaufen im RingCenter an der Frankfurter Allee ergangen ist, die früher Stalin-Allee hieß nach dem großen Vorbild von Frau Mewes-Fischers neuem Ehemann, der jetzt so alt aussieht. – Direkt gegenüber vom CAFÉ FANTASY befindet sich auf dem Richardplatz die alte Dorfschmiede übrigens, die wir hier abbilden, damit Sie sehen und wissen, wovon ich rede überhaupt:

Schmiede-Richardplatz.

Weil die Dorfschmiede in der Mitte vom Richardplatz steht, liegt sie eigentlich allen Häusern am Richardplatz direkt gegenüber, nicht nur dem CAFÉ FANTASY – aber da bin ich eben erst drauf gekommen.

Und noch ein kleiner Tipp am Rande:

Frank Toebs
entruemplung.de

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Nun kommen wir zum Outfit:

Shrug.
„Shrug“ – Abb. kleine kleinigkeiten Blog.

Wenn Sie hier bitte auf diesen Link klicken:

http://kleinekleinigkeiten.wordpress.com/2014/05/13/shrug-your-shirt/#more-3791

= = =

So, das war WiTzels Tagblatt Nr.

Nr 88
Repro und Design: Archiv Syzygos.

 

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