Freitag, 13. Juni 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 109

Freitag, 13. Juni 2014

Heute abend bin ich in Schöneberg zugange mit dem NEUKÖLLNER DSCHUNGEL und lade Euch alle herzlich dazu ein – LYDIA REINING ist auch dabei,

LYDIA.
LYDIA (Foto: Lothar Schneeberger).

am Klavier diesmal. Es lohnt sich!

13-6-Neukölln_Abend.

Freitag, 13.6., in Schöneberg.

  1. Tagesmusik Herbert-Friedrich WiTzel;
  2. Bild des Tages: Giovanni Bellini;
  3. Spruch zum Tage von Charles Bukowski;
  4. Kalendergeschichte, diesmal aus der Welt der Schiffbrüchigen;
  5. Vorlesung, Arno Geiger;
  6. Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY – Folge 23.

= = =

Nächsten MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

= = =

1. Ton ab für – nun ja, für mich:

 

 

Heute abend in Schöneberg hören Sie und Du und wir noch mehr davon…

= = =

S;=)

2. Bild des Tages:

Bellini-Frau_vorm_Spiegel.
Giovanni Bellini: Junge Frau bei der Toilette (1515).

Das Porträt dieser Frau, die sich schön macht – dabei ist sie es schon -, dieses Porträt gehört zu den Lieblingsbildern des Schauspielers und Autors Burkhard Driest. Verständlich.

= = =

S;=)

3. Spruch zum Tage:

Wenn eine verschärfte Braut auf einen Einsiedler trifft, muss einer von beiden sich ändern.

CHARLES BUKOWSKI, „439 Gedichte“.

charles-bukowski.
Charles Bukowski.

= = =

S;=)

4. Kalendergeschichte:

Zwei Schiffbrüchige landen auf einer einsamen Insel. „Ojeh, ojeh“, jammert der eine, „wir sind verloren.“

„Kopf hoch!“, tröstet ihn der andere. „Sie suchen und finden uns.“

„Bist du sicher?“

„Ja, ganz sicher – ich schulde dem Finanzamt noch anderthalb Millionen Euro.“

S;=)

= = =

5. Vorlesung http://volkslesen.tv/30-11-buergermeister-und-buchhaendler-arno-geiger/

 

= = =

6. Fortsetzungsgeschichte: CAFÉ FANTASY – Folge 23

No-Go-Areas und Area To Go
Vorhin mache ich mich von Woolworth aus auf den Heimweg längs die Hermannstraße lang in Richtung Wartheplatz „per pedes apostolorum“, wie die Akademiker sagen ― das heißt verdolmetscht „auf Apostelfüßen“ ―, weil zwischen Boddinstraße und Hermannstraße die U-Bahn derzeit nicht fährt.

Foto: LA.
Foto: Lutz Anders.

An der nächsten Straßenecke mit Fußgängerampel findet gerade ein Polizei-Einsatz statt wegen irgendwas. Als ich näher komme, sehe ich, da ist ja gar kein Verbrechen oder Auto-Crashtest passiert, sondern die Polizisten bilden einen schützenden Ring um Rettungssanitäter, die einen orangenen BSR-Mann für den Krankentransport auf der Bahre vorbereiten. Wie ich mitkriege aus den Äußerungen redseliger Frauen, ist der Straßenfeger bei seiner Arbeit so unglücklich gestürzt, dass er sich dabei den Schädel völlig aufgeschlagen hat. Es gibt in Berlin wahrlich genug Tretminen, auf denen ein Fußgänger ausrutschen kann, aber das will ich hier nicht zum Thema machen.
Ich wurde „durch die normative Kraft des Faktischen“, wie die Akademiker sagen ― das heißt verdolmetscht soviel wie: „durch das Leben und die gesetzgebende Wirklichkeit“ ―dran erinnert, dass in bestimmten Gegenden unserer Landeshauptstadt die Rettungskräfte nur noch unter Polizeischutz tätig werden. Das kann ich verstehen. In der Vergangenheit hat es genug „normative Kraft des Faktischen“ gegeben, wenn zusammengeführte arabische „Großfamilien“ oder afrikanische „Asylbewerber“ auf Sanitäter oder Feuerwehrleute losgegangen sind mit der Hemmungslosigkeit, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Das verstehe ich ebenfalls, denn wir benehmen uns im Urlaub auf dem „Ballermann“ auch anders als daheim und lassen dann gern die wilde Sau raus.
Was ist zu tun?
Am besten ist ein Erholungs-Kurzurlaub im Regierungsviertel. Dieses Viertel gehört zu den Gegenden, wo bei Gefahr im Verzuge die Berliner Polizei sofort auf der Matte zu stehen hat, sonst kriegen ihre hohen Tiere großen Ärger mit den noch höheren Tieren auf der Orwell-Farm. In diesem gut gepflegten Viertel gibt es keine Dresche für den Sanitätsgefreiten Neumann, sondern ein Hoch – wir erinnern uns: „…ein dreifach Hoch dem Sanitätsgefreiten Neumann,/der, schon lang ist’s her,/den Autoreifen hat erfunden!/Früher blieb man auf der Strecke,/Gummi gab’s für andre Zwecke./Heute wendet jedermann/Neumanns Autoreifen an.“
Hier in diesem Planquadrat werden weder Autos abgefackelt noch kriegen Kinder Rauschgift oder Schläge angeboten, wenn sie aus der Kita kommen. ― Allerdings dürfen wir jetzt nicht übermütig werden, liebe Leserinnen und Leser, und etwa gar auf den Gedanken verfallen, wir könnten dort unsere eigenen Kinder betreuen lassen oder gar die eigene Staatskarosse auf einem geschützten Parkplatz abstellen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat und in einer parlamentarischen Demokratie, da sind solche geschützten Lebensräume nur für wirklich wertvolle Menschen mit wirklich wertvollen Dienstwagen und wirklich wertvollen Kindern vorgesehen.
Wir dürfen dort aber immerhin den Bürgersteig benutzen, deswegen heißt er ja auch so. Hin und wieder mache ich auf diesem Bürgersteig selber gern einen Spaziergang und genieße die ungewohnte gefühlte Sicherheit. Leider gibt es diese Sicherheit nicht als „Safety To Go“ zum Mitnehmen und mit Platziert werden sieht es vor Ort auch eher schlecht aus. Sämtliche Büros, Dienstwohnungen und Gästezimmer sind schon reserviert. Sogar im Schloss Bellevue, wo die Mieter regelmäßig wechseln, ist zur Zeit jedenfalls gerade nix frei für Neuköllner zum Einziehen. Dabei ist doch so viel Platz in Deutschland, wie Bundespräsident Gauck gestern den Indern erzählt hat, aber eben nicht für alle und nicht überall.
Doch für einen Spaziergang, wie gesagt, kann ich diese Area To Go uneingeschränkt weiterempfehlen. Noch besser wird es, wenn Bundespräsident Gauck dort das Begrüßungsgeld wieder einführt, an das er sich noch sehr gern erinnert, wenn er von „Willkommens-Kultur“ spricht.

Schloss Bellevue.
Schloss Bellevue – auch nachts so sicher und gut ausgeleuchtet wie am Tage. Foto: Wikipedia.

 Hier wohnt bei Vollmond Erwin der Vampir … Erwin der Vampir.

Heute abend im DanTra’s hören Sie und Du und wir von mir noch mehr von ihm.

 

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