Herzlichen Glückwunsch zu Weihnachten,

liebe Surferinnen und Surfer!
Besonders freue ich mich heute, dass wir nicht unseren Bundespastor Jochen Gauck samt seinen Forderungen, Anreizen, Toleranz-Nachtritten usw. usf. feiern müssen, sondern JESUS CHRISTUS zum Geburtstag gratulieren dürfen!

Krippe
Bildquelle: Wikipedia.

Der Engel, der nicht als gut bezahlter Referent im Schloss Bellevue oder im Palast des Herodes erschien, sondern umsonst und draußen auf dem Feld bei simplen Hirten, dieser Engel forderte keine Kriegseinsätze, sondern verkündete „Friede auf Erden allen Menschen, die guten Willens sind“.

Engel_und_Hirten.
Verkündigung an die Hirten. (Bildquelle: Perikobenbuch Heinrichs II.)

Dazu passt das wunderschönes Lied

I Want To Be Like Jesus In My Heart

von Blind Lemon Jefferson, hier singt es Robert Weideli (allerdings englischsprachig, ich arbeite an einer deutschen Fassung):

 

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Fjodor Dostojewski und Pegida

Fjodor_Dostojewski
Dostojewski, 1872. Er stellte in diesem Jahr seinen Roman „Die Dämonen“ fertig. Porträt von Wassili Perow. (Bildquelle: Wikipedia.)

Dostojewski war kein Mainstream, er konnte nie immer und überall nur mit den Guten tuten.

1.-Januar_1849
Scheinhinrichtung am 1. Januar 1849. (Bildquelle: Wikipedia.)

Deshalb gab es am 1. Januar 1849 eine Scheinhinrichtung für ihn und er landete in Sibirien wegen mangelnder politischer Korrektheit.

Anna_Dostojewskaja.
Anna Dostojewskaja um 1870. Bildquelle: Wikipedia.

Später, als freier Mann seiner heißgeliebten Anna, sprach er bei Puschkins Beerdigung darüber, dass nur ein guter Russe auch ein guter Weltbürger sein kann.
Solange Dostojewskijs Herz lebendig war, schlug es für „die Erniedrigten und Beleidigten“.
Preisfrage: Wo findet er diese Randgruppe heute wohl?
Im Bundestag

Bundestsag.
Bildquelle: Archiv Syzygos.

oder in Dresden bei der „von niedrigen Instinkten getriebenen Mischpoke“ (Cem Özdemir)?

Pegida Wweihnachten.
Bildquelle: Facebook.

DEM DEUTSCHEN VOLKE

„DEM DEUTSCHEN VOLKE“ war gestern.

Bundestsag.
Bildquelle: Archiv Syzygos.

Heute heißt das: „DEN DEUTSCHEN AKADEMIKERN“.

Oder wie es ein MdB (= Mitglied der Bundestagsbediensteten) mal ausgedrückt hat:

Der Bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer.

 

Lambsdorff (Otto, FDP).

Allerdings wollen wir damit damit nun weder Juristen noch Pastoren noch Physikerinnen diskriminieren, sondern menschliches Verständnis dafür wecken, dass ein vorbestrafter Koch, der öffentlich andere Meinungen vertritt als die sogenannte „Bundesanstalt für politische Bildung“, dass also so einer nur eine einzige Dialogform angeboten bekommt, nämlich runde Tischplatten vor die Fresse:

Rattenfänger.

SPD-Kraft
Bildquelle: Wiki.

(NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, SPD. Sie guckt ja ganz lieb, so isses nich …).

Und die Ratten, die er fängt, kommen natürlich auch nicht besser weg, mangels Doktorhüten und Bundesverdienstkreuzen:

Schande für Deutschland, widerwärtig und abscheulich.

Justizminister.
Bildquelle: Wiki.

(Justizminister Heiko Maas, SPD).

Um jetzt hier mal Kater Carlo aus dem Sack zu lassen und die Schande öffentlich an den Pranger zu nageln, ein Link zum Bösen (Anklicken wenn überhaupt, dann aber bitte auf eigene Gefahr hin! – Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte Ihren zuständigen Dr., Prof. und/oder Innenminister):

http://www.menschen-in-dresden.de/wp-content/uploads/2014/12/pegida-positionspapier.pdf

Damit Sie nicht auf dumme Gedanken kommen, um was es sich hierbei handeln könnte, zitieren wir die toleranzgetränkten, vorurteilsfreien Argumente eines Nachhilfelehrers:

Bei den Verfassern handele es sich um

von niederen Instinkten getriebene Mischpoke.

Grüner Bereich.
Hier mit seiner Sozia Claudia Roth. Bildquelle: Wiki.

(Cem Özdemir aus dem Grünen Bereich).

Und auch im Bundeskanzleramt, acht Mal so groß und acht Mal so wichtig wie das Weiße Haus in Washington, erhebt die Hauptdarstellerin ihre Stimme: „In Deutschland ist kein Platz für Hetze und Verleumdung“ (Angela Merkel, CDU).

BKA
BKA (Bundeskanzleramt). Bildquelle: Wiki.

Damit sich kein Islamist in seinen religiösen Gefühlen unangenehm berührt fühlt, richtet die Kanzlerbeamtin ihr Medienmegafon dabei eindeutig nach Dresden und nicht nach Kreuzberg, Neukölln oder gar ins Ruhrgebiet. Kleine Anekdote am Rande: In Essen konnten sich die Kommunalpolitiker 2014 nicht einigen über den Standort für die nächsten Asylbewerberheimstätten und machten deshalb erst mal Sommerpause. Dadurch entstandene Mehrkosten bzw. Verluste als Spesenrechnung fürs NRW-Finanzamt: 800.000 EUR mindestens. Inzwischen ist der Essener Bedarf angestiegen auf 14 „Übergangsheime“, geschätzte Rechnung an Zahlemann Steuerbürger für die nächsten drei Jahre: Einrichtung 40.000.000 EUR; Mieten 10.000.000 EUR. Konzepte und Obergrenzen bei der „Zuwanderung“: Keine, denn die größte Errungenschaft der EU ist nun mal der grenzenlose Binnenmarkt.

Brüssel.
Brüssel, Hauptstadt der EU, Schwarzes Haus (wg. Copyright). Bildquelle: Wiki Belgien.

Nächste Anekdote, jetzt zum Thema Wirtschaftsflüchtlinge (womit keine Steuerflüchtlinge gemeint sind – bei denen kennen unsere Regierigen keine Gnade -, sondern die sogenannten „Armutsflüchtlinge“, welche z.B. für eine illegale Einschleusung von Tunesien nach Deutschland im Schnitt 10.000 EUR berappen müssen):

Gib dem Hungernden einen Fisch und er wird einmal satt. Lehre ihn Fischen und er wird nie wieder hungern.
Fisch essen alle, egal welcher Religion sie angehören. Ein Buntbarsch namens Tilapia, der „Petrusfisch“ aus dem See Genezareth, frisst alles und heißt deshalb in Afrika auch „Wasserschwein“. Er braucht 18° Celsius Wassertemperatur, die gibt es im Hungergürtel der Erde überall. Um Tilapia zu züchten, braucht man bloß ein Loch zu buddeln, 5×10 m, und Wasser reinzukippen oder die nächste Regenzeit abzuwarten. Ein paar Monate später werden hier alle satt. Unkosten vor Ort: 50 EUR.

Tilapie.
Tilapia, Frischfang in Äthiopien bzw. Eritrea. Bildquelle: Wiki.

Problem: Das lässt sich nur machen mit Vitamin B wie Beziehungen, wenn zuverlässige Partner in Afrika vorhanden sind; ansonsten versickert alles Geld dort wie eine Parteispende. „Unsere“ Regierung hat zu den 54 afrikanischen Staaten genauso einen guten Draht wie zu uns Einheimischen: Sie spricht nur mit erfolgreichen Goldgräbern, Akademikern und Gleichgesinnten. Ansonsten gibt es höchstens mal ein bisschen heiße Luft vom Fass, wenn auch Medienvertreter anwesend sind.
Nun ja. Jede Hungersnot ist allerdings grenzenlos binnenmarktwirtschaftlich gesehen ein Volltreffer wie sechs Richtige im Lotto. Am Weizenhandel verdienen dann alle Beteiligten richtig Geld; mindestens ein Drittel des Endpreises landet in den Bankenvierteln, wobei Wall Street einen sehr guten Platz belegt.
Wer sich trotzdem noch dafür interessiert, wie wir die Armutsflucht vor Ort bremsen und den Hunger beseitigen können, findet hier weitere Infos dazu:

tilapia-niederrhein.de

Des Königs neue Kleider

neue Kleider.
Illustration von Vilhelm Pedersen. Bildquelle: Wiki.

Neulich bin ich diesem kleinen Mädchen begegnet, von dem Hans Christian Andersen erzählt:

Kleines Mädchen.
Bildquelle: Wiki; Photo: Andreas Praefcke.

Und das kam so:
An der Berliner Humboldt-Uni gibt es eine theologische Fakultät und die angehenden Theologen machen ihre praktischen Übungen in der Marienkirche, da gibt es regelmäßig an Sonntag Abenden einen Hochschul-Gottesdienst. Nun begab es sich an einem Sonntag Abend, dass die Studenten die letzten Tage Christi nachspielten, und zwar wie im Straßentheater, nur eben hier unter Dach und Fach und Kirchendach ― nicht bloß wegen der Witterung, sondern auch wegen des befürchteten Dazwischenfunkens rumänischer Taschendiebinnen.

Kirche von innen.
Bildquelle: Wikipedia, Dominik Tefert.

Bei diesem Passions-Theater nun kam ich neben das kleine Mädchen zu sitzen. Genau wie ich betrachtete sie mit großen Augen das Geschehen im Altarraum. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, wusch sich nun Pontius Pilatus öffentlich die Hände und rief: „Ich trage am Tod dieses Mannes keine Schuld, das habt Ihr zu verantworten!“
Und die Volksdarsteller bzw. Volksvertreter schrien: „Wenn er unschuldig ist, dann komme die Strafe für seinen Tod auf uns und unsere Kinder!“ Das konnten sie guten Gewissens rufen, als Gender Tender Team hatten sie keine Kinder und den Rest verbuchten sie unter Selbstverwirklichung.
Pilatus gab nun also den Verbrecher bzw. Intensivtäter Barrabas frei zur sozialpädagogischen Täterbetreuung. So wurde Barrabas zum ersten Menschen, der dem Sohn Gottes sein Leben zu verdanken hatte.
Mit dem Genossen Sachzwang im Nacken ließ Pilatus nun Jesus auspeitschen, befahl, ihn ans Kreuz zu nageln, und gab ein Schild in Auftrag als weithin sichtbare Pressemeldung fürs Kopfende: „Hier stirbt Jesus aus Nazareth, der König der Juden“. Abgekürzt und zertifiziert nach ISO-Norm heißt das: „INRI“ (= Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum).

Schild.
Bildquelle: Isenheimer Altar; Urheberrechte: Matthias Grünewald.

Anschließend nahmen die römischen Besatzungssoldaten den verurteilten Jesus Christus mit als Stoff für einen Bunten Abend. Sie brachten ihn in ihren Gemeinschaftsraum, zogen ihn aus, hängten ihm vor versammelter Mannschaft einen roten Mantel um, flochten als Scherzartikel eine Krone aus Dornenzweigen und drückten sie ihm auf den Kopf. Sie gaben ihm einen Stock in die Hand, knieten vor ihm nieder und machten sich über ihn lustig.
„Der König der Juden, er lebe drei Mal hoch!“ riefen sie: „HOCH! HOCH!! HOCH!!!“ Dann spuckten sie ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihn damit auf den Kopf.
Als sie ihn genug verspottet hatten und der Bunte Abend einem neuen Tag weichen musste, nahmen sie Jesus den roten Mantel ab, zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an und führten ihn hinaus, um das Todesurteil zu vollstrecken.
Ich spürte, wie das kleine Mädchen neben mir zu zittern anfing. Sie sah jetzt kreideweiß aus. „Keine Panik“, versuchte ich sie zu beruhigen, „das ist doch alles bloß ein Rollenspiel, um hier die Hütte vollzukriegen und nachher den Hut rumgehen zu lassen, ich meine, den Klingelbeutel.“
Aber sie zitterte weiter. „Was ist denn los, kleines Mädchen?“ fragte ich leise. „Hast du Angst, dass hier religiöse Gefühle verletzt werden und irgendein Selbstmordattentäter heute Abend den Koran völlig falsch versteht, weil er geil ist auf Party mit 72 Jungfrauen?“
Sie schüttelte den Kopf, starrte auf den Garderobenständer im Altarraum und flüsterte: „Der rote Mantel sieht ja aus wie der Mantel vom Weihnachtsmann von Coca Cola.“

Passion.

(Die Rechte für dieses Bild von Pfr. Sieger Köder liegen beim Katholischen Bibelwerk, Stuttgart.)

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 

 

Freddi Fröhlichs Neukölln-Chanson

Das folgende Lied hat gleich zwei Titel, nämlich einen sachlich-prosaischen und einen sehnsüchtigen bzw. romantischen. Der sachliche Titel lautet: „Das 20-Euro-Lied“; der beziehungsweise romantische heißt: „Silke aus Britz“. Beides lässt sich verkürzen zur Kernaussage: „Bargeld und ne Braut“.

Erzählt wird die Geschichte von Prinzessin Silke aus Schloss Britz und Prolo Freddi Fröhlich aus Nord-Neukölln. Ist eigentlich ganz einfach zu merken: Silke Britz und Freddi Nord; oder noch einfacher: Silke und ich. ― Wir haben uns im Internetcafé kennengelernt, ernst im Internet über Parship und dann ganz locker im Café und dann haben wir uns für den nächsten Sonn- und Feiertag verabredet.

Freddi und Silke.
Prolo Freddi und Prinzessin Silke.
(Bild: Archiv WiTzel.)

 

In einem Tretboot auf der Spree, nach meinem Vorschlag, strampelten wir beide bis zum Bundestag, genossen dort die Ruhe und Geborgenheit: keine Intensivtat weit und breit ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Spandau an der Mündung der Spree in die Havel, da küsste ich sie ohne langes Geschwafel, denn ich bin ein Mann, der weiß, was er will, und sie weiß es auch, drum hielt sie still ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Potsdam erzählte uns die Nachtigall: „Sex gab es schon vor dem Sündenfall ― an einem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.“ Ja, das hat tatsächlich die Nachtigall gesagt!

So parschipperten wir beide rin ins Glück und kamen als Verlobte Montag früh zurück.

In einem Tretboot auf der Spree, fast ohne Kentern, fuhren wir zum Standesamt vom Jobcenter, schlossen dort ne Ehe mit Hartz-4, mit Liebe und mit Treue und mit viel Pläsier ― an jedem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

So war das. Und immer wenn ich dieses schöne Lied in der Öffentlichkeit singe, dann bekomme ich dafür 20 Euro steuerfrei von Fa. Parship als Aufwandsentschädigung. Danke, liebe Öffentlichkeit!

PS: Hier hab ich mal die Rolle von Freddi Fröhlich übernommen, denn wie schon Theodor Fontane schrieb: „Wer schaffen will, muss Fröhlich sein.“

Herbert WiTzel

Bautzen

Dort bin ich mit Freunden am 1. Advent 2014 zum Weihnachtsmarkt gewesen, nämlich.

Der „Wenzelsmarkt“, zu dem wir hinfuhren, jährt sich 2014 zum 630. Mal und gilt als ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands. 1384 verlieh König Wenzel der Stadt das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes in der Vorweihnachtszeit. 1505 wurde verordnet, dass kein anderer Ort in der Oberlausitz einen derartigen Markt abhalten durfte. Nach und nach gesellten sich zu den Würsten und Speckseiten der Fleischer immer mehr Zimtsterne und andere Waren, also wurde daraus ein klassischer Weihnachtsmarkt, wie wir als Fachbesucher von Weihnachtsmärkten vor Ort feststellen konnten.

Ortsschild
Deutsch-sorbisches Ortsschild. Foto: Wikimedia, Julian Nitzsche.

Diese kleine, feine Stadt liegt in Sachsen, wo die hübschen Mädchen und sich wohlfühlen, denn dort haben sie sich nicht den Buß- und Bettag klauen lassen. Die Buße ist ein fröhliches Geschäft; ohne Buße ergeht es uns wie der EU mit ihrer Alzheimer-Bulimie: Sie frisst und frisst und frisst und vergisst zu kotzen.

Was das höher gelegene Bautzen mit unserem via Luftlinie ca. 170 km entfernten Berlin verbindet, ist die Spree auf ihrem Weg in die Havel in die Elbe in die Nordsee. Das Städtchen ist über tausend Jahre alt, es findet sich 1002 als „Budissin“ in einer Chronik.

„Wenn der Wind nicht weiß, wohin, dann weht er über Budissin.“

So heißt es und so stimmt es, deshalb empfiehlt sich entsprechende wind- und wetterfeste Kleidung.

Bautzen hat 40.000 Einwohner und ist das kulturelle Zentrum der Sorben, einer slawischen Minderheit (ca. 65.000 insgesamt in Sachsen und Brandenburg), früher „Wenden“ genannt, mit eigener Sprache. –
Hier befindet sich das Sorbische Museum und informiert über eben dieses Völkchen.

Stadtansicht
Stadtansicht von der Friedensbrücke aus. Foto: Wikimedia, Stephan Höhne.

Was einem bei Bautzen zuerst einfällt, ist der wegen seiner Klinkerfassade als „gelbes Elend“ bezeichnete Knast. Er wurde um 1900 als Zuchthaus hingestellt und war damals die modernste Strafvollzugsanstalt in Sachsen („Königlich-sächsische Strafanstalt Bautzen I“). – Knastwärter bzw. Schließer, sozialpädagogisch „Gruppenbetreuer“ genannt, ist übrigens ein ausgesprochen krisensicherer Beruf. O-Ton eines Kollegen aus der Branche: „Die Gefangenen wechseln mit den Regierungen, aber wir bleiben. Uns brauchen sie immer.“ – Prominentester Häftling war Ernst Thälmann in der Nazi-Zeit, nicht so namentlich bekannt sind die ca. 26.000 politischen Gefangenen der sowjetischen Besatzungsmacht 1945 bis 1950 („Sonderlager 4“, nachweislich mind. 2.700 Tote). 1950 wurde „Bautzen I“ von der Volkspolizei übernommen. Dem „gelben Elend“ ist die Gedenkstätte gewidmet in „Bautzen II“.

Eine weitere überregionale gelbe Berühmtheit ist der Bautzener Senf. Zu diesem Thema gibt es ein eigenes Senf-Museum, in dem die Bautzener Senf-Geschichte nachgezeichnet und der Senf in seiner ganzen Vielfalt an Produkten dargestellt wird.

Um 1000 wurde in Bautzen die erste Pfarrkirche errichtet, 1213/21 das Domstift St. Petri gegründet und an gleicher Stelle mit dem Dom St. Peter (Petridom) begonnen. Nach 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt. – Seit der Reformation 1524 ist der Dom die älteste „Simultankirche“, er wird sowohl von der katholischen als auch von der protestantischen Gemeinde genutzt. Weil innen restauriert wird, kann der Dom zur Zeit nur von außen bewundert werden. Zum Dom gehört die „Domschatzkammer“; diese wiederum kann besichtigt werden.
Reinsten protestantischen Wassers ist die Taucherkirche mit dem Taucherfriedhof. Sie hat aber mit diesem Unterwasserberuf nichts zu tun, sondern ist benannt nach dem „Taucherwald“ 15 km westlich von Bautzen.

Auf einer natürlichen, die Spree überragenden stabilen Granitplatte steht in der Altstadt die Ortenburg. Sie war die Hauptfestung der Oberlausitz und gehörte den jeweiligen Landesherren.

Bautzen hat auch einen schiefen Turm, den Reichenturm, der zwischenzeitlich auch als Schuldturm genutzt wurde. Diese Tatsache und der Name erinnert mich daran, dass wir als reiches Land gelten, obwohl seit 1969 die Staatsverschuldung steigt und steigt und steigt und steigt …

Nachbar des Reichenturms ist der Wendische Turm, Bestandteil eines ehemals befestigten Stadttors. Neben dem Turm befindet sich eine von Gottfried Semper erbaute Kaserne, der es genauso ergeht wie der Kaserne in Kreuzberg am Mehringdamm: Sie wird heute als Finanzamt genutzt.
Leider steigt das Wasser nicht immer so zuverlässig wie die Schulden in der EU, deshalb wurden von unseren Altvorderen Wassertürme und Pumpwerke eingerichtet, nicht nur zum Wohle der Trinkwasserversorgung, sondern auch, um Brände löschen zu können. Hier in Bautzen ist die „Alte Wasserkunst“ gut erhalten.

Nicht weit weg davon befindet sich die Michaeliskirche.

Ensemble.
Alte Wasserkunst und Michaeliskirche. Foto: Wikimedia, Julian Nitzsche.

Das Ensemble aus Wasserkunst und Michaeliskirche ist das Wahrzeichen der Stadt Bautzen. Stilisiert fand es Anwendung bei vielen städtischen Zeichen und Beschriftungen. Nach den berühmten Dresdener Bauwerken und Schloss Moritzburg ist es außerdem eines der am häufigsten verwendeten Motive für die touristische Werbung in Sachsen.

Und wer gut essen will, dem kann ich aus eigener Erfahrung das sorbische Restaurant „Wjelbik“ empfehlen, Kornstraße 7. Dort begrüßte uns die Wirtin Veronika Mahling („Malinkowa“) in sorbischer Tracht mit Brot und Salz und einem Sorbisch-Crashkurs: „prošu“ = Bitte; „dźakuju“ = Danke. ―Dźakuju!

(Benutzte Quellen: Baedeker Sachsen, bautzen.de, Wikipedia und die Wirklichkeit.)