Freddi Fröhlichs Neukölln-Chanson

Das folgende Lied hat gleich zwei Titel, nämlich einen sachlich-prosaischen und einen sehnsüchtigen bzw. romantischen. Der sachliche Titel lautet: „Das 20-Euro-Lied“; der beziehungsweise romantische heißt: „Silke aus Britz“. Beides lässt sich verkürzen zur Kernaussage: „Bargeld und ne Braut“.

Erzählt wird die Geschichte von Prinzessin Silke aus Schloss Britz und Prolo Freddi Fröhlich aus Nord-Neukölln. Ist eigentlich ganz einfach zu merken: Silke Britz und Freddi Nord; oder noch einfacher: Silke und ich. ― Wir haben uns im Internetcafé kennengelernt, ernst im Internet über Parship und dann ganz locker im Café und dann haben wir uns für den nächsten Sonn- und Feiertag verabredet.

Freddi und Silke.
Prolo Freddi und Prinzessin Silke.
(Bild: Archiv WiTzel.)

 

In einem Tretboot auf der Spree, nach meinem Vorschlag, strampelten wir beide bis zum Bundestag, genossen dort die Ruhe und Geborgenheit: keine Intensivtat weit und breit ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Spandau an der Mündung der Spree in die Havel, da küsste ich sie ohne langes Geschwafel, denn ich bin ein Mann, der weiß, was er will, und sie weiß es auch, drum hielt sie still ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Potsdam erzählte uns die Nachtigall: „Sex gab es schon vor dem Sündenfall ― an einem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.“ Ja, das hat tatsächlich die Nachtigall gesagt!

So parschipperten wir beide rin ins Glück und kamen als Verlobte Montag früh zurück.

In einem Tretboot auf der Spree, fast ohne Kentern, fuhren wir zum Standesamt vom Jobcenter, schlossen dort ne Ehe mit Hartz-4, mit Liebe und mit Treue und mit viel Pläsier ― an jedem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

So war das. Und immer wenn ich dieses schöne Lied in der Öffentlichkeit singe, dann bekomme ich dafür 20 Euro steuerfrei von Fa. Parship als Aufwandsentschädigung. Danke, liebe Öffentlichkeit!

PS: Hier hab ich mal die Rolle von Freddi Fröhlich übernommen, denn wie schon Theodor Fontane schrieb: „Wer schaffen will, muss Fröhlich sein.“

Herbert WiTzel

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