10. SongSlam Berlin

 

 

Badehaus-szimpla
Ort (siehe Logo oben) vor Zeit: Es geschah am 11. Januar 2015.

Ich bin da richtig mutig hin, mit meinen beiden „Hits“ (U-Bahn-Lied und „Na, und Du?“) im Gepäck, die ich ganz gut drauf hab und sogar auswendig kann, und meine koreanische Gitarre hat  mich auch noch nie im Stich gelassen. –

RAW-Tempel
© RAW-tempel e.V. in Friedrichshain; Bildquelle: http://www.raw-tempel.de/rawgelaendeplan.jpg

Aber das RAW-Gelände ist ja sooo riesengroß – es hat mich erinnert ans UFA-Gelände in seinen Anfagszeiten, alles noch so improvisiert – von außen gesehen – und unüberschaubar, und so viele verschiedene Schuppen und Läden …
Die Leute waren ja echt nett, ach, nett sind sie alle, also hilfsbereit ohne Diplom-Helfermacke, so meine ich – ein freundlicher Kioskmensch am Eingang Warschauer Straße hat mir einwandrei erklärt, wie ich „Szimplas Badehaus“ finde, nämlich fast ganz am Ende des Geländes (von Neukölln aus gesehen jedenfalls) auf der linken Seite. Auf dem Plan steht und liegt es auch links unten auf Ihrem/Deinem Monitor (siehe oben).

Szimplas Badehaus.
Bildquelle: Yelp; Urheber: Qype-Nutzer Nellski.

Dort im Gebäude kam auch gleich einer auf mich zu, „ich bin Reimar und der Moderator heißt Robin“ usw. usf. – Ich hab dann nach Laura gefragt, weil sie die Mails geschrieben hatte – mit und von wegen Handynr., und sie händelte die Logistik und war total fit, nicht nur äußerlich. Überhaupt machte das ganze Team „einen guten Job“, wie Helmut Kohl gesagt hätte.

Wenn alles mehr authentisch als autistisch ist, dann klappt natürlich irgendwas nicht: Hinterm Tresen die Bedienung war noch nicht da, und nach ner Stunde ohne Getränke wurde das schon nervig für die Künstler, die überpünktlich da waren wie Sascha aus Pankow, der sein Gitarrenkabel für den Abend zur Verfügung stellte, und die wunderschöne Nolia aus Argentinien und ich aus der Warthestraße. – Und nachher war nur eine Tresenfee da, die sich entschuldigte fürs Alleinsein, aber wir Künstler kriegten Getränkechips, also lief es eben bloß mit Warteschlange und ging dann auch.
Ich kam in der zweiten Hälfte dran, hab mich mit meinem Standardspruch vorgestellt: „Ich bin gar nicht so intelligent und gefährlich, wie ich aussehe“, und das startete schon ganz gut.
Dann wurde ich ins Finale geklatscht und kam auf den zweiten Platz, den ersten machte ein Österreicher, der war schon das dritte Mal da und seine Bühnenpräsenz wirkte tatsächlich sehr souverän. Erster Preis war ne Flasche Wodka und weil ich sowieso keinen Alkohol trinke, konnte ich das verschmerzen.
Dann tappse ich da weg mit Klampfe als Stubenältester durch die volle Hütte, auf einmal stellt sich mir son jungscher Typ in den Weg, mit seiner Clique, so fünf Leute, ne Braut auch dabei: „Ey, wir haben dich unterstützt, leider sind wir nicht durchgekommen. Ach, stell dich doch dazu, wir wollen mit dir fotografiert werden…“ – Noch n anderer: „Du siehst ja so aus wie derundder aus der Fernsehserie Soundso!“ – Na, OK, sie nehmen mich mittenmang fürs Foto. „Und nun guck mal richtig böse!“ – Ich hab mein Bestes getan und ihnen einen Flyer gegeben für meine Veranstaltung am 24.1. in Neukölln und sie waren auch aus Neukölln, mal sehen, vielleicht kommen sie ja wirklich hin.
Dann auf dem Weg zur U-Bahn Warschauer Straße haben mich zwei Mal je zwei hübsche Frauen überholt und gesagt: „Das war gut!“
Da hab ich mich natürlich gefreut wie ein Schneekönig (und war noch am Montag ziemlich euphorisch). Ich konnte leider nicht mehr als „Danke!“ sagen zu den Mädels, weil ich schon auch ganz schön fix und alle war und erst mal meine Ruhe haben wollte.
Die waren ja alle viel jünger als ich, aber irgendwie akzeptieren die Generationen X und Y mich viel mehr als es meine Altersgenossen tun. Für die meisten von denen muss alles perfekt sein, am besten auf Knopfdruck, und dass einer noch im Rentenalter was Neues anfängt – so wie ich -, das ist dann schon sehr gewöhnungsbedürftig. Ich mach ja nix Revolutionäres, aber eben was Neues, als traditioneller Pionier …

Herzliche Grüße, Herbert

 

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2 Gedanken zu “10. SongSlam Berlin

  1. Hallo Herbert, war ein schöner Nachmittag gestern bei crazy words…danke für die musikalische Darbietung…vg von Karo und Claudia

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