EMSE BREMSE & OLLE IHMCHEN (8)

… treffen sich auf dem Weg zu Morus Vierzehn, zu „Mieter kochen für Mieter“, in der Kopfstraße.

Kopfstraße
Die Kopfstraße in Berlin-Neukölln. Bildquelle: Wiki; Urheber: Assenmacher.

Die Kopfstraße wurde von Bauernhofbesitzer Daniel Benjamin Niemetz 1877 nach seinen Kopfschmerzen benannt, übrigens, die er bekam, als er nach einem neuen Namen für diese Straße suchte.
– „Ich hab gehört, Olle Ihmchen“, sagt Emse Bremse, „du bist nicht mehr mit Lina Lewandowski verlobt?“
– „Stimmt.“
– „Und warum?“
– „Sie hat so eine ordinäre Lache“, antwortet Olle Ihmchen.
– Emse Bremse wundert sich. „Ist mir nie bei ihr aufgefallen.“
– „Du warst ja auch nicht dabei, als ich ihr erzählte, wieviel ich verdiene.“

😉

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Emse Bremse und Olle Ihmchen (07)

Emse Bremses Frau Erna hat am 1.1.2015 im größten Neubau „unserer“ Regierung einen Job als Parkettkosmetikerin gekriegt, im Bundesinnenministerium mit seinen 1.400 Sesselfurzer-Quartieren und dem Büro des Ministers, das extra mit kugelsicheren Fenstern versehen wurde, damit wenigstens den wirklich wertvollen Menschen in Berlin nix passiert. –

Putze Erna
Bundesinnenministerium

Na, was soll ich euch sagen: Letzten Mitwoch geht Putze Erna zum Minister ins Büro und kündigt. Der Minister ist bass erstaunt: „Warum das denn?“
– „Weil Sie kein Vertrauen zu mir haben, Herr de Maizière“, murmelt Erna melancholisch.
– „Das können Sie doch nun wirklich nicht behaupten, Genossin Bremse“, schüttelt der Minister den Kopf. „Ich lasse doch sogar die Schlüssel vom RETTET-DEN-EURO-Tresorraum hier offen herumliegen.“
– Putzfrau Erna: „Ja, aber keiner passt.“

Emse Bremse und Olle Ihmchen (05)

Treffen sich die beiden neulich zum Gespräch in der Kantine vom Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 6, im 10. Stock, mit dem wundervollen Ausblick aufs Panorama Berlin.

http://www.kantine-kreuzberg.de/ausblick.html

Rathaus-Kreuzberg
Das (gläserne) Rathaus Kreuzberg in der Yorckstraße. Foto: Wiki; Urheber: Achim Raschka.

„Mal was anderes“, murmelt Emse Bremse, als sie auf das Kasernenluder Ursula von der Leyen zu sprechen kommen. „Warum musstest du eigentlich nie zur Bundeswehr, Olle Ihmchen? Du hast doch vorher die ganze Zeit in Westdeutschland gewohnt.“
– „Verstehe ich auch nicht“, antwortet Olle Ihmchen. „Dabei hab ich jedes Mal bei der Musterung mit dem Arzt um einen Tausender gewettet, dass ich tauglich bin.“
=

Emse Bremse und Olle Ihmchen (04)

„Ick jeh mal eben Zigaretten holen, Erna“, sagte Emse Bremse gestern zu seiner Frau und verschwand. Heute steht sie nun mit ihrem heimlichen Verehrer Olle Ihmchen im Polizeirevier Neukölln, Direktion 5, Abschnitt 54, Sonnenallee/Ecke Wildenbruchstraße, und gibt eine Vermißten-Anzeige auf.

Direktion 5.
Polizeirevier Neukölln, Direktion 5, Abschnitt 54. (Foto: Polizei Berlin, mit frdl. Genehmigung.)

„Hat Ihr Mann besondere Kennzeichen?“, fragt der Beamte.
„Noch nich“, zischt Erna, „aber die kriegt er janz bestimmt, wenn er zurückkommt.“ 😉

= = =

PS: In der Wildenbruchstraße befindet sich übrigens in Haus Nr. 4 „Raum B“ und dort findet „Rock’n’Read“ statt.

Emse Bremse und Olle Ihmchen (03)

Treffen sich Emse Bremse und Olle Ihmchen letzten Mittwoch vorm Rathaus Neukölln.

Rathahaus_Neukölln.

Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Straße. Bildquelle: Wiki; Architekt: Reinhold Kiehl; Fotograf: Georg Slickers.

Emse Bremse zeigt Olle Ihmchen stolz seinen neuen Oldtimer auf dem Bürger-Parkplatz für Besucher des Bürgeramtes.

Mercedes-Benz.
Bildquelle: Wiki; Urheber: Andabre.

„Kiek ma, Mercedes-Benz mit Heckflosse, find ich total geil, nämlich.“
Olle Ihmchen staunt Bauklötzer: „Wie konnteste dir denn son Schätzchen leisten? Biste klauen jegangen?“
– „Nee, ick hab unsa Klavier in Zahlung jegeben.“
– „Wat? Welcher Autohändler nimmt denn Klaviere in Zahlung?“
– „Na, der, der unter uns wohnt.“

😉

Emse Bremse und Olle Ihmchen (02)

Treffen sich die beiden Neuköllner Olle Ihmchen (Single) und Emse Bremse (verheiratet) bei Karstadt am Hermannplatz im Dachrestaurant.
„Warste jestern aus mit deine neue Flamme Rita Attraktivinsky?“, fragt Emse den Olle.
Der nickt ganz glücklich.
„Na, denn haste bestimmt reichlich ausjegeben, wa?“, fragt Emse nach.
Olle schüttelt den Kopf. „Nee, bloß 12 Euro. Mehr hatte se nich bei sich.“

KARSTADT
Karstadt am Hermannplatz, erhalten gebliebene alte Fassade aus den 20er Jahren. (Foto via Wiki: TillF.)

Emse Bremse und Olle Ihmchen (01)

Treffen sich die beiden Neuköllner Olle Ihmchen und Emse Bremse bei Karstadt am Hermannplatz im Dachrestaurant. „Was isssen los?“, fragt Olle den Emse. „Du siehst ja so zerknittert aus.“
_ „Hab kaum geschlafen, wa. Letze Nacht is een Intensivtäter in meine Wohnung eingebrochen, ne halbe Stunde bevor ick nach Hause kam.“
– „Hat er was jeklaut?“
– „Een janzen Rollkoffa hatta voll jepackt, wa. Aba nu liegt er Krankenhaus. Meine Frau dachte, ick bin det.“

karstadt-
Bildquelle: wiki.

Wer vögeln kann, kann auch fliegen

 

Dachrestaurant.

Foto: wiki.

Neulich im Neuköllner Dachrestaurant bei Karstadt am Hermannplatz: Hocken da zwei Männer hinter Schnaps und Bier und kieken Löcher in die Luft, bis der eine sagt: „Wetten wir, dass ich, wenn ich einen Flughafen-Tempelhof-Spezial trinke, hier Richtung Hermannplatz runterspringen und im ersten Stock anhalten und dann auch wieder hoch fliegen kann?“
Sagt der andere: „Quatsch, du spinnst ja!“
Der Mann holt sich seinen Flughafen-Tempelhof-Spezial von der Selbstbedienungs-Theke, schluckt, springt raus, hält im ersten Stock an und fliegt wieder zurück zum Dachrestaurang.
Der andere: „Ist ja nicht zu glauben! Aber wenn du das kannst, dann kann ich das auch!“ Er holt sich den gleichen Drink, springt runter und ist platt, wie man die Kuchen backt.
Kommt die Putzfrau, räumt sein leeres Glas weg und sagt zu dem andern: „Mensch, Super-Man, kannst du gemein sein, wenn du besoffen bist.“

😉

 

Des Königs neue Kleider

neue Kleider.
Illustration von Vilhelm Pedersen. Bildquelle: Wiki.

Neulich bin ich diesem kleinen Mädchen begegnet, von dem Hans Christian Andersen erzählt:

Kleines Mädchen.
Bildquelle: Wiki; Photo: Andreas Praefcke.

Und das kam so:
An der Berliner Humboldt-Uni gibt es eine theologische Fakultät und die angehenden Theologen machen ihre praktischen Übungen in der Marienkirche, da gibt es regelmäßig an Sonntag Abenden einen Hochschul-Gottesdienst. Nun begab es sich an einem Sonntag Abend, dass die Studenten die letzten Tage Christi nachspielten, und zwar wie im Straßentheater, nur eben hier unter Dach und Fach und Kirchendach ― nicht bloß wegen der Witterung, sondern auch wegen des befürchteten Dazwischenfunkens rumänischer Taschendiebinnen.

Kirche von innen.
Bildquelle: Wikipedia, Dominik Tefert.

Bei diesem Passions-Theater nun kam ich neben das kleine Mädchen zu sitzen. Genau wie ich betrachtete sie mit großen Augen das Geschehen im Altarraum. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, wusch sich nun Pontius Pilatus öffentlich die Hände und rief: „Ich trage am Tod dieses Mannes keine Schuld, das habt Ihr zu verantworten!“
Und die Volksdarsteller bzw. Volksvertreter schrien: „Wenn er unschuldig ist, dann komme die Strafe für seinen Tod auf uns und unsere Kinder!“ Das konnten sie guten Gewissens rufen, als Gender Tender Team hatten sie keine Kinder und den Rest verbuchten sie unter Selbstverwirklichung.
Pilatus gab nun also den Verbrecher bzw. Intensivtäter Barrabas frei zur sozialpädagogischen Täterbetreuung. So wurde Barrabas zum ersten Menschen, der dem Sohn Gottes sein Leben zu verdanken hatte.
Mit dem Genossen Sachzwang im Nacken ließ Pilatus nun Jesus auspeitschen, befahl, ihn ans Kreuz zu nageln, und gab ein Schild in Auftrag als weithin sichtbare Pressemeldung fürs Kopfende: „Hier stirbt Jesus aus Nazareth, der König der Juden“. Abgekürzt und zertifiziert nach ISO-Norm heißt das: „INRI“ (= Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum).

Schild.
Bildquelle: Isenheimer Altar; Urheberrechte: Matthias Grünewald.

Anschließend nahmen die römischen Besatzungssoldaten den verurteilten Jesus Christus mit als Stoff für einen Bunten Abend. Sie brachten ihn in ihren Gemeinschaftsraum, zogen ihn aus, hängten ihm vor versammelter Mannschaft einen roten Mantel um, flochten als Scherzartikel eine Krone aus Dornenzweigen und drückten sie ihm auf den Kopf. Sie gaben ihm einen Stock in die Hand, knieten vor ihm nieder und machten sich über ihn lustig.
„Der König der Juden, er lebe drei Mal hoch!“ riefen sie: „HOCH! HOCH!! HOCH!!!“ Dann spuckten sie ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihn damit auf den Kopf.
Als sie ihn genug verspottet hatten und der Bunte Abend einem neuen Tag weichen musste, nahmen sie Jesus den roten Mantel ab, zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an und führten ihn hinaus, um das Todesurteil zu vollstrecken.
Ich spürte, wie das kleine Mädchen neben mir zu zittern anfing. Sie sah jetzt kreideweiß aus. „Keine Panik“, versuchte ich sie zu beruhigen, „das ist doch alles bloß ein Rollenspiel, um hier die Hütte vollzukriegen und nachher den Hut rumgehen zu lassen, ich meine, den Klingelbeutel.“
Aber sie zitterte weiter. „Was ist denn los, kleines Mädchen?“ fragte ich leise. „Hast du Angst, dass hier religiöse Gefühle verletzt werden und irgendein Selbstmordattentäter heute Abend den Koran völlig falsch versteht, weil er geil ist auf Party mit 72 Jungfrauen?“
Sie schüttelte den Kopf, starrte auf den Garderobenständer im Altarraum und flüsterte: „Der rote Mantel sieht ja aus wie der Mantel vom Weihnachtsmann von Coca Cola.“

Passion.

(Die Rechte für dieses Bild von Pfr. Sieger Köder liegen beim Katholischen Bibelwerk, Stuttgart.)

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 

 

Letzten Montag am Wittenbergplatz

KaDeWe
Kaufhaus des Westens (KaDeWe), Tauentzien 14, gleich am Wittenbergplatz. (Bildquelle: Wikimedia, Urheber: Beek100.)

Im KaDeWe ist ein ehemaliger Fallschirmspringer als neuer Fahrstuhlführer eingestellt worden. Am ersten Tag hat er seinen Job noch nicht so gut drauf und bremst abwärts jedes Mal viel zu heftig nach dem Motto: „Immer mit der Ruhe und dann mit nem Ruck.“
Er entschuldigt sich bei der Kundin, die neben ihm steht: „Pardon, meine Dame, hab ich vielleicht zu stark gebremst?“
Sie schüttelt den Kopf: „Nein, überhaupt nicht. Ich trage meine Schlüpfer immer um die Knöchel.“