Leben ist schöner als sterben …

… deshalb gibt es sogar Menschen, die gegen Mord im Mutterleib sind.

BANKSY.
„Copyright Is For Losers.“ BANKSY.

Aber wie auch immer, hier geht es erst mal um Nour:

PI_SchirmherrschaftGiffey-Stammzellspende

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So., 9.11., 19 Uhr: Nach dem Fall ist vor dem Fall

Was sagte die Berliner Mauer zur Wiedervereinigung?

Da bin ich aber platt.

Autorin Ingrid Biermann-Volke (Ossi) und Liedermacher Herbert Witzel (Wessi) haben noch etwas mehr dazu zu sagen – Sie und Du ja vielleicht auch?

 

Nach_dem_Fall_ist_vor_dem_Fall

 

Sonntag, 9. November um 19 Uhr im DanTra’s, Kulmerstraße 20A, Schöneberg.

Herbert WiTzel und Ingrid Biermann-Volke.

Noch ein BANKSY zu dem Thema:

BANKSY.
„Copyright is for losers“ (BANKSY).

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

KÖNIG DAVID (Psalm 18,30).

 

 

Sa=Sonnabend, 31. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 99

Sa=Sonnabend, 31. Mai 2014

  1. Tagesmusik: 99 Luftballons für 99 WiTzelsche Tagblätter;
  2. Bild des Tages: BANKSY;
  3. Spruch zum Tage von Herbert-Friedrich WiTzel;
  4. Kalendergeschichte, diesmal ???;
  5. Vorlesung, ein Kräutermärchen;
  6. Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASYgeht morgen weiter, ich muss heute meinen Hexenschuss auskurieren.

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Nächsten MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

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Bild und Ton an und Vorhang auf für NENA:

 

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S;=)

Bild des Tages:

BANKSY
BANKSY („Copyright Is For Losers“). Thank You!

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S;=)

Spruch zum Tage:

Frauen sind Weltwunder. Sie können lächeln, wo es gar nichts zu lächeln gibt.

HERBERT-FRIEDRICH WITZEL („Café Milath“).

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S;=)

Kalendergeschichte:

Nach der dritten Sitzung fragt Dr. Psychomann seinen neuen Patienten: „Was machen denn Ihre Minderwertigkeitskomplexe, Herr Lewandowski? Wie geht es Ihnen nun damit?“

Strahlt sein Patient: „Mir geht’s jetzt spitzenmäßig! Sämtliche Komplexe sind verschwunden und das hab ich nur Ihnen zu verdanken, Sie miese kleine fette Schwuchtel…“

S;=)

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Vorlesung

http://volkslesen.tv/25-11-prerow-liest-folke-tegetthoff/

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Fortsetzungsgeschichte: CAFÉ FANTASY – geht morgen weiter.

 

 

 

Dienstag, 20. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 89

Dienstag, 20. Mai 2014

  1. Tagesmusik Max Raabe;
  2. Bild des Tages: Carl Spitzweg;
  3. Spruch zum Tage von Elbert Hubbard;
  4. Kalendergeschichte, diesmal rund um Churchills Hilfskreuzer LUSITANIA;
  5. Vorlesung, Lisa J. Smith;
  6. Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY.
  7. Als besondere Schmakazie eine Schachkomposition.

 

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Ton ab für MAX RAABE, mondän im dänischen Fernsehen mit dem erstklassigen Klassiker vom kleinen grünen Kaktus:

 

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S;=)

Bild des Tages:

Spitzweg.
Carl Spitzweg: Der Kaktusliebhaber (1851).

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S;=)

Spruch zum Tage:

Ironie heißen die Kakteen, die auf dem Friedhof unserer Illusionen wuchern. – Ersetzen wir sie doch durch ausgesäte Senfkörner.

ELBERT HUBBARD, ergänzt von Herbert-Friedrich Witzel.

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S;=)

Kalendergeschichte:

Elbert Hubbard wurde am 19 Juni 1856 in Bloomington, Illinois, geboren als Sohn des Silas Hubbard und der Juliana Frances Read. Im Herbst 1855 waren die Eltern aus Buffalo, New York, wo der Vater eine dahindümpelnde Arztpraxis gehabt hatte, nach Bloomington gezogen, um sich zu verbessern. Als sie etwas spät feststellten, dass es bereits mehrere etablierte niedergelassene Ärzte in Bloomington gab, zog die Familie im darauffolgenden Jahr weiter nach Hudson, Illinois.

Hier besuchte Hubbard die öffentliche Schule. Sie bestand aus einem kleinen Gebäude mit zwei Räumen. 30 Jahre später beschrieb Hubbard seine Schulbildung als „bestens“ und dass er keinerlei besonderen Ehrgeiz entwickelt habe, weil ihm klar gewesen sei, dass er erstens eines Tages den Lehrer mit einem Problem aus der Bruchrechnung ratlos machen würde, und zweitens irgendwann das Brettspiel „Dame“ beherrschen würde auf einem derart hohen Weltniveau, dass ganz Hubbard dann seinen Namen ehrfürchtig flüstern könnte. Hubbards Schwester Mary erinnerte sich rückblickend, dass ihr Bruder ein Störenfried war, der gern die Lehrer ärgerte und gelegentlich auch völlig unvermittelt losbrüllte, wenn seinem überwachen Sinn für Humor ein Witz eingefallen war.
Als junger Mann ging Hubbard nach Buffalo im US-Bundesstaat New York, wo er in dem Unternehmen Larkin Soap Company seines Schwagers John Larkin als leitender Angestellter tätig wurde. 1891 gab er diese Stelle auf, um sich auf seine schriftstellerische Arbeit zu konzentrieren. Bis 1894 schrieb er vier Romane und war ein Semester lang an der Universität von Harvard in Cambridge, Massachusetts, eingeschrieben.
Von Buffalo zog Hubbard in die Kleinstadt East Aurora, N.Y., wo er ab 1895 eine Kunstdruckerei betrieb sowie als Herausgeber und Journalist tätig war und das Roycroft Movement begründete, eine Kunst- und Handwerksgemeinschaft. Mit Roycroft Press schuf Hubbard die Möglichkeiten zur Unterstützung anderer Autoren. Er gründete 1895 die Magazine „The Philistine“ (Der Spießbürger) und „Little Journeys“ (Kleine Reisen), für die er als Herausgeber und Autor tätig war. In 1908 kam mit „The Fra“ (Der Ordensbruder) ein weiteres Magazin hinzu. Alle drei Zeitschriften erschienen bis zu Hubbards Tod in 1915.

Bekannt wurde Hubbard in erster Linie durch seine biografischen Essays.

Am 22. April 1915 veröffentlichte die Kaiserliche Deutsche Botschaft eine Warnung in den fünfzig größten amerikanischen Zeitungen, die direkt neben die Abfahrtszeiten der Transatlantikdampfer gesetzt wurde:

„ACHTUNG! Reisende, die vorhaben, den Atlantik zu überqueren, werden daran erinnert, dass Deutschland und seine Alliierten und Großbritannien und seine Alliierten sich im Kriegszustand befinden; dass das Kriegsgebiet auch die Gewässer rings um die Britischen Inseln umfasst; dass in Übereinstimmung mit der formellen Bekanntgabe der Kaiserlichen Deutschen Regierung alle Schiffe, die die Flagge Großbritanniens oder eines seiner Verbündeten führen, Gefahr laufen, in diesen Gewässern zerstört zu werden, und dass Reisende, die im Kriegsgebiet auf Schiffen aus Großbritannien oder seiner Verbündeten reisen, dies auf eigene Gefahr tun. KAISERLICHE DEUTSCHE BOTSCHAFT, WASHINGTON D. C., 22. April 1915.“[44]

Deutsche Warnungs-Anzeige.

Am 1. Mai 1915 lief die britische „RMS Lusitania“ aus. Sie war ein ohne Rücksicht auf Menschenleben als Passagierschiff getarnter Hilfskreuzer und Munitionstransporter. Die inzwischen bekannt gewordene geheime Ladeliste der „Lusitania“ zeigt, dass der Ozeanriese jede Menge Kriegsgut an Bord hatte: 1.248 Kästen mit 7,5-Zentimeter-Granaten, 4.927 Kisten mit Gewehrpatronen, 2.000 Kisten mit weiterer Munition für Handfeuerwaffen.

Am 7. Mai 1915 starb der Passagier Elbert Hubbard im Atlantischen Ozean vor der irischen Küste zusammen mit seiner Ehefrau Alice, als die „RMS Lusitania“ vom U-Boot „U 22“ versenkt wurde. – Ob wir wollen oder nicht, wir kommen am Krieg als Geschichtenerzähler nicht vorbei. Die Wahrheit stirbt in jedem Krieg zuerst und „ein Dichter darf nicht lügen“ (Wilhelm Raabe).

Um die USA in den Krieg zu locken, wurde ihnen die „Lusitania“ von den Briten erfolgreich als reiner Passagierdampfer untergejubelt, versenkt von den Deutschen, die rücksichtslos Zivilpersonen umbringen und kleinen Kindern die Hände abhacken – so das Feindbild vom „German War Pig“, das auch heute noch durch neue britische EU-geförderte Historienfilme geistert. „Unsere“ Politiker bezahlen auch noch den giftigen Kakao, durch den wir gezogen werden.

Commander Kenworthy, am Morgen des 7. Mai im Kartenraum der britischen Admiralität anwesend, schrieb im Originalmanuskript seines Buches The Freedom of the Seas (1927): „Die Lusitania wurde bewußt mit beträchtlich verminderter Geschwindigkeit und ohne die zurückbeorderten Geleitschiffe in eine Zone geschickt, in der bekanntermaßen ein U-Boot lauerte.“ Das Wort „bewußt“ wurde auf Veranlassung der Admiralität in der gedruckten Ausgabe entfernt. Kenworthy hatte vorher von Churchill den Auftrag erhalten, ein Memorandum über die Versenkung eines Ozeandampfers mit amerikanischen Passagieren an Bord vorzulegen.[85]

Die „Lusitania“ liegt in 90 m Tiefe vor der irischen Küste. Taucher fanden in dem Wrack massenweise militärisches Material, darunter zirka 4.000.000 Patronen Kaliber .303 British Lee-Enfield des US-Herstellers Remington Arms .[88]

– Die „Lusitania“ hat sich eher zufällig als Thema ergeben durch das Hubbard-Zitat, das ich gern verwenden wollte. Es geht auch gar nicht um Recht oder Unrecht, dadurch wird niemand mehr lebendig. Es geht nur darum, den Lügen von heute gegenüber ein bisschen wachsam zu sein und nicht alles zu glauben, was uns „unsere“ Politiker erzählen. Sonst wachsen ja wirklich nur noch Kakteen im Garten unseres Lebens.

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Vorlesung 

http://volkslesen.tv/25-10-umweltbundesamt-liest-1-lisa-j-smith/

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Fortsetzungsgeschichte aus dem CAFÉ FANTASY – Folge 10
Wie wir wissen, liegt das CAFÉ FANTASY am Richardplatz in Neukölln und der Richardplatz befindet sich gleich neben Böhmisch-Rixdorf, dem Viertel der Böhmischen Brüdergemeine, wo natürlich auch Schwestern wohnen. Sie haben aber keine Komplexe und fühlen sich wohl, ohne dass die Brüdergemeine in Schwestern-und-Brüdergemeine vergründeutscht und verrotwelscht werden müsste.
Nun denn, wir hatten den Autor zwar ausdrücklich gebeten, seine ungefragten Meinungen für sich zu behalten, doch hin und und wieder passieren immer mal wieder solche Ausrutscher, für die wir uns ausdrücklich hiermit entschuldigen. Aber wie auch auch immer, durch die Nachbarschaft mit Rixdorf geschah es nun, dass ein sogenannter „Diaspora“-Prediger aus Herrnhut unverhofft ins CAFÉ FANTASY hereinschneite und sich zu Frau Mewes-Fischer und Urs Bergner an Tisch drei setzte, mit Blick auf die alte Dorfschmiede von 1624.
Ein Diaspora-Prediger kümmert sich um die verstreuten Schäfchen der Gemeinde, die „Gemeine“ heißt und geschrieben wird in dem Sinne, dass in dieser Gemeinde keiner besser oder schlechter ist als der andere, sondern alle sind allgemein.
„Wo haben Sie denn diese Klamotten her?“, fragte Urs Bergner den Gast interessiert, nachdem er aufgestanden war und dem Prediger eine Tasse Kaffee hingestellt hatte.
„Ich bin Prediger Weiz“, antwortete der Neue, „und ich komme zu Ihnen durch die Korridore der Zeit aus dem Jahr 1844 zu Besuch. Was Sie ‚Klamotten‘ nennen, das trug ich eben damals.“
„Wie war denn damals das Wetter, Herr Weiz?“, fragte Veronika Mewes-Fischer. „Spüren Sie einen Unterschied durch den Klimawandel?“
„Durch wen oder was?“, frug Weiz verstört zurück.
„Durch den Klimawandel“, erläuterte Urs Bergner, der mal studiert hatte. „Jetzt erwärmt sich das Universum oder die Welt oder jedenfalls Berlin und das Rote Rathaus und die Atmosphäre unter dem Himmel. Die Gletscher schmelzen weg und die Polkappen und bei uns in Berlin Tempelhof und überhaupt dürfen schon gar keine Flugzeuge mehr landen oder starten vor lauter heißer Luft.“
Weiz dachte nach und fasste dann seine Gedanken wie folgt zusammen: „Dann muss es eben so gehen in Berlin wie bei uns damals 1844, als wir auch ohne Flugzeuge ausgekommen sind. Das ist natürlich schade für Berlin, weil andere Großstädte wie London sich freuen über ihren städtischen Flughafen, aber London hatte ja auch keine Mauer. Berlin hatte eben die Mauer, und als die Mauer abgeräumt wurde, da wurde aus Versehen auch der Flughafen plattgemacht. Plattmachen geht ja immer ziemlich einfach. Und was den Klimawandel angeht mitsamt abschmelzenden Polkappen und Gletschern, das erinnert mich an Kurfürst Joachim I., der am 15. Juli 1525 auf den Kreuzberg geflüchtet ist vor einer Sintflut, die ihm sein Hofastrologe vorausgesagt hatte im Wetterbericht. Er hat alles überlebt. Also, ich kann Ihnen den Kreuzberg empfehlen, falls mal wieder irgendwas sein sollte. Oder Sie bauen sich eine 3D-Arche wie in diesem Film, den ich vor ein paar Tagen gesehen hab. Allerdings müssen Sie dann auch allen Tieren 3D-Brillen aufsetzen, so wie BANKSY das hier macht auf dieser Ansichtskarte aus London, die ich dort auf dem Flughafen gekauft hab. London hat sogar zwei Flughäfen in der Stadt, Heathrow und City Airport. Aber in Berlin hat das wahrscheinlich der Konkursverwalter nicht mehr erlaubt.“
Weiz schneuzte sich mit einem schottisch karierten Taschentuch. Früher hieß es Sacktuch, doch in sexy Berlin ist das missverständlich geworden. Hier ist erst mal die erwähnte Ansichtskarte vom 3D-Arche-Zoo:

 

3D-Zoo.
Rattenmann auf dem Weg zur 3D-Arche Noah. Seine Frau zieht sich noch an, kommt dann aber gleich nach. (BANKSY 2013.)

Mehr von BANKSY gibt es hier übrigens:

http://www.amazon.de/BANKSY-Book-Pictures-Wieland-Kraut-ebook/dp/B0096CFUSU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1400590342&sr=8-1&keywords=Kraut+Banksy

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„Wollen Sie uns veräppeln?“, knurrte Urs. „Da liegt ja Schnee, das hat doch mit unserem Klimawandel nach ISO-Norm gar nichts zu tun! Wenn das die EU wüsste … solche Ansichtskarten gehören ja verboten!“

 

„ISO-Norm schön und gut“, schmunzelte Veronika Mewes-Fischer, „aber die normative Kraft des Faktischen müssen Sie trotzdem aushalten, da hilft nun alles nix. Aber jetzt mal was anderes, Garçon …“

„Genau“, bestätigte Weiz, „and now something completely different! So reden Engländer im Flugzeug jedenfalls.“ Er nickte Veronika aufmunternd zu.

„Waren Sie denn schon im Ring-Center einkaufen, Garçon, wie ich es Ihnen angeraten habe?“,  fragte Frau Mewes-Fischer.

Ring-Center.
Ring-Center Frankfurter Allee.

„Ach, das erzähle ich Ihnen in der nächsten Folge, in Folge 11“, antwortete Urs Bergner. „So viel Zeit muss sein im CAFÉ FANTASY, nämlich.“

Nun, wer möchte da widersprechen?

Wird fortgesetzt. –

  • Was hat Diaspora-Prediger Weiz aus den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts zu berichten?
  • Wie erging es Urs Bergner im Ring-Center Frankfurter Allee? –
  • Morgen wissen wir mehr!

Es kommt jedenfalls noch besser und bald geht die Sache weiter.

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Unsere Schachkomposition. Diesmal haben wir im Angebot einen Klassiker aus dem Jahre 1737, ausgebrütet vom syrischen Schachmeister Philipp Stamma:

Philipp Stamma.
Weiß ist dran – Matt in vier Zügen.

AUFLÖSUNG MORGEN.

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So, das war’s mal wieder, nämlich WiTzels Tagblatt Nr.:

89

 

 

 

 

 

 

 

Sa=Sonnabend, 17. Mai 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 87

Sa=Sonnabend, 17. Mai 2014

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Nächsten MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

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Den Song schrieben sie vor einem halben Jahrhundert, als es noch ohne EU und ohne Moscheen und ohne Regenbogenfahnen ging, aber uns dafür unsere Frauen und Mädchen noch jeden Tag 24 Stunden lang was wert waren – Ton ab für die KINKS: „All Day And All Of The Night“:

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S;=)

Bild des Tages:

Die neue AU – 50.000 EUler und EUlinnen und EUlen haben sich bereit erklärt, aus Brüssel hinüberzuwechseln in die Heimatgegend der Lampedusa-„Flüchtlinge“, um dort den Verordnungsmangel zu lindern.

Afrikanische Union.
Erste Hilfe für Lampedusa: AU statt EU.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich schon grundsätzlich an die Asylberechtigung z.B. der schwarzafrikanischen Dealer im ehemaligen Volkspark Hasenheide glaube. Sie würden bestimmt in jedem anderen Land der Welt verfolgt und sofort in den Knast gesteckt.

Wir dürfen auch nicht die Argumentation vergessen, dass sie oft Arbeiten leisten, die die Deutschen gar nicht machen wollen, z.B. Heroin an Schulkinder verkaufen. – Oder würden Sie das machen wollen? Ich jedenfalls nicht.

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S;=)

Spruch zum Tage:

Männer sind unbestechlich.
Die meisten nehmen noch nicht einmal Vernunft an.

JOAN COLLINS

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S;=)

Kalendergeschichte:

Ich will ja gar nicht behaupten, dass früher alles besser war. Früher hatten wir die oberen Zehntausend, die „Upper Ten“, von denen wir als kleine Leute ganz weit weg waren, und heute haben wir die oberen 50.000 in Brüssel. Durch den EU-Wahlkampf wird ja nun dauernd und überall verstärkt mit leerem Stroh dermaßen auf uns eingedroschen, dass es langsam Schmerzensgeld geben müsste für die glücklichen Wenigen, „The Happy Few“, die sich weitab von Brüssel noch ein Gehirn zwischen den Ohren und ein Herz in der Brust bewahrt haben.

Je älter ich werde, desto besser verstehe ich meine Eltern und bin stolz auf sie, diese beiden kleinen Leute, die zusammengehalten haben, bis dass der Tod sie trennte. Ich bin nicht größer als mein Vater, der beim Finanzamt Braunschweig Land anfing und dort als Beamter blieb bis zu seiner Pensionierung. – Er hat von einem Kollegen erzählt, mit dem er das Büro teilte. Dieser Kollege konnte stundenlang mit gefalteten Händen aus dem Fenster gucken. Eines Tages sagte er währenddessen zu meinem Vater: „Sie dürfen nicht denken, dass ich nichts tue, Kollege Witzel. Ich denke nach.“

Das kriegen wir ja nun auch verschärft aufs Brot geschmiert von den EUlern oder EUlen oder EUlinnen oder wie auch immer. Deshalb fällt es mir ein. Andererseits, um es zu einem Happy-end zu bringen, erwähne ich zur Ergänzung noch Sir Winston Churchill: „Schlimm sind nicht die, die dumm und faul sind – schlimm sind die, die dumm und fleißig sind.“

S;-)

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Vorlesung ― „Zusammen ist man weniger allein“:

http://volkslesen.tv/41-10-robert-koch-institut-liest-anna-gavalda/

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Fortsetzungsgeschichte:

CAFÉ FANTASY

Es stellte sich dann übrigens heraus, wie Urs Bergner den einschlägigen Medien entnahm, dass nicht nur „unsere“ Berliner Stadt-Politiker bis auf die drei Selbstmord-Senatoren wie vom Erdboden verschluckt waren, sondern sogar „unsere“ Politiker im Regierungsviertel. Man hatte es nur nicht gleich gemerkt, denn das Leben ging einfach weiter. Um Unruhe zu vermeiden, hatte man außerdem eine Deutsch sprechende polnische Schauspieltruppe engagiert, die im Bundestag „Partei schlägt sich, Partei verträgt sich“ spielte und übrigens erheblich preiswerter war als die verschwundene Original-Besetzung.

Aber wie gesagt, es kam dann doch heraus, dass „unsere“ Politiker weg waren und keiner wusste warum und wohin und wieso eigentlich. – Bis, ja, bis sich herausstellte, dass alles auf einen Schuljungen-Streich zurückzuführen war: Zwei Schüler des Goethe-Gymnasiums hatten sich sämtliche Politiker-Mail-Adressen von Berlin und vom Regierungsviertel herausgesucht und dann eine Mail verschickt, die in der BETREFF-Zeile den Satz enthielt: „Es ist alles herausgekommen.“

Tja.

Also seien Sie bitte zurückhaltend mit solchen Äußerungen gegenüber Berufspolitikern, meine lieben Leserinnen und Leser daheim an den Internet-Surfbrettern. „Unsere“ Regierung kann uns ja sowieso schon nicht leiden und redet lieber mit dem Ausland als mit dem Inland. Da brauchen wir jetzt nicht noch eins drauf zu setzen als Bevölkerung.

= = =

 Falls Sie sich mal was Gutes antun wollen, empfehle ich Ihnen dieses Bilderbuch:

http://www.amazon.de/BANKSY-Book-Pictures-Wieland-Kraut-ebook/dp/B0096CFUSU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1400312633&sr=8-1&keywords=Kraut+Banksy

Das Schaufenster befindet sich übrigens in meiner Straße, Warthestraße 64, und war zur Zeit der Aufnahme das „Kunstfenster W64“.

 

 

 

Freitag, 25. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 68

Freitag, 25. April 2014

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Ton ab für


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S;=)

Bild des Tages:

 

BANKSY
BANKSY: Waschtag (Graffiti Street Art).

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S;=)

Spruch zum Tage:

Für einen guten Witz soll man eine Million gewöhnlicher Jamben hingeben.

FRIEDRICH HEBBEL, der Maurer lernte und sich zum guten Schriftsteller entwickelte.

 

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S;=)

Kalendergeschichte:

JOHANN PETER HEBEL

Mittel gegen Zank und Schläge   (1814)

Zwei Eheleute nicht weit von Segringen, lebten miteinander in Friede und Liebe, abgerechnet, daß sie bisweilen einen kleinen Wortwechsel bekamen, wenn der Mann einen Stich hatte. Alsdann gab ein Wort das andere. Das letzte aber gab gewöhnlich blaue Flecke. Zum Beispiel „Frau“, sagte der Mann, „die Suppe ist weder nicht genug gesalzen und ich hab dir’s doch schon so oft gesagt.“ Die Frau sagt: „Mir ist sie so eben recht.“ Der Mann bekommt etwas Röte im Gesicht.: „Du unverständiges Maul, ist das eine Antwort einer Frau gegen ihren Mann. Soll ich mich nach dir richten?“ Die Frau erwidert: „Draußen in der Küche ist das Salzfaß. Ein andermal koch dir selber oder sieh, wer dir kocht.“ Der Mann wird flammenrot und wirft der Frau die Suppe samt dem Teller vor die Füße. „Da, friß die Tränke selber.“ Jetzt geht’s der Frau auf, wie wenn man ein Stellbrett aufzieht, und das Wasser fließt in die Läufe und alle Mühlenräder gehn an, und sie überschüttet ihn mit Schmähungen und Schimpfnamen, die kein Mann gern hört, am wenigsten von einer Frau, am allerwenigsten von seiner eigenen. Der Mann aber sagt: „Ich seh schon, ich muß dir den Rücken wieder ein wenig blau anstreichen mit dem hagebuchenen Pinsel.“ – Solcher Liebkosungen endlich müde, ging die Frau zu dem Pfarrherrn und klagte ihm ihre Not. Der Herr Pfarrer, der ein feiner und kluger junger Mann war, merkte bald, daß die Frau durch Widersprechen und Schimpfen gegen ihren Mann selber schuld an seinen Mißhandlungen sei. „Hat Euch mein seliger Vorfahr nie von dem geweihten Wasser gegeben?“ sagte er. „Kommt in einer Stunde wieder zu mir!“ Unterdessen goß er reines, frisches Brunnenwasser in ein
Fläschlein, das ungefähr einen Schoppen hielt, versüßte es mit Zucker und ließ ein Tröpflein Rosenöl darein träufeln, daß es einen lieblichen Geruch gewann. „Dieses Fläschchen“, sagte er zu ihr, „müßt Ihr in Zukunft immer bei Euch tragen, und so Euer Mann wieder aus dem Wirtshaus kommt, und will Euch Vorwürfe machen, so nehmt ein Schlücklein davon und behaltet’s im Munde bis er wieder zufrieden ist. Alsdann wird seine Wunderlichkeit nie mehr in Zorn ausbrechen, und er wird Euch keine Schläge mehr geben können.“ Die Frau befolgte den Rat, das geweihte Wasser bewährte seine Kraft, und die Nachbarsleute sagten oft zusammen, „Unsere Nachbarn sind ganz anders worden. Man hört nichts mehr.“ –
Merke!

 

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Vorlesung ― http://volkslesen.tv/01-09-blinde-lesen-manfred-hausmann/

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Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY hat noch Ruhetag.

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Dafür ist Frank Toebs in Berlin als Lastenträger unterwegs und wird hiermit empfohlen:

Frank Toebs
entruemplung.de

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So, Freundinnen und Freunde der leichten Muse, das war

WiTzels Tagblatt Nr.

Nr. 68.
Otto Ubbelohde: Illustration zu Grimms Märchen vom Marienkind.

 

Dienstag, 25. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 46

Dienstag, 25. März 2014

  1. MUSIK mit Elvis – er war gut und gut gelaunt;

  2. BILD ohne Zeitung als Vorbild und Vision für Berlins Zukunft;

  3. Der Spruch zum Dienstag kommt aus dem Hause BANKSY frisch von der Graffiti-Street;

  4. Kalendergeschichte, diesmal aus Kreuzberg;

  5. Vorlesung: Zauber der Sinnlichkeit;

  6. Die „unsterbliche Schachpartie“.

= = = = = = = = 1. Dienstagsmusik mit Elvis, uralt und urig gut – der Hound Dog:

= = = S;=)

Wer mehr über seinen Anfang wissen will, dem empfehle ich guten Gewissens mein eBook:

http://www.amazon.de/ELVIS-1935-1954-Lebensgeschichte-Hermann-Syzygos-ebook/dp/B00AXOMMG8/ref=sr_1_3/280-3323494-1612763?ie=UTF8&qid=1395726973&sr=8-3&keywords=Hermann+Syzygos

= = =  S;=)

2. Bild zum Dienstag: Hier tobt das Leben auf dem Tempelhofer Feld!

Flughafen Tempelhof
Das weite Feld nicht als „Tempelhofer Freiheit für Arbeitslose“, sondern als  Flughafen mit einem Tag der offenen Tür 1984.

= = = 3. Spruch zum Tage

Ich hatte schon drei Jahre lang Ratten gemalt, bis mir einer sagte: >Das ist ja pfiffig, Banksy, denn RAT ist ein Anagram von ART.< Und auf einmal musste ich so tun, als hätte ich das schon die ganze Zeit gewusst.

BANKSY. BANKSY

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S;=)

Kalendergeschichte mit einem Garten aus Pfaden, die sich verzweigen: Gewidmet Jorge Luis Borges als Dankeschön für sein wunderbares Werk

Ein verlinkter Tag in Kreuzberg (Teil 1)

Heute will ich beim Berliner Büchertisch, Mehringdamm 51, 2. Hof, eine Bekannte treffen, ein serbisches Gastarbeiterkind aus Dr. Oetkers Bielefeld, der Stadt der Verschwörungstheoretiker.

Weil morgens um sieben, während die Welt noch in Ordnung ist, mein Wecker losfiept wie ein munteres Meerschweinchen oder die Querflöte im Orchester von James Last, bin ich früh in die Eisen und in den Untergrund gestiegen und am U-Bahnhof Mehringdamm treppauf zurück zur Sonne, zur Freiheit, wo das Finanzamt Kreuzberg als ehemalige Gardekaserne dräut wie eine verwunschene Ritterburg mit Dornröschen irgendwo hinterm Aktenschrank.

Finanzamt. Aber der Büchertisch macht erst um zwölf Uhr mittags auf. Also bin ich losgedüst zum Frühstücken in der Panorama-Kantine im 10. Stock vom Rathaus Kreuzberg, wo du ein leckeres Angebot zu zivilen Preisen findest und so einen super Ausblick über ganz Berlin hast, dass du schon gar nicht mehr weg willst. Deshalb bleiben wir jetzt erst mal hier und ziehen morgen weiter zum nächsten WiTzelschen Tagblatt in und mit dieser verlinkten und verzweigten Geschichte. Wird fortgesetzt. (Es kommt noch besser – bald geht die Sache weiter!)

= = =

Eine Kreuzberger Stadtteilführung, Dauer ca. 1,5 Stunden, macht Herbert Witzel, Preis nach Absprache (wir werden uns schon einig): Tel. 693 16 49. <herbert_f_witzel@web.de>

= = = 5. Vorlesung: Zauber der Sinnlichkeit http://volkslesen.tv/30-12-journalisten-lesen-joan-elizabeth-lloyd/

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6. Die „unsterbliche Partie“, gefunden bei Wikipedia, spielt sich heute mal von alleine. Sie wurde am 21. Juni 1851 in London als freie Partie zwischen den Schachmeistern Adolf Anderssen und Lionel Kieseritzky ausgetragen.

Im Verlauf der Partie opferte der Anziehende einen Läufer, beide Türme und die Dame. Schließlich setzte Anderssen mit den ihm verbliebenen drei Leichtfiguren seinen Gegner matt. Wie er das gemacht hat, sehen wir hier als Trickfilm und ich fand es so verblüffend, dass ich das hier übernommen hab:

Die unsterbliche Partie. = = = Viel Spaß noch!    S;=)

Sa=Sonnabend, 22. März 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 44

Sonnabend, 22. März 2014

  1. Tagesmusik zur Männerfrage: „WARUM?“;
  2. Bild des Tages zur Frauenfrage;
  3. Spruch zum Tag von Dorothy L. Sayers;
  4. Kalendergeschichte, diesmal zum Thema: „mir“ und „mich“;
  5. Vorlesung, Ingeborg Bachmann;
  6. Auflösung des Steckbriefes von gestern.

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1. Ton ab für „Weil ich ein Mädchen bin“:

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S;=)

2. Bild des Tages (Künstlerin unbekannt):

Sayers-Women
Titelbild zweier Aufsätze von Dorothy L. Sayers zur Frage: „Sind Frauen auch Menschen?“

Nun denn, im Kulturkreis jener Eroberungs-Religion, die wir weder beim Namen nennen noch kritisieren dürfen, weil „unsere“ Politiker keinen Ärger haben wollen, während sie „ihren“ €uro retten, also in jenem Kulturkreis sind Frauen immerhin Menschen zweiter Klasse, die nach einer Vergewaltigung wegen Unzucht gesteinigt werden dürfen und ansonsten in schwarzen Säcken mit Sehschlitzen herumzulaufen haben. Hierzulande ist inzwischen für Frauen aus jenem Kulturkreis die Todesstrafe wieder eingeführt worden, und zwar steht sie auf Integration (sog. „Ehrenmord“).

In unserem abendländischen Kulturkreis halten wir es mit Dylan Thomas, der vor Freude strahlend ausrief:

Ich liebe die Menscheit, besonders die Frauen!

Sie haben es übrigens auch nicht anders verdient, deshalb hier noch ein extra Blumenstrauß für Euch, Mädels!

Blumenstrauß.

Wem das an Bildern für diesen Tag noch nicht reicht, dem empfehlen wir dieses Book By Pictures bzw. diesen Bildband als Ergänzung:

BANKSY in Neukölln.
Foto: „Kunstfenster W64“, Warthestraße 64, 12051 Berlin – Neukölln, Germany, €USA (gestaltet von Herbert Witzel 2011).

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S;=)

3. Spruch zum Tage:

Keine Macht der Welt kann eine fortschrittliche Frau fortgeschrittenen Alters im Zaum halten.

DORTOHY L. SAYERS (siehe auch unter „Auflösung des Steckbriefes von gestern“).

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S;=)

4. Kalendergeschichte:

Das Echo vom Mehringplatz

Diesen kreisförmigen Platz gibt es schon seit Urberliner Zeiten. Zuallererst hieß er „das Rondell“ und alle wussten, das Rondell gibt es nur einmal, det is vor det Halleschen Tor. Als dann Napoleon, Vorläufer der €U, bei Waterloo so viel auf die Europakopf-Mütze bekam, dass er sie nicht mehr aufsetzen konnte, wurde der Platz in Belle-Alliance-Platz umbenannt, um daran zu erinnern. Die Orte Belle Alliance und Waterloo lagen zusammen wie Berlin und Cölln.

Als dann die Franzosen als Alliierte nach Berlin einrückten, weil die anderen Alliierten den Krieg gewonnen hatten, da mochten sie an diese Niederlage nicht mehr denken und befahlen die offizielle Umbenennung in Mehringplatz.

So war das. Und weil es diesen Platz schon so lange gibt, hat sich dort ein Echo eingenistet. Von diesem Echo wurde den Kindern erzählt, meistens von den Großeltern, die es denn auch gleich vorführten, sich mitten auf den Platz stellten und lauthals riefen:

„Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?

Das Echo antwortete quicklebendig:

Esel!

Weil das Echo deutschsprachig und einheimisch war, wurde es von den Kreuzberger Grünen zwar gerade mal noch so geduldet und nicht wegtolerrorisiert, aber im Kreuzberg-Museum am Kottbusser Tor bekam es keinen Platz, denn es war weder 1848 noch 1968 dabei gewesen. Und es gab auch ein Gerücht, dieses Echo würde einem immer die Wahrheit ins Gesicht sagen. Deshalb ist es in Berlin so gut wie vergessen eigentlich – außer von mir. Aber wann braucht man schon ein solches Echo heute?

Na gut. Eines Tages aber, als ich 16 oder 60 wurde, das weiß ich heute nicht mehr so genau, kam ich in die Pubertät, erlebte mein heterosexuelles Coming Out, verknallte mich bis über beide roten Ohren und war mir aber überhaupt nicht sicher, ob meine Gefühle denn wohl auch erwidert wurden. Verzweifelt stellte ich mich auf den Mehringplatz, machte eben jene roten Ohren ganz weit auf und fragte laut:

Liebt Susanne mich?

Und das Urberliner Echo antwortete:

Ne, mir!

Damit ist die Geschichte aus und wir kommen zum Zugabenteil:

Ein Wiener in Berlin

Beim Urberliner Konditor Thürmann arbeitete ein tüchtiger Geselle, der aus Wien stammte, jenem schönen Hauptstädtchen von Österreich-Ungarn, wo der grüne Veltliner zu Hause ist. Dieser Geselle arbeitete treu und zuverlässig, war pünktlich und ehrlich und das gefiel seinen Meister. Genauso gefiel dem alten Rabien, dass der fleißige Wiener ein Auge auf die Tochter des Hauses Thürmann geworfen hatte. Weil der Wiener so gut arbeitete, hoffte Konditor Thürmann einen Nachfolger in dem Gesellen gefunden haben. Jedenfalls wäre er froh, wenn sich die Dinge so entwickelten, wollte eines Abends diesbezüglich auf den Busch klopfen und lud den Gesellen zu einem Glase Wein ein, allerdings nicht zu einem Grünen Veltliner, wie ihn Hermann Hesse gerne trank, sondern lieber zu einem Grauburgunder, wie ihn Gerhard sich schmecken ließ, wenn im Bundeskanzleramt der Feierabend eingeläutet war.

Dabei entstand folgende Zwiesprache:
Berliner: „Wollen Sie mir Ihren Vater nennen?“ – Wiener: „Mein Vater heißt Franz Meisel.“ – Berliner: „Aber nicht doch, ick will Ihnen mein Sohn nennen.“ – Wiener: „Ich wusste ja gar nicht, dass Sie noch einen Sohn haben. Bis jetzt kenne ich nur Ihre Tochter Sarah.“ – Berliner: „Nu verstehn Se doch. Sie sollen mir Ihren Schwiegervater nennen.“ – Wiener: „Meinen Schwiegervater? Ich bin doch noch ledig.“ – Berliner: „Na jrade deshalb! Drum will ick Ihnen ja meinen Schwiegersohn nennen.“ – Wiener: „Wer ist denn Ihr Schwiegersohn, Meister Thürmann?“ – Berliner: „Kurz und jut: Wollen Sie meine Tochter heiraten oder nich?“ – Der Wiener strahlte über alle vier Backen:

Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt?

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5. Vorlesung http://volkslesen.tv/29-10-streicher-lesen-ingeborg-bachmann/

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6. Auflösung des Steckbriefes von gestern: Eine Christin, die Krimis schrieb

Dorothy Sayers

Gesucht wurde Dorothy L. Sayers (1893 bis 1957). Berühmt wurde sie durch ihre Kriminalromane mit dem aristokratischen Amateurdetektiv Lord Peter Wimsey.

Gedenktafel D. Sayers
Gedenktafel für Dorothy L. Sayers in Bloomsbury, London, am Haus 23 & 24 Gt. James Street.

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Montag, 24.2.2014 – WiTzels Tagblatt

  1. Tagesmusik : „Bring Me Sunshine“, das passt immer;
  2. Bild des Tages ist ein BANKSY;
  3. Spruch zum Tage von Abraham Lincoln;
  4. Kalendergeschichte, diesmal über Richard Wagner, Cosima und Berlin;
  5. Vorlesung aus dem Buch des Johannes Gillhoff: Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer;
  6. Fortsetzungsgeschichte MATA HARI.

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Ton ab für die Tagesmusik, diesmal auf gut Very British mit den JIVE ACES und REBECCA GRANT zum flotten Start in die neue Woche:

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Bild des Tages:

BANKSY
Das hat BANKSY gemacht. [„Copyright Is For Losers“; BANKSY.]
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Und hier die passende Empfehlung:
http://www.amazon.de/BANKSY-Book-Pictures-Wieland-Kraut-ebook/dp/B0096CFUSU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1393097008&sr=8-1&keywords=Wieland+Kraut+BANKSY

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Spruch zum Tage:

Mein bester Freund ist der Mensch, der mir ein gutes Buch gibt, das ich noch nicht gelesen habe.

ABRAHAM LINCOLN.

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Kalendergeschichte

zu Richard Wagner, Cosima und Berlin:

R-Wagner
Barrikadenkämpfer Wagner.

Richard Wagner, damals Kapellmeister in Dresden, war bereit, für die Idee der Freiheit seine Karriere zu opfern. Beim Dresdner Maiaufstand 1849 stand auch er mit auf den Barrikaden an der Seite der Auständischen. Ein junger Offizier, Botho von Hülsen, hatte die Aufgabe, diesen Aufstand niederzuwerfen, und machte bei dieser Gelegenheit mit dem Komponisten persönlich Bekanntschaft.

Später wurde von Hülsen Generalintendant der Berliner Staatsoper und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Nach unserer Begegnung in Dresden im Mai 1849 widerstrebt es mir, in irgendeine persönliche Beziehung zu dem Genannten zu treten.“ Sogar 15 Jahre später noch weigerte sich von Hülsen, Wagner zu empfangen. Der hatte sich in Berlin inzwischen mit dem „Tannhäuser“ und seinen anderen Opern längst durchgesetzt, doch die Verhandlungen mit dem Intendanten der Staatsoper mußte sein Schwiegerpapa Franz Liszt stellvertretend führen.

Wie kam Wagner zum Schwiegerpapa?

Cosima
Cosima de Flavigny.

Nun denn, hinter jedem starken Mann steht eine schwache Frau. Solange es umgekehrt ist und der schwache Mann hinter einer starken Frau steht, ist sie seine Mami.

Hedwig
St.-Hedwigs-Kathedrale am heutigen Bebelplatz.

Liszts Tochter Cosima de Flavigny heiratete 1857 in der Berliner Hedwigskirche einen Schüler ihres Vaters, den Kapellmeister und Klavierspieler Hans von Bülow. Auf ihrer Hochzeitsreise besuchten sie Richard Wagner in Zürich. Ihrer Ehe mit Bülow verdankte Cosima die beiden Ablegerinnen Daniela und Blandine.

Je öfter sie dem 15 cm kleineren und dafür zum Ausgleich 24 Jahre älteren Wagner begegnete, desto stärker wurde ihre Zuneigung zu dem Dresdner Barrikadenkämpfer auf allen Notenlinien. Mit ihrem Mann zusammen besuchte sie das enfant terrible im Sommer 1862 in Wiesbaden-Biebrich, wo Wagner an den Meistersingern arbeitete. Im Sommer 1863 gestanden sich Cosima und Wagner auf einer Kutschfahrt durch Berlin ihre gegenseitige Liebe.

R&C
„Ich Tarzan – du Jane!“ (Vgl. mein „Ständchen für Jane“ als globale Flirt-Vorlage, zu hören heute in einer Woche in Lankwitz; siehe Plakat gaaanz uuunten auf dieser Seite.)

[Bildquelle für diese 4 Fotos/Repros: wikimedia.]

Tja. Sehn Se, det is Berlin! Falls es bei Ihnen auch gefunkt hat und Sie Ihre olle Single-Wohnung zugunsten einer frischen Zweierkiste aufgeben möchten, empfehlen wir guten Gewissens zwecks Entrümpeln der Räume Herrn Frank Toebs mit seiner 25jährigen Berufserfahrung.

entruemplung.de
entruemplung.de

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Nehmen Sie sich ruhig die Zeit für die folgende Vorlesung mitsamt Vogelgezwitscher, diesmal aus einem Buch, das schon meine Mecklenburger Großeltern gern gelesen haben und das mich inzwischen auch begleitet, nämlich Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer:

http://volkslesen.tv/25-11-prerow-liest-johannes-gillhoff/

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S;=)

Fortsetzungsgeschichte:

COVER-Mata_Hari „Gresha“ Margareta (Mata Hari) und John MacLeod in Ostindien

Zwischen den Eheleuten kam es immer öfter zu Zank und Streit, weil Gresha sich ihr Leben ganz anders vorgestellt hatte. Und John MacLeod hatte vielleicht nicht unbedingt einen guten Kern, aber dafür eine rauhe Schale ganz bestimmt.

Wenige Wochen nach der Geburt seines Sohnes wurde MacLeod nach Batavia versetzt, das sich heute „Jakarta“ nennt und damals zur holländischen Kolonie in Ostindien gehörte.

Am 1. Mai 1897 schritten sie über den Laufsteg des Dampfschiffes „SS [= Steamship] Amalia“ und dampften ab nach Java, das durch die halfzware Selbstdreher-Boygroup „Javaanse Jongens“ in unseren Zeiten wieder sehr bekannt geworden ist.

Gresha
Margareta und John MacLeod (das Pärchen ganz links an der Reling) auf dem Weg nach Niederländisch-Ostindien.

Kurz vor Weihnachten wurde MacLeod nach Malang versetzt und zum Major befördert. In Malang brannte die Luft. Es war die „Côte d’Azur Indonesiens“ und bot ein entsprechendes gesellschaftliches und kulturelles Leben. „Gresha“ litt zuerst unter der Hitze und schwitzte entsetzlich. Doch sie fand hier sofort Anschluss und entwickelte sich rasch zur gern gesehenen Salonlöwin. Dem tat auch die Geburt der Tochter Luisa Jeanne am 2. Mai 1898 keinen Abbruch.

Es machte ihr ausgesprochen Spaß, mit den Söhnen der Plantagenbesitzer und den jungen Offizieren zu flirten, was John MacLeods Eifersucht zum Kochen brachte. Er rächte sich seinerseits durch „Suff und Puff“, wie die Soldaten sagten, d.h. er trank und ging fremd. Außerdem fing er an, seine Frau zu schlagen, wenn er betrunken war. Mehr als einmal bedrohte er sie mit dem geladenen und entsicherten Dienstrevolver, um sie einzuschüchtern.

Vater und Sohn.
Vater und Sohn MacLeod (1899).

1898 bestieg Königin Wilhelmina den holländischen Thron. Zur Feier dieses Tages wurde in Malang August von Kotzebues Schauspiel „Die Kreuzfahrer“ aufgeführt. Margaretha MacLeod durfte die Rolle der Königin übernehmen, ihr erster Auftritt vor Publikum.

1899 wurde John MacLeod im März nach Medan auf Sumatra versetzt. Dadurch lebte das Paar die nächsten sieben Monate voneinander getrennt und hielt Verbindung durch Briefe und Telegramme. Seit Margarethas öffentlichem Auftritt als Königin und nun auch noch seiner dienstlich erzwungenen Abwesenheit, hielt John es vor Eifersucht nicht mehr aus. Außerdem besaß sie ein genauso gestörtes Verhältnis zum Geld wie ihr Vater. Sprüche wie „Geiz ist geil“ entlockten ihr ein fröhliches Lachen.

Wenn John seine schriftlichen Gardinenpredigten schickte bezüglich Sitte, Anstand, Zurückhaltung und Sparsamkeit, dann bekam er immer häufiger Antworten im Sinne von „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Überhaupt wurde „trotzdem“ anscheinend Margarethas Lieblingswort.

Nun zeigte sich klar und deutlich, dass sie beide nicht nur vom Alter her, sondern auch durch ihre völlig verschiedenen Persönlichkeiten meilenweit voneinander getrennt waren.

Die Kluft zwischen ihnen wurde tiefer und ihre gegenseitige Entfremdung immer größer.

Margaretha begann sich für die javanischen Tempeltänze zu interessieren. Diese Art zu tanzen bildete eine der Säulen ihrer künftigen Karriere, neben ihrem geheimnisvollen Hindu-Gesicht und der magnetischen Kraft ihrer Augen, die sie bis ans Lebensende behalten hat.

Ende Juni 1899 starb der kleine Norman John an einer Vergiftung. Wenige Wochen danach warf die Cholera eine Hausangestellte der Familie aufs Sterbebett. In ihren letzten Stunden beichtete sie, sie habe das Essen des Sohnes vergiftet, um sich zu rächen dafür, dass MacLeod ihren Liebhaber, einen einheimischen Soldaten, schwer bestraft habe.

Die kleine Tochter hatte Glück und entging der Vergiftung, weil sie von ihrer Mutter noch gestillt wurde.

 

 

 

Luise Jeanne MacLeod, genannt „Non“ [malaiisch „Mädchen“]  (1903).
Luise Jeanne MacLeod, genannt „Non“ [malaiisch „Mädchen“] (1903).

[Bildquelle für sämtliche Fotos: Archiv Syzygos.]

Wird fortgesetzt.

Am Stück tutti completti, d.h. ganz und gar lesefertig als Kindle Ebook bei Amazon erhältlich, als gedrucktes Buch im DIN-A4-Format (64 Seiten mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen, Thermobindung), einzeln numeriert, datiert und signiert von Herbert Witzel alias Hermann Syzygos, für 10 EUR + 2 EUR Versand (innerhalb Deutschlands) bei Herbert Witzel, Warthestraße 25, 12051 Berlin, Tel.: 030-693 16 49, <herbert_f_witzel[at]web.de>.

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Herzliche Einladung!
Herzliche Einladung!