Berliner „Toleranz“

Rosa Katz wurde 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet, ein „Stolperstein“ für sie findet sich vor dem Haus Otto-Braun-Straße 87 (früher: Neue Königstraße 6) in Berlin-Prenzlauer Berg.

Zur Erinnerung an ihre Eltern Julia und Moritz Katz, verfolgte Juden im Dritten Reich, wurden am 26. April 2014 in der Skalitzer Straße 131 in Berlin-Kreuzberg zwei „Stolpersteine“ verlegt.
Zufällig befindet sich dort die Mevlana-Moschee. Die „Stolpersteine“ haben ihre erste Nacht genau so wenig überlebt wie Rosa Katz das KZ. Schon am nächsten Morgen waren sie weg.

Stolpersteine.
Bildquelle: Newsletter des Friedrichshain-Kreuzberg Museums.

Weil diese „Stolpersteine“ für Julia und Moritz Katz in Kreuzberg nicht erneuert wurden, richtete die Bezirksverordnete Fadime Topac im September 2014 eine mündliche Anfrage an das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, „ob dem Bezirksamt bekannt ist, dass die für Julia und Moritz Katz am 26. April 2014 in der Skalitzer Str. 131 (vor der Mevlana-Moschee) verlegten Stolpersteine bereits in der Nacht nach der Verlegung entwendet wurden?“

Laut der Bezirksstadträtin, die die Anfrage beantwortete, ist es „dem Bezirksamt bekannt, da Martin Düspohl selbst das Verschwinden der Stolpersteine am Morgen des 27. April 2014 bemerkt hat“. Martin Düspohl ist der Leiter des Fachbereichs Kultur und Geschichte beim Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg.

Daraus ergab sie die nächste Frage: „Ist dem Bezirksamt bekannt, warum die geplante Erneuerung der Stolpersteine abgesagt wurde?“

Was die Bezirksstadträtin dann kundtat, zieht einem ja nun echt die Schuhe aus, aber nicht, um irgendeine Moschee zu betreten, sondern wg. Scham und Schock:

Jene entfernten „Stolpersteine“ sollten am 7. August 2014 neu verlegt werden. Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum wollte mit Unterstützung von KIgA (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus) durch die Neuverlegung dieser „Stolpersteine“ ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und Antiislamismus, aber erst nach einem Gespräch mit dem Vorstand der Mevlana-Moschee.

Kreuzberg-Mevlana-Moschee
(Bildquelle: Wiki; Urheber: De-okin (talk). Wenn du mal im sog. „Regierungsviertel“ bei Merck und Gaukel nachfragst, heißt es: „… beobachen diese Milli-Görüs-Moschee mit Sorge.“ – Fragst du noch mal nach, heißt es: „… mit großer Sorge“, aber außer aus Fensta kieken und duslig quatschen geschieht nichts.

Aufgrund von Zeitmangel und wegen der Sommerferien war es dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg jedoch nicht möglich, dieses Gespräch bis zum 7. August durchzuführen, weshalb man sich für eine Verschiebung des Termins auf den 15. Oktober 2014 entschieden hat. Die Ersatz-„Stolpersteine“ befinden sich schon im Friedrichshain-Kreuzberg Museum.

Der 15. Oktober ist inzwischen dito vorbei. Anscheinend hat die Mevlana-Moschee keinen Platz für so was, weder vor der Haustür noch im Terminkalender.

Vielleicht sollten wir auch mal langsam keinen Platz mehr für alles und jedes haben und sagen:

Bis hierher und nicht weiter!

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Die Ukulele – das unbekannte Wesen

Im neuen Berliner „BrückenBauer Friedrichshain-Kreuzberg interkulturell“ ist mein Artikel über das Kreuzberger LELELAND erschienen, mit einem Foto von Lothar Schneeberger (Danke dafür!). Ich hoffe, Ihr könnt den Text lesen:

Brückenbauer-Seite-4
Mein Artikel im „BrückenBauer Friedrichshain-Kreuzberg interkulturell“, Ausgabe 5-2014, Seite 4.

Der „BrückenBauer“, Redaktion: Michael Rebien, wird herausgegeben von der Volkssolidarität. Da stehen natürlich noch mehr Beiträge drin, die alle lesenswert sind. Das ganze Blatt mit sämtlichen acht Seiten gibt es hier: http://volkssolidaritaet-berlin.de/wir/content/pdf/pub/bbauer/bbauer_2014-05.pdf

Link zum LELELAND: http://www.leleland.eu/