Emse Bremse und Olle Ihmchen (60)

Emse Bremse, seine Erna und Olle Ihmchen treffen sich diesmal in Schloss Britz bei der Rembrandt-Ausstellung.

Olle Ihmchen, du strahlst ja wie Osram – hattest du fünf Richtige im Lotto oder was?“, wundert sich Emse Bremse.

Ville, ville besser, wa“, lacht Olle Ihmchen, „ick hab jetzt einen Job bekommen als Umgrenzungsbewacher beim nächsten richtigen Sechser-Treffen der Gewinner, genannt G 6. So heißt G 8 jetzt, nachdem Putin ausgeladen und Merkel entmündigt wurde. Und genauso wie bei der G 7 auf Schloss Elmenau machen sie für den Schutz des Geländes mindestens 130 Millionen Euro locker bei der kommenden G 6.“

Elmenau

Hochsicherheitstbunker Schloss Elmenau, Dienstboteneingang für Angela Merkel und andere wirklich wertvolle Menschen; Foto lizenziert-unter-cc-by-sa-3-0-c3bcber-wikimedia-commons; Sicherheit finanziert von Steuergeldern (130.000.000 EUR für 7 Personen = über 18 Millionen Euro pro Pappnase, um es karnevalistisch zu formulieren.).

G Sex?“, wunderte sich Emse Bremse schon wieder.

Genau“, nickte Olle Ihmchen. „Die andern Länder wollen ihre Frauen und Mädchen vor sexuellen Übergriffen schützen, darum geht es.“

Wäre doch mal ganz schön, wenn wir auch so gut geschützt würden wie die Jungs und Mädels der G 6 bis 7″, seufzte Erna.

Aber du hast doch gehört, was Frau Merkel gesagt  hat“, mokierte sich Emse Bremse, Ernas Mann. „Für die einheimischen Jungs und Mädels und Frauen auf den billigen Plätzen des Staates ist es unmöglich, sie vor Übergriffen und Grenzüberschreitungen zu schützen. Das geht an der Staatsgrenze los und hört bei Leib und Leben und Privateigentum noch lange nicht auf.“

Genau so isses“, nickte Olle Ihmchen. „Der Juncker vom EU-Aufsichtsrat hat auch gesagt, wenn die Lkws und die Warenströme an den Grenzen wieder warten müssen, weil wieder wie früher kontrolliert wird, wer reinkommt, dann geht der Binnenmarkt kaputt und dann bräuchten wir ja gar keine EU und keinen Juncker mehr. Un det jeht einfach nich, wa.“

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Stimmt“, stimmte Erna zu, „det wäre zu schön, um wahr zu sein.“

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Freddi Fröhlichs Neukölln-Chanson

Das folgende Lied hat gleich zwei Titel, nämlich einen sachlich-prosaischen und einen sehnsüchtigen bzw. romantischen. Der sachliche Titel lautet: „Das 20-Euro-Lied“; der beziehungsweise romantische heißt: „Silke aus Britz“. Beides lässt sich verkürzen zur Kernaussage: „Bargeld und ne Braut“.

Erzählt wird die Geschichte von Prinzessin Silke aus Schloss Britz und Prolo Freddi Fröhlich aus Nord-Neukölln. Ist eigentlich ganz einfach zu merken: Silke Britz und Freddi Nord; oder noch einfacher: Silke und ich. ― Wir haben uns im Internetcafé kennengelernt, ernst im Internet über Parship und dann ganz locker im Café und dann haben wir uns für den nächsten Sonn- und Feiertag verabredet.

Freddi und Silke.
Prolo Freddi und Prinzessin Silke.
(Bild: Archiv WiTzel.)

 

In einem Tretboot auf der Spree, nach meinem Vorschlag, strampelten wir beide bis zum Bundestag, genossen dort die Ruhe und Geborgenheit: keine Intensivtat weit und breit ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Spandau an der Mündung der Spree in die Havel, da küsste ich sie ohne langes Geschwafel, denn ich bin ein Mann, der weiß, was er will, und sie weiß es auch, drum hielt sie still ― an diesem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

In Potsdam erzählte uns die Nachtigall: „Sex gab es schon vor dem Sündenfall ― an einem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.“ Ja, das hat tatsächlich die Nachtigall gesagt!

So parschipperten wir beide rin ins Glück und kamen als Verlobte Montag früh zurück.

In einem Tretboot auf der Spree, fast ohne Kentern, fuhren wir zum Standesamt vom Jobcenter, schlossen dort ne Ehe mit Hartz-4, mit Liebe und mit Treue und mit viel Pläsier ― an jedem einkaufsfreien Sonn- und Feiertag.

So war das. Und immer wenn ich dieses schöne Lied in der Öffentlichkeit singe, dann bekomme ich dafür 20 Euro steuerfrei von Fa. Parship als Aufwandsentschädigung. Danke, liebe Öffentlichkeit!

PS: Hier hab ich mal die Rolle von Freddi Fröhlich übernommen, denn wie schon Theodor Fontane schrieb: „Wer schaffen will, muss Fröhlich sein.“

Herbert WiTzel