Auf ein Neues!

Koop 12049 und 12051 Bevantgarde Neukölln Nord:

Neukölln-Termine.
Fürn Kopf und fürn Kalender, Terminer oder was auch immer – jedenfalls für „Sie und auch Sie und eventuell noch Sie“ (Wolfgang Neuss) und Dich und uns.

24.1. – WiTzels Bunter Sonnabend Abend

Loislane
24.1.2015, 19:30 Uhr.

im LOISLANE:

mit Trödelheinz (Sohn des Wunsiedler Heimatdichters Georg Benker: „Georg Benker war ein Schuh-/macher und Poet dazu“; frei nach Hans Sachs);

Klaus Elgerts Lebensgeschichte in Echtzeit;

Tanyas Winterpunsch (hält Leib und Seele zusammen)

und LiVE-MUSiK:

Lydia Reining

sowie

Herbert WiTzel.

– Eintritt frei –

KOMMT ALLE !

Freitag, 13. Juni 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 109

Freitag, 13. Juni 2014

Heute abend bin ich in Schöneberg zugange mit dem NEUKÖLLNER DSCHUNGEL und lade Euch alle herzlich dazu ein – LYDIA REINING ist auch dabei,

LYDIA.
LYDIA (Foto: Lothar Schneeberger).

am Klavier diesmal. Es lohnt sich!

13-6-Neukölln_Abend.

Freitag, 13.6., in Schöneberg.

  1. Tagesmusik Herbert-Friedrich WiTzel;
  2. Bild des Tages: Giovanni Bellini;
  3. Spruch zum Tage von Charles Bukowski;
  4. Kalendergeschichte, diesmal aus der Welt der Schiffbrüchigen;
  5. Vorlesung, Arno Geiger;
  6. Fortsetzungsgeschichte CAFÉ FANTASY – Folge 23.

= = =

Nächsten MONTAG ist Tagblatts Ruhetag, übrigens.

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1. Ton ab für – nun ja, für mich:

 

 

Heute abend in Schöneberg hören Sie und Du und wir noch mehr davon…

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S;=)

2. Bild des Tages:

Bellini-Frau_vorm_Spiegel.
Giovanni Bellini: Junge Frau bei der Toilette (1515).

Das Porträt dieser Frau, die sich schön macht – dabei ist sie es schon -, dieses Porträt gehört zu den Lieblingsbildern des Schauspielers und Autors Burkhard Driest. Verständlich.

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S;=)

3. Spruch zum Tage:

Wenn eine verschärfte Braut auf einen Einsiedler trifft, muss einer von beiden sich ändern.

CHARLES BUKOWSKI, „439 Gedichte“.

charles-bukowski.
Charles Bukowski.

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S;=)

4. Kalendergeschichte:

Zwei Schiffbrüchige landen auf einer einsamen Insel. „Ojeh, ojeh“, jammert der eine, „wir sind verloren.“

„Kopf hoch!“, tröstet ihn der andere. „Sie suchen und finden uns.“

„Bist du sicher?“

„Ja, ganz sicher – ich schulde dem Finanzamt noch anderthalb Millionen Euro.“

S;=)

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5. Vorlesung http://volkslesen.tv/30-11-buergermeister-und-buchhaendler-arno-geiger/

 

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6. Fortsetzungsgeschichte: CAFÉ FANTASY – Folge 23

No-Go-Areas und Area To Go
Vorhin mache ich mich von Woolworth aus auf den Heimweg längs die Hermannstraße lang in Richtung Wartheplatz „per pedes apostolorum“, wie die Akademiker sagen ― das heißt verdolmetscht „auf Apostelfüßen“ ―, weil zwischen Boddinstraße und Hermannstraße die U-Bahn derzeit nicht fährt.

Foto: LA.
Foto: Lutz Anders.

An der nächsten Straßenecke mit Fußgängerampel findet gerade ein Polizei-Einsatz statt wegen irgendwas. Als ich näher komme, sehe ich, da ist ja gar kein Verbrechen oder Auto-Crashtest passiert, sondern die Polizisten bilden einen schützenden Ring um Rettungssanitäter, die einen orangenen BSR-Mann für den Krankentransport auf der Bahre vorbereiten. Wie ich mitkriege aus den Äußerungen redseliger Frauen, ist der Straßenfeger bei seiner Arbeit so unglücklich gestürzt, dass er sich dabei den Schädel völlig aufgeschlagen hat. Es gibt in Berlin wahrlich genug Tretminen, auf denen ein Fußgänger ausrutschen kann, aber das will ich hier nicht zum Thema machen.
Ich wurde „durch die normative Kraft des Faktischen“, wie die Akademiker sagen ― das heißt verdolmetscht soviel wie: „durch das Leben und die gesetzgebende Wirklichkeit“ ―dran erinnert, dass in bestimmten Gegenden unserer Landeshauptstadt die Rettungskräfte nur noch unter Polizeischutz tätig werden. Das kann ich verstehen. In der Vergangenheit hat es genug „normative Kraft des Faktischen“ gegeben, wenn zusammengeführte arabische „Großfamilien“ oder afrikanische „Asylbewerber“ auf Sanitäter oder Feuerwehrleute losgegangen sind mit der Hemmungslosigkeit, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Das verstehe ich ebenfalls, denn wir benehmen uns im Urlaub auf dem „Ballermann“ auch anders als daheim und lassen dann gern die wilde Sau raus.
Was ist zu tun?
Am besten ist ein Erholungs-Kurzurlaub im Regierungsviertel. Dieses Viertel gehört zu den Gegenden, wo bei Gefahr im Verzuge die Berliner Polizei sofort auf der Matte zu stehen hat, sonst kriegen ihre hohen Tiere großen Ärger mit den noch höheren Tieren auf der Orwell-Farm. In diesem gut gepflegten Viertel gibt es keine Dresche für den Sanitätsgefreiten Neumann, sondern ein Hoch – wir erinnern uns: „…ein dreifach Hoch dem Sanitätsgefreiten Neumann,/der, schon lang ist’s her,/den Autoreifen hat erfunden!/Früher blieb man auf der Strecke,/Gummi gab’s für andre Zwecke./Heute wendet jedermann/Neumanns Autoreifen an.“
Hier in diesem Planquadrat werden weder Autos abgefackelt noch kriegen Kinder Rauschgift oder Schläge angeboten, wenn sie aus der Kita kommen. ― Allerdings dürfen wir jetzt nicht übermütig werden, liebe Leserinnen und Leser, und etwa gar auf den Gedanken verfallen, wir könnten dort unsere eigenen Kinder betreuen lassen oder gar die eigene Staatskarosse auf einem geschützten Parkplatz abstellen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat und in einer parlamentarischen Demokratie, da sind solche geschützten Lebensräume nur für wirklich wertvolle Menschen mit wirklich wertvollen Dienstwagen und wirklich wertvollen Kindern vorgesehen.
Wir dürfen dort aber immerhin den Bürgersteig benutzen, deswegen heißt er ja auch so. Hin und wieder mache ich auf diesem Bürgersteig selber gern einen Spaziergang und genieße die ungewohnte gefühlte Sicherheit. Leider gibt es diese Sicherheit nicht als „Safety To Go“ zum Mitnehmen und mit Platziert werden sieht es vor Ort auch eher schlecht aus. Sämtliche Büros, Dienstwohnungen und Gästezimmer sind schon reserviert. Sogar im Schloss Bellevue, wo die Mieter regelmäßig wechseln, ist zur Zeit jedenfalls gerade nix frei für Neuköllner zum Einziehen. Dabei ist doch so viel Platz in Deutschland, wie Bundespräsident Gauck gestern den Indern erzählt hat, aber eben nicht für alle und nicht überall.
Doch für einen Spaziergang, wie gesagt, kann ich diese Area To Go uneingeschränkt weiterempfehlen. Noch besser wird es, wenn Bundespräsident Gauck dort das Begrüßungsgeld wieder einführt, an das er sich noch sehr gern erinnert, wenn er von „Willkommens-Kultur“ spricht.

Schloss Bellevue.
Schloss Bellevue – auch nachts so sicher und gut ausgeleuchtet wie am Tage. Foto: Wikipedia.

 Hier wohnt bei Vollmond Erwin der Vampir … Erwin der Vampir.

Heute abend im DanTra’s hören Sie und Du und wir von mir noch mehr von ihm.

 

Freitag, 13. Juni 2014: NEUKÖLLN-Abend in Schöneberg

13-5-Neukölln_Abend.
So die Bilddatei. Das vom NEUKÖLLNER DSCHUNGEL gesponsorte Original-Plakat wurde vom Dschungelteam vorm Druck noch verbessert und vereinfacht – DANKE für die Realisierung!

Wer oder was ist denn nun das DanTra’s?

13-6-Neukölln_Abend.
NEUKÖLLNER DSCHUNGEL, 25. Ausgabe, 5. Jahrgang, Mai/Juni 2014, Seite 24.

GELD: Eintritt frei – Hut geht rum.

Links:

Autor Herbert-Friedrich WiTzel LIVE.

NEUKÖLLNER DSCHUNGEL®

DanTra’s Kneipe’n Kultur.

Herbert-Friedrich WiTzel alias Hermann Syzygos auf Facebook.

 

 

Donnerstag, 10. April 2014 – WiTzels Tagblatt Nr. 60

Donnerstag, 10. April 2014 –

Also, die Bilder gefallen mir nicht so unbedingt, doch der harte Rock’n’Roll hat was. Empfehlung: Augen zu, Lauscher auf und dann Ton ab für „Stand By Me“, dargeboten von Motorkopf LEMMY KILMISTER:

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S;=)

Bild des Tages – ein Zufallsfund von heute, hab gar nicht gewusst, dass es in Neukölln (Britz gehört dazu) solche Feste gab:

Ansichtskarte Britz 1906.
Britz, Schwing- und Älplerfest. Ansichtskarte von 1906. Und das alles ohne EU…

(Bildquelle: Zeno.org; gemeinfrei.)

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S;=)

Spruch zum Tage:

Die Bürokratie ist es, an der wir alle kranken.

OTTO VON BISMARCK, Gründer des Sozialstaates.

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S;=)

 

Kalendergeschichte – heute eine Backstage-Produktion von WiTzels Lied- und Lesebühne.

Letzten Montag, 7. April 2014, waren wir in Lankwitz bzw. in Lichterfelde Ost – ich sag mal WiR, weil WiR zu mehrererereren waren – siehe Standbild kurz vorm Anfangen im Film-Kultur-Café Lankwitz: Anbei ein Dreierpack (akademisch: Tryptichon) mit Fotos Lothar Schneebergers vom Montag abend im Film-Kultur-Café Lankwitz: , mit – von links nach rechts auf dem oberen Breitwandbild – Trödelheinz (er trug Gedichte seines Vaters vor, des Wunsiedler Heimatdichters Georg Benker), Mario Schulz, Johann Leschinkohl (Hrg. des „Neuköllner Dschungel – Zeitschrift für Kiez und Kultur“), Lydia Reining (Gitarre & Gesang), Angela Schulz, ich.
Übrigens wurde auch die Anzeige auf der Café-Homepage verbessert vorher, will ich noch sagen und mich dafür bedanken. Es geht also aufwärts…

Fotos Lothar Schneeberger.
Fotos: Lothar Schneeberger.

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S;=)

 

Vorlesung http://volkslesen.tv/44-08-mensaner-lesen-jostein-gaarder/

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Fortsetzungsgeschichte: CAFÉ FANTASY – HEUTE

HEUTE
Heute ist Dienstag, der 7. Juni 1977.
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt Jimmy Carter. Helmut Schmidt ist Bundeskanzler.
In den Kinos läuft schon die 9. Woche „Marathon Man“ mit Dustin Hoffman.
Urs Bergner wohnt seit über fünf Jahren in SO 36, Schlesische Straße 14, linker Seitenflügel, parterre, Ofenheizung, anderthalb Zimmer, Küche, Außentoilette. Er bringt seinen Müll weg auf den Hinterhof, der immerhin zwölf mal zwanzig Meter misst, und das war schon ein Riesenfortschritt gegenüber der Bauordnung von 1853, die mindestens 5,34 Meter im Quadrat als Mindestmaß festschrieb — so viel Platz brauchte eine Feuerwehrspritze, um wenden zu können. Die Jurastudentin im Quergebäude hört mal wieder AFN, den amerikanischen Soldatensender.
„Ladies and Gentlemen“, tönt es jetzt aus den offenen Doppelfenstern der angehenden Juristin, „ich möchte Ihnen jetzt einen Song bringen, der eine kleine, sehr vernünftige Geschichte erzählt:
Awopbopaloobop — alopbamboom!
Tutti frutti! All rootie!
Tutti frutti! All rootie!
Awopbopaloobop — alopbamboom!“
Elvis lebt noch.
Maria Callas auch.
Nadia hat sich krank gemeldet.
Seine Kollegin ließ ihn also im Stich, wie er feststellte, als er im CAFÉ FANTASY am Richardplatz zur Arbeit antrat. In der Pappküche hing an einem Vorkriegshaken dieser Spiegel, den sie mitgebracht hatte, um ihre blonden Locken ordnen zu können. Weil Urs größer war als sie, musste er die Knie einknicken, um sich ins Gesicht sehen zu können. Sein Haar war zwar auch blond, aber dunkel, sturmfest und erdverwachsen. Dafür strahlte seine weiße Kellnerjacke wie frisches Zitroneneis. Kostete ihn auch jede Woche fünf Mark für den Wäscheverleih. Er seufzte und warf mit müdem Schwung — Privatgeld hinterm Tresen war im CAFÉ FANTASY verboten — sein Portemonnaie in die blau-weiße Alditüte mit dem Berliner ABEND von heute und der schwarz-weiß-roten Schlagzeile, dass die Schauspielerin Zsa Zsa Gabor ihre siebte Ehe eingegangen war. Diesmal hatte es oder sie den Rechtsanwalt Michael O’Hara erwischt. „Männer“, so wurde sie zitiert, „sind wie Kinder mit langen Hosen und Brieftaschen.“
Über Frauen sagte Frau Gabor gar nichts. Aber dafür sagte Marcel Aymé etwas eine Seite weiter im Feuilleton des ABEND:

Frauen sind eine raffinierte Mischung zwischen Brandstifter und Feuerwehr.

Gut gesprochen, fand Urs. Dann war es doch kein Wunder, wenn er wegen denen so ins Schwitzen kam. Auf dem Kühlschrank lag, eingeschlagen in weinrotes Packpapier, dieses Buch, in das Nadia immer reingepeilt hatte, wenn nichts zu tun und zu reden war.
Das CAFÉ FANTASY gähnte so leer wie Urs Bergners Postscheckkonto. Urs schlug den Schmöker mal kurz verstohlen auf, etwas weiter hinten wie beim Krimi, und er las:

Mein Lieber, ich will, dass es dir in allen Dingen gut geht und du gesund bist, so wie es deiner Seele gut geht.

Wird fortgesetzt. Es kommt noch besser – bald geht die Sache weiter.